+
Die Zukunft heißt Strom: Damit die BOB nicht abgehängt wird, macht sich Alexander Radwan für die Elektrifizierung der Strecken im Oberland stark. 

Modernisierung des Schienenverkehrs

Abschied von der Diesel-BOB

Landkreis - Abgeordneter Radwan will bei Elektrifizierung der Gleisstrecken im Oberland auf die bayerische Karte setzen. Vom Bund erhofft er sich wenig.

Die Zukunft des Verkehrs ist elektrisch – das gilt für Autos wie für Eisenbahnen. Das Schienennetz der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) hinkt so gesehen der Zeit hinterher. Seit Jahren mahnen BOB und Kommunalpolitik die Elektrifizierung des Netzes an – bisher vergeblich. Der Bund als eigentlich zuständiger Besteller dürfte sich angesichts der Kosten weiter zurückhalten.

Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan (CSU) sieht allerdings die Chance, dass der Freistaat finanziell in die Bresche springt. Er kündigte an, zusammen mit der Stimmkreisabgeordneten und bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner dafür beim zuständigen Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann zu werben.

Konzepte und Berechnungen für eine Elektrifizierung des BOB-Dieselnetzes gibt es längst. Demnach wäre der finanzielle Aufwand beträchtlich. „Das sind knackige Beträge“, bestätigte Hedwig Schubert von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) beim Runden Tisch „Verkehr im Oberland“ jüngst in Holzkirchen (wir berichteten). Sie geht von zweistelligen Millionenbeträgen aus, die „nicht im unteren Bereich liegen“. Die Chancen, dafür den Bund zu gewinnen, stehen eher schlecht, weil im Oberland weder Güter- noch Fernzüge fahren.

Trotzdem ist für Radwan dieser Zug noch längst nicht abgefahren; er setzt auf die bayerische Karte. Die Bund-Länder-Kommission hat Bayern im Vorjahr deutlich mehr „Regionalisierungsmittel“ zugesprochen. Jährlich winken hier über 100 Millionen Euro zusätzlich. Auf diesen Topf hat Radwan ein Auge geworfen. Er findet, dass das Eisen jetzt geschmiedet werden muss.

Zwei Termine gelte es im Auge zu behalten, sagt der Abgeordnete: Die nächste Ausschreibung des Oberland-Netzes im Jahr 2023 und die anvisierte Fertigstellung des zweiten Münchner Stammstreckentunnels im Jahr 2025.

Wie Schubert bestätigte, beginne der Vorlauf der nächsten Ausschreibung bereits in zwei oder drei Jahren. „Bis dahin sollten wir die Weichen gestellt haben“, fordert Radwan. Kommunalpolitik, DB Netz, BOB und BEG müssten dafür an einem Strang ziehen. „Das ewige Ping-Pong muss aufhören.“

Es geht um Bahnhöfe, Weichen, Ausweichgleise – und vor allem um die Elektrifizierung. In der neuen Auschreibung muss den Bewerbern laut Radwan klar gemacht werden, dass sie bereit sein müssen, kurzfristig auf eine Elektro-Flotte umzustellen.

Auch die zweite Stammstrecke in München setzt laut Radwan eine Frist. Wenn der Tunnel wie geplant auch für Regionalverkehr geöffnet wird, sollte die BOB nicht ausgesperrt sein – was der Fall wäre, wenn sie weiter mit Diesel unterwegs ist. Denn der Tunnel steht nur E-Triebzügen offen.

Alternativ zur Elektrifizierung brachte Heino Seeger, früherer BOB-Geschäftsführer und aktuell Chef der Tegernsee-Bahn, den Einsatz neuartiger Akku-Tender ins Gespräch (wir berichteten). Er will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben und hofft dafür auf staatliche Fördermittel.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Holzkirchner (82) fährt mit Auto in Fußgängerweg
Rentner auf Irrwegen: Ein 82-jähriger Holzkirchner ist am Freitagnachmittag mit dem Auto in eine Fußgängerpassage in Holzkirchen gefahren. Erst ein Treppengeländer …
Holzkirchner (82) fährt mit Auto in Fußgängerweg
Biker (63) aus Weyarn beim Überholen schwer verletzt
Er überholte trotz durchgezogener Linie - mit schlimmen Folgen: Ein 63-jähriger Motorradfahrer aus Weyarn krachte auf der St2073 in ein Auto, das nach Kleinpienzenau …
Biker (63) aus Weyarn beim Überholen schwer verletzt
52-Jährige verursacht Unfall - und merkt es nicht
Sie schnitt eine 51-jährige Holzkirchnerin, so dass diese in den Audi einer 34-jährigen Weißenburgerin krachte. Dann ging die 52-jährige Gmunderin seelenruhig einkaufen. …
52-Jährige verursacht Unfall - und merkt es nicht
Berggasthof am Taubenberg ist gerüstet für den Ansturm
Einen wahren Ansturm an Wanderern und Radlern erwartet der Berggasthof am Taubenberg. Bei dem schönen Wetter dürften am Wochenende nicht viele Plätze frei bleiben auf …
Berggasthof am Taubenberg ist gerüstet für den Ansturm

Kommentare