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Die Statistik der Straftaten im Jahr 2016 erläuterte Polizeipräsident Robert Kopp (2.v.l.). Beim Gespräch außerdem mit dabei: (v.r.) Polizeivizepräsident Harald Pickert, Landrat Wolfgang Rzehak und Polizei-Pressesprecher Jürgen Thalmeier. 

Sicherheitsbericht

Polizei nennt Zahlen: Die Straftaten werden mehr

Die Wohnungseinbrüche und Diebstähle im Landkreis waren im Jahr 2016 weniger als im Vorjahr, bei allen anderen Delikten verzeichnet die Polizei eine Zunahme. Dennoch: Bayernweit steht die Region gut da.

Landkreis – Exakt 4306 Straftaten registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd für das Jahr 2016 im Landkreis Miesbach – bereinigt um ausländerrechtliche Delikte sind es 4219. Diese Zahlen präsentierte Polizeipräsident Robert Kopp beim Sicherheitsgespräch am Mittwoch im Sitzungssaal des Landratsamts in Miesbach. Kopp hatte ein umfangreiches Zahlenwerk mitgebracht – und er betonte, wie wichtig gerade heute Transparenz sei. „Denn in sozialen Medien werden schnell Dinge behauptet, die falsch sind, aber dennoch die Stimmung beeinflussen.“ So zeige die Statistik zwar einen Anstieg der Straftaten, doch müsse das differenziert betrachtet werden. Im Landkreis Miesbach kommen auf 100.000 Einwohner 4293 Delikte, bayernweit sind es 4785.

Den größten Anteil der Straftaten im Kreis machten 2016 Vermögens- und Fälschungsdelikte mit 1174 Fällen aus, gefolgt von Diebstahl- (888) und Rohheitsdelikten (653). Erschreckend ist, dass letztere – zu denen Körperverletzung gehört – um 21 Prozent mehr geworden sind. Immerhin werden 90 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Die Aufklärungsquote für alle Delikte lag bei 63,4 Prozent. „Das heißt, wir erwischen zwei von drei Tätern“, sagte Kopp. Am seltensten gelang das bei den Wohnungseinbrüchen (16,7 Prozent), von denen es im Landkreis aber nur 24 gab. Weit mehr machen die Fälle von Straßenkriminalität aus, zu der Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl auf Straßen und öffentlichen Plätzen gehören. Diese Delikte haben um 23,4 Prozent zugenommen: von 505 im Jahr 2015 auf 623 in 2016. Nur in jedem fünften Fall konnte der Täter ermittelt werden.

Es sind wohl auch diese Zahlen, die den Polizeipräsidenten dazu veranlassten, das Thema Sicherheitswacht anzusprechen. „Es geht nicht darum, dass die Polizei ihre Aufgaben abgibt“, sagte Kopp. Aber nicht an jeder Ecke könne ein Beamter stehen, und eine Sicherheitswacht fördere auch die Kommunikation mit den Bürgern. Er habe sich mit Katharina Schreiber, Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach, verständigt, für ein solche zu werben. Gleichzeitig betonte Kopp, wie wichtig es für die Polizei sei, „dass wir immer angerufen werden, wenn jemand etwas Verdächtiges sieht“. In 297 Fällen konnten 2016 der oder die Täter noch vor Ort ermittelt werden, weil Mitteilungen von Bürgern eingegangen waren.

Als positiv beurteilte der Polizeipräsident, dass im Landkreis Miesbach Asylbewerber möglichst in kleineren Unterkünften untergebracht werden. 337 Mal rückten Beamte 2016 zu solchen Unterkünften aus. „Das waren nicht immer Straftaten, manchmal eine Ruhestörung oder ein Streit.“ Dennoch betonte auch sein Stellvertreter, Polizeivizepräsident Harald Pickert: „Wenn Menschen lange Zeit auf engem Raum leben oder ihnen die Perspektive fehlt, dann kann das Ursache für Gewalt sein.“

Unter den Teppich gekehrt würden Vorfälle in Asylbewerberunterkünften niemals, ergänzte Landrat Wolfgang Rzehak. „Wir bringen alles zur Anzeige, was dort passiert, auch Sachbeschädigungen.“ Das sei eben wegen dieser Transparenz gegenüber den Bürgern wichtig und auch, weil es ein Signal für die Asylbewerber sei, dass sie sich an die hier geltenden Regeln halten müssen.

Christine Merk

Bei der Polizei gibt‘s den Sicherheitsbericht in voller Länge zum Nachlesen.

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