Lesestoff gefällig? Postbotin Stephani Limmer drehte jetzt eine Extrarunde auf ihrer Hartpenninger Tour, um Bücher zu verschenken – sehr zur Überraschung auch der Bäckerei-Verkäuferinnen. Foto: Andreas Leder
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Lesestoff gefällig? Postbotin Stephani Limmer drehte jetzt eine Extrarunde auf ihrer Hartpenninger Tour, um Bücher zu verschenken – sehr zur Überraschung auch der Bäckerei-Verkäuferinnen.

Zum Welttag des Buches

Postbotin verschenkt Bücher in Hartpenning

Postbotin Stephani Limmer hat bei einer ungewöhnlichen Runde durch Großhartpenning Bücher verschenkt, die ihr Arbeitgeber zum Welttag des Tages gespendet hat.

Hartpenning – Stephani Limmer holt noch schnell die Bücher aus dem Auto, lädt sie in ihren Handwagen. Dann startet ein außergewöhnlicher Arbeitstag. Was heißt Arbeitstag: Eigentlich hat Limmer heute ihren ihren freien Tag. Doch sie ist in ihrem Hartpenninger Revier unterwegs in besonderer Mission: Heute verschenkt sie Bücher.

Zum Welttag des Buches: Postbotin verschenkt Bücher in Hartpenning

Schon seit einigen Jahren beteiligt sich die Deutsche Post zusammen mit der Stiftung Lesen am Welttag des Buches. Bestimmte Bezirke werden ausgewählt, in denen die Postboten ihre Kunden mit Lesestoff beschenken können. Heuer fiel das Los unter anderem auf den Zustellungsbezirk von Stephani Limmer. Der Welttag des Buches ist eigentlich terminiert auf den 23. April, coronabedingt wurde die Aktion aber auf September verschoben.

Statt mit Paketen und Briefen geht es für die Mutter von zwei Kindern an diesem Tag mit druckfrischen Büchern von Haus zu Haus. 30 verschiedene Titel stapeln sich in Limmers Handkarren. Die Auswahl ist groß: Kinder- und Jugendbücher, Krimis, Romane und Sachbücher sowie einige neue Bestseller sind darunter. Gespendet werden die Bücher von der Post, die diese auf Empfehlung der Stiftung Lesen gekauft hat.

Seit über einem Jahr arbeitet Limmer in dem Bezirk um Hartpenning. Sie kennt die Leute und weiß, wem sie mit dem Buchgeschenk eine Freude machen kann. Erster Halt ist die Bäckerei Büttner. Hier stößt die Zustellerin erst einmal auf Verwunderung – nicht zum letzten Mal an diesem Tag. Interessiert sind die Verkäuferinnen dann aber doch, als sie erfahren, dass sie sich ein Buch aus einer der zwei Kisten aussuchen dürfen. „Falls wir zwischendrin mal Zeit haben“, meint Maria Hainz und schnappt sich einen Krimi.

Die Aktion kommt bei vielen Hartpenningern gut an, an manchen Haustüren ist die Postbotin allerdings auch erfolglos – weil niemand zuhause ist. Die Bücher einfach in den Briefkasten zu werfen, das ist schließlich nicht Sinn der Aktion, denn die Kunden sollen sich die Bücher selbst aussuchen. Ein paar Anwohner sind auch skeptisch und weisen Limmer ab. Trotzdem opfert die Postbotin für ihre literarische Mission gerne ihren freien Tag: „Für mich ist es mal eine schöne Abwechslung. Und ich lerne meine Kunden von einer anderen Seite kennen.“

Begleitet wird die Zustellerin von Sonja Radojicic, der Leiterin der Pressestelle Süd der Post. Sie erklärt, warum die Aktion so wichtig ist: „Wir wollen die Leute zum Lesen anregen, besonders Lesemuffel. Die meisten sind sehr überrascht, wenn wir zu ihnen kommen, aber sie freuen sich, dass sie etwas geschenkt bekommen.“

Vergangene Woche hat Radojicic bereits Postboten in München begleitet. Dort wurden die Bücher allerdings während der Zustellzeit verschenkt. „Das wäre bei mir gar nicht möglich“, sagt Limmer. Anders als ihre Kollegen in der Stadt muss sie neben Briefen auch Pakete ausliefern. „Das wäre zu viel Arbeit und würde ewig dauern.“ Das größte Problem in Hartpenning: Viele Menschen sind nicht zu Hause, als Limmer bei ihnen klingelt. „Das ist für uns auch eine Lehre, dass vormittags nicht unbedingt der beste Zeitpunkt ist“, so Radojicic.

Nach etwa einer Stunde beendet Limmer die Aktion. Die Hälfte der Bücher ist bereits weg. Dass sie an diesem Tag nicht alle Bücher losgeworden ist, ist für die Postbotin kein Problem. Den Rest will sie verteilen, wenn sie wieder ihre regulären Runden dreht.

von Stefanie Fischhaber

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