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Das Postbräu-Areal (li.) im Herzen von Holzkirchen.

Nur ein Durchstich für Fußgänger und Radfahrer

Postbräu-Areal: Querverbindung bleibt in der Sackgasse   

Holzkirchen - Die Bebauung des Postbräu-Areals in Holzkirchen kommt einen Schritt voran. Der Gemeinderat hat das Bebauungsplan-Verfahren für die Wohnbebauung vorangetrieben. Nicht allerdings ohne Groll: Es gibt weiterhin keine Querverbindung zwischen Thanner und Tegernseer Straße.

Es soll Großes entstehen anstelle der Industriebrache zwischen Thanner Straße und innerer Tegernseer Straße: Die alten Brauereigebäude sollen wie berichtet einem Mehrfamilienhaus weichen, ebenso der „Moserhof“ im Süden davon. An die Alte Post soll profilgleich angebaut werden. Die Gemeinde hängte sich mit einer längerfristigen Vorratsplanung an die nötige Änderung des Bebauungsplans dran: Südlich des Postbräu-Areals sind auf Gemeindegrund fünf Mehrfamilienhäuser eingeplant. Insgesamt ist mit etwa 100 Wohnungen zu rechnen. Die nötigen Parkplätze sollen in Tiefgaragen verschwinden. 

Im Oktober hatte der Gemeinderat das Verfahren wie berichtet auf Eis gelegt. Denn im großen Wurf fehlt ein für viele entscheidendes Detail: eine ordentliche Querverbindung zwischen Thanner Straße im Westen und äußerer Tegernseer Straße (beim Rewe-Markt) im Osten, die wiederum über Grund anderer Besitzer aus derselben Familie führen würde. Eingeplant ist lediglich ein Durchstich für Fußgänger und Radfahrer zur Daisenbergerstraße über den südlichen Bereich des überplanten Areals im Besitz der Gemeinde. Der Gemeinderat beauftragte den Bürgermeister, im Gespräch mit der Familie eine Lösung zu suchen. 

Inzwischen habe ein Ortstermin stattgefunden, dem auch mehrere Gemeinderäte beiwohnten, berichtete Löwis jetzt im Gemeinderat. Den erhofften Durchbruch in Sachen Querverbindung gab es dabei allerdings nicht. Nur so viel: Im Süden wäre die Option auf eine Querverbindung weiterhin nicht verbaut, ein acht Meter breiter Streifen wäre möglich, irgendwann einmal. „Es ist kein Zeitraum festgehalten“, so Löwis. 

Kein befriedigendes Ergebnis für einige Gemeinderäte. „Das wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen, und jetzt tut sich wieder 50 Jahre nix“, befürchtete Josef Sappl sen. (CSU). Er bedauerte, dass die Gemeinde einst schon dem Erblasser der heutigen Besitzer-Familien eine Industriebrache zu Wohnbaugrund versilbert hätte, ohne auf den Durchbruch für eine Ausfallstraße zu bestehen. 

Besonders ärgerte sich auch Hubert Müller (FWG). Schließlich habe man das Integrierte Mobilitätskonzept abwarten wollen. „Da können wir das Mobilitätskonzept in die Tonne treten, wenn wir nicht mal das fertigbringen“, zürnte Müller. Dafür fehle die Zeit, entgegnete Löwis; man könne allerdings nicht alle Bauprojekte auf Eis legen, bis das Mobilitätskonzept fertig sei. Zumal ein Verkehrsgutachten für das Projekt vorliege. „Das Gutachten wird von einigen angezweifelt, obwohl wir mit dem Büro lang und gut zusammenarbeiten“, so Löwis. „Das muss man schon relativieren.“ Das Verkehrsbüro Kaulen, das das Mobilitätskonzept mitbetreut, hätte für eine eigene Untersuchung des Postbräu-Projekts auch einen eigenen Auftrag gebraucht, so Löwis – inklusive Zeit und Geld. Das Büro habe aber das vorliegende Gutachten überprüft und für in Ordnung befunden. 

Birgit Eibl (FWG) ärgerte sich, dass der Ortstermin ohne offizielle Einladung stattgefunden habe. Die Familie selbst habe diese aber mündlich an alle Gemeinderäte ausgesprochen, so Christoph Schmid (CSU). Auch Dritter Bürgermeister Robert Wiechmann (Grüne) sprang dem Bürgermeister bei: Man müsse davon ausgehen können, dass Fraktionsvertreter ihre Kollegen informierten. „Wir haben’s versucht, und ich bin der Meinung, dass wir’s richtig gemacht haben“, meinte Löwis. „Wir hatten überhaupt keine Gegenargumente, die Druck aufbauen würden.“ Es helfe alles Hadern nichts, meinte Irmi Ammer (SPD): „Wenn der Bauwerber nicht partizpiert, dann hilft uns das nichts, wir können schließlich nicht enteignen.“ Man könne auch nicht zwei Familien in Sippenhaft nehmen, fand Karl Bär (Grüne). 

Mit 14:8 Stimmen beschloss der Gemeinderat, den Entwurf für die Änderung des Bebauungsplans Nummer 40 in die nächste Auslegungsrunde zu schicken. Stellungnahmen sind dabei allerdings nur noch speziell zu den nun veränderten Punkten möglich.

Katrin Hager

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