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Vor und nach der Schule stauen sich die Autos vor dem Privatgymnasium, weil viele Eltern ihre Kinder abholen. Das missfällt dem Gemeinderat.

Eigentlich wollte die Schule anbauen

Verkehrschaos am Privatgymnasium bringt Planung ins Stocken

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Das Holzkirchner Privatgymnasium wünscht sich einen Anbau. Der Gemeinderat vertagte den Punkt – erst soll eine konkrete Planung zum umstrittenen Hol- und Bringverkehr vorliegen.

Holzkirchen – Das Privatgymnasium an der Krankenhausstraße in Holzkirchen boomt. Die Schülerzahlen wachsen, und mit der Rückkehr zum neunstufigen Gymnasium werden es noch mehr. Ein Anbau soll her (wir berichteten). In dem 38 mal 96 Meter großen Gebäude kommen zwölf Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer, ein Schülercafé, ein Aufenthaltsraum und eine Turnhalle unter. Über den Invest spricht Träger Heribert Zimmermann nicht. Es gebe wohl staatliche Zuschüsse, „bis zu 50 Prozent“. Die Genehmigung der Regierung von Oberbayern liege vor. Die Fläche will die Schule von der Gemeinde kaufen.

Jetzt schlug der Anbau in der Gemeinderatssitzung auf. Konkret ging es um eine Änderung des Bebauungsplans 110. Der Bauausschuss hatte dieser vorab zugestimmt. Mit dem Hinweis, dass die Situation des Hol- und Bringverkehrs zu verbessern sei.

Architekt Professor Peter Schuck erklärte nun, dass der Neubau – der neben den Bestand auf die Fläche der Container kommt – in zwei Bauabschnitten realisiert wird. Der Zeitplan ist straff: Der südlichere Teil soll im Schuljahr 2018/19 fertig sein. „Dann können die Schüler aus den Containern in den ersten Abschnitt ziehen.“ Der zweite Teil soll ein Jahr später beziehbar sein. Der Schulhof wird mit dem Neubau zu einem Innenhof abgeschlossen – was Lärm besser abfange. Den Schulhof möchte die Einrichtung umgestalten. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) hofft, dass durch einen attraktiveren Schulhof die Schüler nicht mehr den Krankenhauspark nutzen. Das führe zu Bodenverdichtung, zudem habe die Gemeinde die Verkehrssicherungspflicht.

Was die Verbesserung der Hol- und Bringsituation betrifft, legten die Bauherren zwei vage Ansätze vor: „Wir wollen die Anfangs- und Schlusszeiten dynamischer gestalten“, erklärte Schuck. Sodass nicht alle Schüler gleichzeitig abgeholt werden. Oder das Gymnasium richtet eine Kiss-and-Ride-Zone ein.

Das war dem Gemeinderat zu wenig – obwohl er sich einig war, dass die Schule eine Bereicherung ist. „Die Situation ist unzureichend gelöst“, fand Christoph Schmid (CSU). „Da wurden Hausaufgaben nicht gemacht.“ Er forderte eine Detailplanung. Immerhin wachse die Schülerzahl an. Laut Zimmermann kommen vier Klassen hinzu. Die Zahl der Gymnasiasten steige von 321 auf rund 420 an, inklusive Grundschüler sind es dann circa 590 Kinder. Laut Sepp Sappl sen. (CSU) blockieren Eltern sogar die Parkplätze des St. Anna-Altenheims gegenüber. Irmi Ammer (SPD) nickte: „Die Problematik in der Krankenhausstraße ist eine Katastrophe“, meinte sie. „Die Eltern warten auf dem Zebrastreifen, bis ihr Kind aus der Schule kommt.“ Schon mit dem Rad komme man kaum durch. Zur Entlastung schlug Ammer eine bauliche Schleife vor, Albert Kraml (CSU) eine Einbahnstraße. Zudem erkundigte er sich nach dem Schwesternwohnheim. „Für mich wäre ein Neubau befremdlich, wenn das Gebäude leer steht.“ Laut Zimmermann aber sind in dem Gebäude zwei Klassenzimmer sowie Wohnungen für Lehrer untergebracht.

Birgit Eibl (FWG) empfahl eine Bannmeile, damit Eltern ihre Kinder in einigen Metern Entfernung aussteigen lassen müssen. Martina Neldel (Grüne) sprach von einer nahen Wiese, die angemietet und zum Ein- und Aussteigen genutzt werden könnte. „Das müsste man prüfen“, meinte Löwis. Schuck versprach, zu einem späteren Zeitpunkt konkrete Pläne vorzulegen und bat um eine Zustimmung, „damit wir weiterarbeiten können“. Die Zeit dränge. „Das Thema ist bei uns angekommen.“ Ein Großteil der Lehrer und Schülern reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Auf diese „Vertrauensbasis“ allein wollte sich der Gemeinderat nicht verlassen – obwohl es sich um einen Aufstellungs- und noch nicht um den endgültigen Satzungsbeschluss handelte. Nur Robert Wiechmann (Grüne) signalisierte, dass er sich darauf einlassen würde – mit einer Einschränkung wie im Bauausschuss-Beschluss. Dann stellte Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) einen Antrag zur Geschäftsordnung, wonach der Antrag vertagt werden soll, bis eine Detailplanung vorliegt. Die Mehrheit war dafür, nur die Grünenfraktion stimmte dagegen. Der Antrag soll nun in einer Sondersitzung während der Sommerferien behandelt werden. Bis dahin will Schuck eine Lösung vorlegen.

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