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Vier Sängerinnen mit Witz u nd Charme: Die Medlz machen die „Ode an die Freude“ zum Gospel-Medley und Udo Jürgens’ „Griechischen Wein“ zum „Thriller“.

Dresdner Sängerinnen verzaubern Publikum

Quartett Medlz bringt frechen Charme auf die Bühne

Mit Musik der letzten 200 Jahre begeisterten die Sängerinnen der Gruppe Medlz aus Dresden das Publikum im Festsaal des Kultur im Oberbräu. Tosenden Applaus gab es für ihr Programm „Von Mozart bis Mercury“.  

Holzkirchen – Türkis, frech, fröhlich, lebenslustig und vor allem mit besten Stimmen ausgestatten begegneten die vier Sängerinnen der Gruppe Medlz dem Publikum im voll besetzten Festsaal des Kultur im Oberbräu. Zum zweiten Mal standen sie in Holzkirchen auf der Bühne, diesmal mit ihrem neuen Programm „Von Mozart bis Mercury“. Die rasante Mischung aus Musik der vergangenen 200 Jahre in Kombination mit lockerer Moderation und viel weiblichem Charme gefiel dem Publikum von der ersten Sekunde an.

Sie kommen aus Dresden und stehen seit 18 Jahren als Medlz auf der Bühne. Im Vordergrund steht ihre gesangliche Brillanz, aber was man bei diesem Quartett im Paket geboten bekommt, kann getrost als große Unterhaltung bezeichnet werden. Die vier singen alles a cappella, im Laufe des Abends setzen sie hin und wieder Cajon und Bass-Effektgerät ein. Sie bezeichnen sich selbst als „Pop-Schnittchen“, die jetzt eben auch mal die klassische Richtung einschlagen. „Man fragt uns immer wieder, warum wir das machen. Unsere Antwort: Weil wir es können“, erklärt Sopranistin und Moderatorin Sabine Kaufmann.

So ist der erste Teil des Konzertes geprägt von Wolfgang Amadeus Mozarts „Ave verum“ und Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“, aber auch von Edith Piafs „La vie en rose“, Marlene Dietrichs „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und Frank Sinatras „New York, New York“. Traurig schön kommt die Volksballade „Es waren zwei Königskinder“ daher. Die vier Künstlerinnen tragen fünf der insgesamt 27 Strophen vor. Im Publikum herrscht andächtige Stille.

Die Medlz machen sich jedes Musikstück zu eigen. Beethovens Ode aus der 9. Symphonie, im ersten Teil klassisch, sentimental und herzerwärmend gesungen, wird im zweiten Teil des Programms zum Gospel-Medley. Während die Kleider der vier Sängerinnen nach der Pause kurz geworden sind, wird auch das Repertoire mit Songs aus den vergangenen fünf Jahrzehnten moderner: Von den Beatles über die Supremes bis hin zu Michael Jackson und Udo Lindenberg – eine mitreißende Mischung. Besonders bei Lindenbergs „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ wurde die Stimmung im Festsaal kollektiv sentimental.

Um wieder Schwung ins Haus zu bringen, erzählt Kaufmann spontan drei Witze. Das Publikum quittiert den Aufheiterungsversuch mit viel Lachen und jeder Menge Applaus. Weiter geht’s mit einem Musikquiz. Die vier Damen kombinieren Texte und Melodien bekannter Songs – so, wie sie das Publikum vermutlich noch nie gehört hat. Die vier Quizteilnehmer auf der Bühne, die zum Dank am Ende eine CD der Medlz erhalten sollten, und die Zuhörer sollen erraten, welche Songs da von den Medlz zusammengemischt wurden. Michael Jackson „Thriller“ zum Beispiel erhält den Text von Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“, zu ABBAs „Money, Money, Money“ singen die vier den Text von Herbert Grönemeyers „Alkohol“.

Ein besonders kurzweiliger Abend, der auch nach drei Zugaben noch lange nicht hätte enden müssen, wäre es nach der Lautstärke des Applauses gegangen. Aber nach „Imagine“ von John Lennon, dem Volkslied „Der Mond ist aufgegangen“ und einem sächsischen Medley mit Hits aus der Zeit der „Neuen Deutschen Welle“ war der wunderbare Abend doch viel zu schnell vorbei.

Von Kathrin Suda

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