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Runter vom Gas: Um Autofahrer auf der B13 am Ortseingang von Großhartpenning auszubremsen, will das Staatliche Bauamt eine Querungshilfe einbauen.

Nach langem Warten

Querungen zum Entschleunigen: An den Ortseingängen in Großhartpenning tut sich was

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Ampel? Zebrastreifen? Kreisverkehr? Alles falsch. Der Verkehr an den Ortseingängen von Großhartpenning soll durch Querungshilfen ausgebremst werden. So geht‘s jetzt weiter.

Großhartpenning – Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Entschleunigung. Eine Zeit, um Tempo rauszunehmen. In Großhartpenning wünschen sie sich das seit Jahren. Jedoch nicht im Alltag, sondern auf der Straße. Die Verkehrsberuhigung auf der B 13 an den Ortseingängen ist ein Dauerbrenner. Nur steckte der zuletzt gewaltig im Stau. Jetzt rührt sich wieder was.

Bei einem Treffen im Staatlichen Bauamt in Rosenheim, berichtete Holzkirchens Marktbaumeister Florens Hintler jüngst im Marktgemeinderat, habe die Behörde ihre Einschätzung zu den Plänen präsentiert, die die Gemeinde ihr im Sommer zugesandt hatte. Die schlechte Nachricht: Aus dem erhofften Kreisverkehr im Norden wird nichts. Die positive: Das Bauamt will an beiden Ortseingängen Querungshilfen einbauen.

Wie diese Querungen aussehen sollen, steht allerdings noch nicht fest, geschweige denn ein konkreter Zeithorizont, wann sie eingerichtet werden sollen. Die Gemeinde, verkündete Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU), werde nun einen Fachplaner beauftragen, der Vorschläge erarbeitet. Einen ersten laienhaften Entwurf, wie er selbst betonte, hatte der Rathauschef spontan parat: So könnte er sich verhältnismäßig breite Verkehrsinseln vorstellen, wodurch der Verkehr verschwenkt werden müsste – und somit ausgebremst werden würde. Bloß eine erste Idee, ohne mit einem Bauplaner gesprochen zu haben, schickte Löwis sicherheitshalber hinterher.

Konkrete Entwürfe hin oder her – im Marktgemeinderat wurde die Nachricht über den Fortschritt freudig aufgenommen. Schließlich hatte man lange auf eine Rückmeldung gewartet. „Ich finde es positiv, dass das Straßenbauamt mit uns wieder übers Abbremsen redet, nachdem sie selbst so lange gebremst haben“, stichelte Robert Wiechmann (Grüne). Er sprach dennoch von einem „wahnsinnigen Durchbruch“.

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Nicht alle sahen das so. Simon Ammer (SPD) wollte einen Kreisverkehr nicht kampflos aufgeben. Seine Hartnäckigkeit grätschte Marktbaumeister Hintler aber sofort ab. Das Straßenbauamt habe dieser Variante ein „klares Nein“ erteilt. „Ein Kreisverkehr hätte nicht die nötige und erwünschte Bremswirkung, weil er an dieser Stelle relativ breit ausfallen würde“, erklärte Hintler. Außerdem, fügte Löwis an, gebe es billigere Lösungen, die weniger Fläche verbrauchten und vom Straßenbauamt folglich natürlich favorisiert werden.

Hubert Müller, FWG-Gemeinderat und Großhartpenninger, schien angesichts des Teilerfolgs zufrieden. Er hatte aber eine „inständige“ Bitte: die vorgesehene Linksabbiegerspur nach Sufferloh muss gestrichten werden. „Das bremst den Verkehr von Holzkirchen gar nicht aus“, argumentierte er.

Seine Bedenken kann er den Planern vom Straßenbauamt bei einem Ortstermin vor Weihnachten selbst noch vorbringen. „Bei dem Termin können wir kräftig diskutieren“, sagte Löwis. Er mahnte aber auch: „Wir haben noch einen schwierigen Weg bis zur Umsetzung vor uns.“ Ein weiterer Schritt ist getan.

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