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Die alte Schule in Hartpenning könnte die Raumnot lindern, meint Hubert Müller (FWG). 

Grundschule stößt an ihre Grenzen

Quirin-Regler-Schule platzt aus allen Nähten

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Die Quirin-Regler-Schule ist rappelvoll – mit Blick auf den Zuzug von Neu-Bürgern nach Holzkirchen ein großes Problem. Jetzt gibt es einen Lösungsvorschlag.

Holzkirchen – 293 junge Holzkirchner besuchen die Quirin-Regler-Grundschule an der Probst-Sigl-Straße. Sie drängen sich auf engstem Raum: „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Rektorin Sabine Bösl. Derzeit sei es unmöglich, eine weitere Klasse zu eröffnen – alle Räume sind belegt. „Jedes Jahr zittere ich wieder, ob unsere Kapazitäten ausreichen“, sagt Bösl. Denn eine Klasse dürfe maximal 28 Schüler fassen, ab 29 Schülern müsse eine neue eröffnet werden. „Ich habe Jahrgänge, wenn da nur ein einziges Kind zuzieht, muss eine neue Klasse gebildet werden.“

Nicht nur die Unmöglichkeit, eine weitere Klasse zu eröffnen, bereitet der Rektorin Sorgen. Das Raumkonzept der 2005 eröffneten Schule sei so knapp ausgelegt, dass ein zeitgemäßer, moderner Grundschulunterricht nicht möglich sei. „Wir haben keine Möglichkeiten der Differenzierung.“ Der Gemeinde Holzkirchen sei das Problem seit Jahren bekannt, sagt Bösl. Sie erwartet, dass endlich ein Raumkonzept erarbeitet wird. „So kann es nicht weitergehen.“

Das findet auch Gemeinderat Hubert Müller (FWG). Mit einem Antrag will er Bewegung in die Sache bringen. Müller schlägt vor, das seit zehn Jahren leer stehende Schulhaus in Hartpenning wiederzubeleben. Es dient als Wahllokal, einige Vereine nutzen es als Lager. „Dafür ist es zu schade“, sagt Müller. Die alte Schule in Hartpenning habe vier Klassen- und zwei Lehrerzimmer, Werkraum und Küche. Ein Sportplatz mit Gymnastikhalle sei fußläufig erreichbar. Die Sporteinrichtungen nutzt zwar der TSV Hartpenning, „aber vormittags sind Kapazitäten frei“, sagt Müller.

Denkbar wäre laut Müller, beim Kultusministerium einen Grundschulsprengel zu beantragen. Dann könnten die Hartpenninger Kinder an ihrem Wohnort zur Schule gehen. „Man könnte eine Kombi-Klasse aus erstem und zweitem Jahrgang bilden, so wie in Wall.“ Oder einige Klassen der Quirin-Regler-Schule nach Hartpenning auslagern. Eine Schulbusverbindung bestehe ohnehin.

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits 2011 gab es den Plan, das in den 60er-Jahren erbaute Schulhaus zu renovieren. Damals sollte es als Ausweichquartier dienen für die Dauer der Sanierung der Grund- und Mittelschule an der Baumgartenstraße. Weil die Ertüchtigung des Brandschutzes und der Fluchtwege fast eine Million Euro gekostet hätten, zerschlug sich der Plan. „Natürlich würde die Renovierung jetzt auch nicht billiger sein“, sagt Müller, „aber wir müssen auf die Raumnot reagieren.“ Ein Neubau sei aufwändiger. „Das Gebäude in Hartpenning ist als Schulhaus gebaut worden und wurde nie einem anderen Zweck zugeführt. Man bräuchte kein langes Genehmigungsverfahren.“

Müller hat bereits beim Kultusministerium ausgelotet, ob Chancen bestehen. Die Antwort im Auftrag von Staatsminister Michael Piazolo (FW) liegt unserer Redaktion vor. Demnach hat das Ministerium das Staatliche Schulamt Miesbach um Stellungnahme gebeten. Das Schulamt lehne die Idee nicht ab. Wann sich der Gemeinderat mit dem Antrag befasst, ist noch unklar.

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