Baubeginn nach zehn Jahren Vorplanung: Vor wenigen Tagen starteten bei Holzham die Arbeiten für den Teufelsgraben-Radweg, der entlang des Bahndamms Otterfing und Holzkirchen verbinden wird.
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Baubeginn nach zehn Jahren Vorplanung: Vor wenigen Tagen starteten bei Holzham die Arbeiten für den Teufelsgraben-Radweg, der entlang des Bahndamms Otterfing und Holzkirchen verbinden wird.

Teufelsgraben kommt unter die Räder

Rad-Direktverbindung Otterfing-Holzkirchen: Jetzt wird gebaut

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Zehn Jahre wurde geplant, jetzt wird gebaut: Die Radweg-Direktverbindung zwischen Holzkirchen und Otterfing am Bahndamm entlang wird angepackt. Bei den Kosten zeichnet sich eine Überraschung ab.

Otterfing/Holzkirchen – Zehn Jahre wurde geplant, da tut die letzte Verspätung nicht mehr weh. Der verregnete August verzögerte den Bau des Radwegs zwischen Otterfing und Holzkirchen noch einmal um einige Tage. Jetzt aber rollen die Bagger, die Teufelsgraben-Direktverbindung entlang des Bahndamms wird von Otterfinger Seite angepackt. Bei den Kosten zeichnet sich eine Überraschung ab.

„War ein schwerer Kampf“, sagt Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD), „und ein sehr langer.“ Seit 2011 basteln die Gemeinden Otterfing und Holzkirchen an einer direkten Radverbindung zwischen ihren beiden Bahnhöfen. Das entscheidende Teilstück über den Teufelsgraben ist nur knapp 1,5 Kilometer lang: langwierige Abstimmungen mit der Bahn und dem Naturschutz machten das Projekt indes zur jahrelangen Hängepartie. Jetzt endlich hängt nichts mehr. Läuft alles nach Plan, sollen die Radler den Weg noch heuer befahren können.

Den Auftrag übernahm die Firma Strabag. Wie Sissina Weber, Sprecherin der für den Bau federführenden Gemeindeverwaltung Holzkirchen, auf Anfrage mitteilt, fand das Startgespräch mit der Baufirma am 3. August statt. In der letzten Augustwoche wurde die Trasse abgesteckt, diese Woche begannen die Erdarbeiten. Zwei größere Bauphasen sind geplant: Der Radweg selbst und die Verbreiterung der Querungshilfe auf der Holzkirchner Nordspange (MB 9) – dort, wo der Radweg die Straße in Richtung Otterfinger Weg und Bahnhof quert.

Schüler und Pendler sollen schneller und sicherer nach Holzkirchen radeln

„Dieser Übergang ist sicherer als das schwierige Einfädeln des alten Radwegs am McDonalds-Kreisel“, sagt Falkenhahn. Dort endet der Radweg, der entlang der Staatsstraße von Otterfing nach Holzkirchen führt, sehr abrupt am Kreisverkehr. „Das ist schwer zu überblicken“, findet der Otterfinger Rathauschef. Der neue Weg gefalle ihm besser, weil Schüler und Pendler aus Otterfing hier schneller und sicherer nach Holzkirchen kommen, zur BRB und zu den weiterführenden Schulen. „Hier entsteht eine wichtige Verbindung ins Holzkirchner Zentrum“, erklärt Falkenhahn. Und der alte Radweg bleibe ja erhalten. „Otterfinger haben dann zwei Varianten, um nach Holzkirchen zu kommen.“

Die neue Trasse ist ausdrücklich dafür gedacht, das Alltagsradeln attraktiver zu machen. „Ich erhoffe mir schon, dass einige Pendler aufs Radl umsteigen, wenn sie mit BRB oder Meridian in die Arbeit fahren“, sagt Falkenhahn. Als schöne Ergänzung wünscht er sich das MVG-Leihradsystem, in das sich einige Gemeinden im Landkreis-Norden mit Hilfe des Landkreises einklinken wollen (wir berichteten). Nicht zuletzt fungiert die Teufelsgraben-Passage als erstes Teilstück der Rad-Direktverbindung Otterfing-Gmund – ein ambitioniertes Projekt der Anliegergemeinden; zuletzt wurden erste Vorzugstrassen vorgestellt (wir berichteten). Andocken soll dieser Weg an den Radschnellweg, den der Landkreis München derzeit bis Sauerlach ausbaut. „Wir wollen demnächst mit den Münchnern Kontakt aufnehmen“, sagt Falkenhahn; es gehe darum, einen Anschlusspunkt an den Landkreisgrenzen zu vereinbaren. In Otterfing dürfte dafür der Argeter Weg in Frage kommen.

Attraktive Radschnellwege sind asphaltiert, so ist es auch beim Teufelsgraben-Radweg vorgesehen. Wo ihn die Landwirtschaft mitnutzt, wird er auf drei Meter ausgebaut, sonst auf 2,50 Meter. Eine Beleuchtung ist noch nicht geplant; vorsorglich wird aber ein Leerrohr mitverlegt, um nachrüsten zu können.

Überraschend ist, dass der Bau der Direktverbindung deutlich günstiger wird als befürchtet. Nach Angaben aus dem Holzkirchner Rathaus fallen Gesamtkosten in Höhe von 735 000 Euro an; davon decken staatliche Zuschüsse 221 000 Euro ab. Bürgermeister Falkenhahn geht davon aus, dass die Gemeinde Otterfing gut 200 000 Euro aus eigenen Mitteln beisteuern muss.

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avh

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