Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (2.v.l.) und Vize-Landrat Jens Zangenfeind (2.v.r.) waren die ersten Kunden im neuen machtSINN-Laden von Andrea Brenner und Bernhard Wolf. Foto: Thomas PLettenberg
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Eröffnungseinkauf: Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (2.v.l.) und Vize-Landrat Jens Zangenfeind (2.v.r.) waren die ersten Kunden im neuen machtSINN-Laden von Andrea Brenner und Bernhard Wolf.

Sogar mit Garten im Gewerbegebiet

„Radikal regional“: Neuer machtSinn-Markt in Holzkirchen eröffnet

„Radikal regional“ lautet das Konzept des 2017 gegründeten machtSINN-Markts. Anfang August ist der Laden von Gmund nach Holzkirchen umgezogen. Jetzt hat er eröffnet.

Holzkirchen – Ein Garten mitten im Gewerbegebiet: Das erwartet die Kunden, wenn sie den Genussmarkt machtSINN am neuen Standort in Holzkirchen aufsuchen. Am Freitag feierten geladene Gäste die Einweihung, am Samstag konnten sich alle Holzkirchner beim Tag der offenen Tür ein Bild vom neuen Laden machen.

Wie berichtet, sind die Inhaber Andrea Brenner und Bernhard Wolf Anfang August mit ihrem machtSINN-Markt von Gmund nach Holzkirchen gezogen. Mit dem neuen Standort an der Raiffeisenstraße sind sie sehr zufrieden. „Wir fühlen uns angekommen“, sagte Brenner bei der Eröffnungsfeier. Auch Bürgermeister Christoph Schmid freut sich über den Neuzugang im Gewerbegebiet: „Ich gehe nicht gerne Einkaufen, aber dieser Laden macht Lust auf Einkaufen und Lust auf Essen.“

Doch nicht nur der Standort ist neu, sondern auch der Genussgarten. Hier können Besucher die Spezialitäten des Hauses im Freien genießen. Und das in einer Umgebung, die so gar nicht an ein Gewerbegebiet erinnert.

„Radikal regional“ lautet das Konzept des Ladens, der 2017 in Gmund eröffnete. Der Familienbetrieb schwört auf Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit. Das bemerkte auch der stellvertretende Landrat Jens Zangenfeind. „Man spürt, dass sie das Konzept mit Herzblut verfolgen“, schwärmte er.

Damit sich der Betrieb den Umzug leisten konnte, haben Brenner und Wolf an einemGenussrechte-Pilotprojekt teilgenommen. Die Idee dazu kam von Petra Wähning, Initiatorin der Genussgemeinschaft Städter und Bauern. Das System funktioniert ähnlich wie das der Solidarischen Landwirtschaft: Damit die Unternehmer mit einem verlässlichen Mindestumsatz rechnen können, kann eine Gruppe von Verbrauchern ein Abonnement – das Lokabo – abschließen. Dabei wird den Abonnenten monatlich eine bestimmte Summe vom Benutzerkonto abgebucht. Dafür erhalten sie als Beteiligte im sogenannten Unterstützerkreis bei ihrem Einkauf einen Rabatt. „Für die Verbraucher ist es ein kleiner Schubs, regional einzukaufen. Das Geld ist ja schon abgebucht, also will man auch etwas dafür haben“, erklärte Wähning. Der machtSINN-Laden ist einer von fünf Betrieben, die an dem Projekt teilnehmen.

Die Idee dazu kam Wähning durch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, unter der Unternehmer mit lokalem oder nachhaltigem Konzept oft leiden. Durch die Genussrechte können sie hingegen mit einem festen Grundumsatz rechnen, was ihnen ein „sorgenfreies Wirtschaften“ ermöglicht. In die Genussrechte des Regionalladens haben bereits einige Partner des Ladens, aber auch Bürger aus Holzkirchen und dem Landkreis investiert.

Wolf fühlt sich durch das Konzept bestätigt: „Es gibt einem das Gefühl, dass man etwas richtig macht und dass es Menschen gibt, die das auch so sehen.“

Von Stefanie Fischhaber

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