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Die Bikepark-Anlage für den Nachwuchs ging im Sommer 2016 am Holzkirchner Moarhölzl in Betrieb. Das Projekt für die Erwachsenen ist nun erstmal auf Eis gelegt.

RSLC-Präsident Georg Smolka hat die Nase voll

Radler sind sauer: Erneuter Dämpfer für Bikepark-Pläne

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Die Pläne für den großen Bikepark in Holzkirchen haben erneut einen herben Rückschlag erlitten. Die Behörden bestehen nun auf einer richtigen Erschließung des Areals von der B 13 aus.

Holzkirchen – Georg Smolka ist frustriert. „Ich beerdige den Bikepark erstmal“, sagt der Präsident des Holzkirchner Radsportvereins RSLC. So viel Arbeit habe sein Team in die Pläne gesteckt. So viele Rückschläge mussten sie verkraften. Der letzte hat ihm nun den Rest gegeben. „Das würde bedeuten, dass wir nun eine dritte Planung machen müssten“, sagt er. „Darauf habe ich keine Lust mehr.“

Wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt in der Bürgerversammlung verkündete, hängt die Anlage des Bikeparks am Holzkirchner Moarhölzl „noch von der Klärung verschiedener Fragen ab“. Das Hauptproblem: „In der weiteren Planung wurde ersichtlich, dass eine sachgerechte Erschließung vonnöten ist.“ Eine entsprechende Auflage fordern Staatliches Bauamt Rosenheim sowie Landratsamt. „Auf dieser Basis laufen derzeit Verhandlungen und Gespräche.“

Heißt konkret: „Wir dachten erst, wir können die Erschließung über die Thanner Straße machen“, erklärt Löwis auf Anfrage. Allerdings sei diese angesichts der vielen Leute – es sollen auch Nicht-Mitglieder den Bikepark nutzen dürfen – nicht ausreichend. Die Erschließung müsse über die B 13 erfolgen. Weil es dort aber nicht mal eine Linksabbiegespur gebe, müsse der Bereich aufgerüstet werden. Um so eine sichere Zufahrt zu dem Areal zu gewährleisten. Schon bei der Traglufthalle – die ja nur eine vorübergehende Geschichte ist – hätten die Behörden viele Augen zugedrückt.

Das Dilemma: Da es sich um eine Bundesstraße handelt, muss die Gemeinde auf Entscheidungen von oben warten. Das könne dauern. Unklar ist auch, wer zahlt. Trotzdem bleibt es für die Gemeinde ein Thema: Zudem vage im Raum schwebt, das Eisstadion oder das Frühlingsfest eines Tages auf das Gelände zu verlegen. Zukunftsmusik, auf die die Radler nicht warten können. „Das wirft die Planungen der Radsportler wieder zurück“, weiß Löwis. Man müsse nun Fakten durchchecken.

Für Smolka gibt es im Moment nichts mehr zu bereden. Zu kompliziert war schon die Vorgeschichte: Nach der Einführung des Nutzungskonzepts am Kogl durften die Mountainbiker dort nicht mehr fahren (wir berichteten). Auch die Pläne am Taubenberg scheiterten. Nagelbretter sorgten hier für Wirbel. Mit Entwürfen für einen Bikepark am Moarhölzl blitzten die Radsportvereine RSLC und Équipe Vélo Anfang 2016 zunächst ab, hauptsächlich wegen der hohen Kosten. Lediglich eine Anlage für den Nachwuchs durften sie unweit der Traglufthalle bauen.

Ende 2016 wendete sich das Blatt plötzlich. Die Gemeinde erklärte sich bereit, den Radlern eine Fläche am Moarhölzl kostenlos zu überlassen, damit diese in Eigenregie dort einen Bikepark errichten können. Auch, weil diese eine günstigere Lösung und Sponsoren präsentiert hatten. Die Anlage sollte mit Aushubmaterial aus der B-318-Baustelle gebaut werden, was die Kosten senkte. Für Unterhalt und Versicherung hätten die Sportler selbst aufkommen müssen. Der Hauptausschuss segnete eine Absichtserklärung ab. Der Gemeinderatsbeschluss stand noch aus. Die Anlage sollte im Sommer 2017 in Betrieb gehen.

Jetzt hänge alles wieder in den „Behördenmühlen, die langsam mahlen“, klagt Smolka. Natürlich sei ihm die Sicherheit, vor allem die der Kinder auch wichtig, aber: Schon jetzt würde sich der Nachwuchs, für den es eine Anlage am Moarhölzl gibt, vor dem Training am neuen Friedhof versammeln – und von dort gemeinsam zum Ziel fahren. Der Verein habe viel Arbeit in die Bikepark-Pläne gesteckt – rein ehrenamtlich. Alles für die Katz. Das Aushubmaterial an der B 318 könne man nicht lagern – viel zu teuer und umständlich wäre das. „Das hätte man direkt von der Baustelle hinfahren müssen.“

Den Park für die Kids wollen die Vereine auf jeden Fall weiter betreiben, sagt Smolka. Erste Erosionen an der Anlage sollen ausgebessert werden, dafür habe man extra einen Landschaftsgärtner engagiert. Trotz der Rückschläge versucht Smolka, gelassen zu bleiben. „Das Leben geht auf und ab“, sagt er. Wie in einem Bikepark.

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