Seit Jahren ein eingespieltes Team: Vorstandssprecher Konrad Buckel (r.) und Vertriebsvorstand Peter Ungelenk.

Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing

Trotz eines stolzen Bilanzgewinns: Dividende muss noch warten

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Bilanz für 2019 fällt sehr gut aus. Doch die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing muss damit leben, dass die Corona-Krise auch die prächtigen Geschäftszahlen des Vorjahres überschattet. Eine Dividende würde die Bank gerne auszahlen, darf aber vorerst nicht.   

Holzkirchen Das Geschäftsjahr 2019 – es liegt gefühlt eine halbe Ewigkeit zurück. Corona hat eine „neue Wirklichkeit“ eröffnet, in der sich die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing wacker geschlagen hat. Allerdings gilt für die kleine Regionalbank das gleiche Diktum wie für große Aktiengesellschaften: Eine Dividende darf vorerst nicht ausgezahlt werden.

Dabei könnten sich die 6695 Mitglieder durchaus auf die Ausschüttung freuen, schließlich wurde im Vorjahr ein Bilanzgewinn von fast 540 000 Euro erwirtschaftet, wie die Bank jetzt mitteilte. 2019, als der vorausgegangene Gewinn niedriger lag, lag die Dividende bei fünf Prozent.

Vertreterversammlung musste verschoben werden

Die Höhe der neuen Dividende ist noch nicht festgelegt, weil coronabedingt die Vertreterversammlung verschoben wurde. Zudem sieht die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) angesichts der Covid-19-Pandemie und der daraus entstehenden Rezession die Notwendigkeit, dass Banken bis Oktober 2020 keine Dividende ausschütten.

„Nutznießer der Dividenden von Genossenschaftsbanken sind allerdings nicht wie bei Großbanken die Aktionäre, sondern ihre Mitglieder“, betont Vorstandsvorsitzender Konrad Buckel. Die Dividende komme also direkt Menschen in der Region zugute. „Wir wären in der Lage, eine angemessene Dividende zeitnah auszuschütten“, sagt Buckel, „dennoch folgen wir der Vorgabe der BaFin.“ Die Vertreterversammlung soll erst im vierten Quartal stattfinden.

Corona verursacht erhöhten Beratungsbedarf

Den Corona-Sturm hat die Bank bis dato gut abgeritten. „Gerade in der Anfangsphase verzeichneten wir bei Firmen- und bei Privatkunden einen erhöhten telefonischen Beratungsbedarf“, sagt Vertriebsvorstand Peter Ungelenk. Es ging meist um staatliche Kredite sowie um Bitten, bei der Schuldentilgung eine Pause einlegen zu können.

Stärker denn je werde seit Ausbruch der Pandemie Online-Banking nachgefragt, sagt Buckel. Nach wie vor lege man aber Wert auf persönlichen Service und Nähe. „Deshalb haben wir die Geschäftsstelle in Otterfing komplett modernisiert.“

Kundeneinlagen kletterten auf 315,2 Millionen Euro

Würde Corona nicht alles überschatten, könnte man sich über schöne Zahlen des Geschäftsjahres 2019 freuen. Die Bilanzsumme stieg gegenüber 2018 um 22 Millionen Euro, was einer Steigerung von sechs Prozent entspricht. Die Kundeneinlagen kletterten um 14,1 Millionen auf nunmehr 315,2 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft verzeichnete eine Steigerung von 6,7 Prozent.

Bereits 2014 begann die Bank, das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus des Geschäftsmodells zu rücken. „Immer mehr Menschen hinterfragen, was genau mit dem angelegten Geld finanziert wird“, freut sich Buckel. Dieser Schwerpunkt verschaffte der Regionalbank sogar deutschlandweit Bekanntheit. „Seit zwei Jahren erreichten uns mehrfach Anfragen zu unserem Geschäftsmodell“, berichtet Stephan Müller, der als Nachhaltigkeitsbeauftragter der Bank fungiert.

Wie wird das Jubiläum 2021 gefeiert?

Ein weiterer „Schwerpunkt“ soll nächstes Jahr im Mittelpunkt stehen: Die Bank blickt dann auf ihr 125-jähriges Bestehen zurück. „Wir würden gerne feiern“, sagt Buckel, „aber wie das funktionieren könnte, kann heute noch niemand sagen.“

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