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Zu eng geworden ist das Holzkirchner Rathaus. Dabei wurde das Gebäude erst 1999 bezogen. Der Nebau kostete rund 5,6 Millionen Euro.

Erweiterungspläne

Das Rathaus braucht mehr Platz

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Holzkirchen - Es zwickt und zwackt an allen Ecken: Das Holzkirchner Rathaus ist zu eng geworden. Die Verwaltung liebäugelt mit einem Anbau Richtung Herdergarten. Doch noch ist nichts beschlossen. Gewünschter Einzugstermin: 2018.

Es war ein schleichender Prozess. „Man kann das jetzt nicht an einem Punkt festmachen“, sagt Robert Haunschild. Die Aufgaben wuchsen, schluckten immer mehr Kapazitäten. Und brachten das Rathaus an seine Grenzen. Ähnliche Aussagen traf Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) kürzlich in der Bürgerversammlung: „Die Anforderungen an die Gemeindeverwaltungen haben in den vergangenen Jahren stetig zugenommen“, erklärte er. Diese Aufgabenfülle machte und mache mehr Personal erforderlich. „Dadurch erhöht sich der Bedarf an weiteren Räumen für unsere Mitarbeiter.“ Will heißen: Das Rathaus muss wachsen. 

Ein Anbau soll her, wahrscheinlich Richtung Norden und Herdergarten. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss gefasst, und die Verwaltung damit beauftragt, erste Planungsschritte einzuleiten. Mehr hat der Gemeinderat noch nicht beschlossen. Erst vor einigen Tagen gab es wieder eine Besprechung mit einem Architekten. „Er hat Hausaufgaben mitbekommen“, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Haunschild. 

Dabei ist das jetzige Rathaus noch gar nicht so alt, es wurde 1999 bezogen. Der Neubau verschlang damals gut 5,6 Millionen Euro. Man dachte, das reicht für die nächsten 50 Jahre. Weit gefehlt. 

Die Marktgemeinde hat zu Zwischenlösungen gegriffen: Zum Beispiel funktionierte sie Besprechungsräume in Büroräume um. Fraktionszimmer, das Arbeitsgericht und weitere Beratungsräume wurden in der benachbarten Agentur für Arbeit zur Miete ausgelagert. Laut Haunschild liebäugelt die Gemeinde sogar damit, das Agentur-Gebäude zu kaufen. „Die haben sich mal mit Verkaufsabsichten getragen“, weiß er. Denn während das Rathaus aus allen Nähten platzt, sei der Agentur die Fläche zu groß geworden. Sie suche eine andere Immobilie. „Aber sie haben noch nichts kleineres und zentrales gefunden.“ Deshalb seien diese Pläne vorerst auf Eis gelegt. 

Beerdigt sei das Vorhaben, eine Brücke ins alte Rathaus zu schlagen. „Da ist auch nicht ausreichend Platz“, erklärt Haunschild. Außerdem hätte die Gemeinde dann neue Räume für die Bücherei finden müssen, die sich obendrein am jetzigen Standort sehr wohl fühle. 

Also wird es wohl auf einen Anbau herauslaufen. Wie dieser aussehen soll, ist noch offen. „Das befindet sich alles im Vorplanungsstadium“, betont der Geschäftsführer. „Wir hatten schon Entwürfe vorliegen, aber da ist noch nichts spruchreif.“ Eine der Varianten, die in der Vergangenheit auftauchte, sah einen von Säulen getragenen Bau über den Parkplätzen vor. So viel steht fest: Man wolle Richtung Herdergarten, also auf einer Fläche zwischen Rathaus und JUZ anbauen, sagt Haunschild. Entsprechenden Grund besäße die Gemeinde bereits. „Ich befürchte, dass die sechs Parkplätze direkt am Rathaus der Vergangenheit angehören werden.“ Das sei aber durchaus verträglich. Laut dem Gutachten des Verkehrsexperten Ralf Kaulen gebe es in diesem Bereich genug Parkplätze, so Haunschild. 

Auf jeden Fall forciere man eine zentrale Lösung. „Es ist nicht sinnvoll, die Verwaltung in verschiedenen Gebäuden unterzubringen“, so Löwis. Alles müsse Hand in Hand gehen, im Namen der Bürgerfreundlichkeit, ergänzt Haunschild.

 Wünschenswert sei außerdem ein separater Trauungsraum: Momentan finden die Trauungen neben dem Bürgermeisterzimmer statt, quasi in der Kernzelle der Verwaltung. Hier störe man sich gegenseitig, meint Haunschild. Die vielen Gäste samt Blasmusik beeinträchtige die Konzentration der Mitarbeiter. Und inmitten der Verwaltung sei das Ambiente für eine Hochzeit nicht unbedingt feierlich. Im Prinzip benötige das Rathaus acht bis zehn zusätzliche Büros, schätzt Haunschild plus ein paar Besprechungsräume. 

Die Kosten sind noch offen. Im Finanzplan 2015/2016 hatte man unverbindlich rund 800 000 Euro reserviert, auch um die Planung anzustupsen. Konkreter wird’s beim Zeitplan: „Unser Wunsch ist, dass wir 2018 schon einziehen können“, sagt Haunschild. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Von Marlene Kadach

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