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Bunte Luftballons ließen die Absolventen der Oberland Realschule in Holzkirchen aufsteigen. Fünf Klassen mit 132 Prüflingen verabschiedeten sich.  

Absolventen verabschiedet

Realschule Oberland feiert erfolgreichen Jahrgang: Der Schulzeit die Krone aufgesetzt

  • vonHeidi Siefert
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Es war ein schwieriges Jahr, aber ein exzellenter Jahrgang. Bei der Verabschiedung der Absolventen der Oberland Realschule gab’s viel zu feiern.

Holzkirchen – Ob Joachim Fischer auch einen bunten Luftballon in den Himmel steigen ließ? Die Wünsche auf der Karte des Rektors der Oberland Realschule hätten wohl eingeschlossen, nächstes Jahr wieder in gewohnter Weise feiern zu können. So schaute er ein bisschen unglücklich von seiner Miniaturbühne auf die mit wenigen Stehtischen bestückte Turnhalle, in der klassenweise die Absolventen verabschiedet wurden. „Das war jetzt alles ein bissl Express. Leider gibt‘s dieses Jahr nichts anderes her“, bedauerte Fischer, indes Elternbeiratsvorsitzende Martina Koll ihn augenzwinkernd auf den Arm nahm. Jahrelang habe er beklagt, zu wenige Buben im Kreis der Allerbesten zu haben. Und nun, da erstmals vier der fünf für besonders gute Noten Ausgezeichneten junge Männer sind, gebe es keine Gelegenheit zum historischen Gruppenfoto.

Zwei Cousins holen sich die 1,0 

Zweimal gab es die 1,0. Zweimal von Buben erreicht. Und das als Familienangelegenheit. Die Cousins Seppi und Maxi Huber waren die Besten eines hervorragenden Jahrgangs. „98,68 Prozent haben bestanden. 16 Prozent haben eine Eins vor dem Komma“ freute sich der Schulleiter, der betonte, dass Corona nicht nur Biersorte und Virus sei. „Ursprünglich ist Korona die Krone, und ihr habt eure Schulzeit nun gekrönt.“

Musikalische Darbietungen der Schüler gab es ebenso wenig wie die sonst üblichen Kinderfotos auf der Leinwand. Den Abschlussball ohnehin nicht. Doch eines wollte sich Fischer nicht nehmen lassen. Mit Maske, Handschuhen und Segen des Gesundheitsamtes verabschiedete er sich von allen per Handschlag. Seine Großen nur vorbei defilieren und ihr Zeugnis von einer Ablage nehmen sehen, wäre zu wenig gewesen. „Ihr wart ein toller Jahrgang“ verabschiedete er sich fünfmal an diesem Tag. Nicht ohne den Eltern für den angenehmen Umgang zu danken: „Bei uns stehen Gott sei Dank noch keine Rechtsanwälte vor der Tür.“

Fünf Klassen verabschiedet

Fünfmal ging Fischer dabei auf die Besonderheiten jeder Klasse ein. Und auch Martina Koll hatte für alle etwas vorbereitet. So erinnerte sie die Mathematiker daran, wie wichtig Humor gerade in schweren Zeiten sei, auch wenn im Lexikon stehe, dass er in der Mathematik nichts verloren habe. Den Betriebswirtschaftlern wünschte sie, viele Ertragswerte verbuchen zu können. Den Tapferen, die sich im Französischzweig mit zwei Fremdsprachen auseinandersetzten, rief sie mit Franz von Sales zu, dass für ein tapferes Herz nichts unmöglich sei, um schließlich im Kunstzweig bei Picasso zu enden.

Seppi und Maxi Huber überreichte Koll im Namen des Elternbeirates personalisierte Schlüsselanhänger und jedem hundert Euro aus einer gut gefüllten Kasse nach einem Jahr ohne große Ausgaben. Nach Schüler-Ansprachen und Ehrung von Klassenbesten und sozial Engagierten ging es zügig zum Defiliermarsch aus der Halle, in der flugs die stilvoll dekorierten Tische desinfiziert wurden. Und während die Familien an namentlich zugeteilten Tischen in der Aula mit Mitgebrachtem anstießen, organisierte ein Lehrer schon am Turnhallen-Eingang die nächste Klasse, die festlich gekleidet in Familien-Grüppchen auf Einlass wartete.

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