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Stolz auf den markanten Holzbau: Zum Richtfest von St. Josef in Holzkirchen am Dienstagabend begrüßte Pfarrer Gottfried Doll (v. l.) unter anderem die beiden Zimmerer Johannes Wiesler und Freddy Oberle sowie Matthias Hefter (Pfarrgemeinderat) und Kirchenpfleger Bernhard Burgmayr.

Richtfest für Kirche St. Josef

Der Blick geht nach oben

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Holzkirchen - Der Blick wandert aufwärts, nach oben, wie gezogen. Wer in der neuen Holzkirchner Holzkirche steht, spürt diesen Impuls sehr schnell. Beim Richtfest am Dienstag entfaltete der markante Neubau, der eine Raumhöhe von 20 Metern erreicht, erstmals offiziell seine Wirkung. 10,63 Millionen Euro investiert das Ordinariat in diese neue Kirche samt benachbarter Kapelle. In einem Jahr soll der erste Gottesdienst gefeiert werden.

Der Richtspruch erklang in ungewöhnlicher Tonart. Zimmerer Johannes Wiesler und sein Kollege Freddy Oberle – ein Hubwagen hatte sie fünf Meter in die Höhe geschraubt – formulierten ihren Dank und Segenswünsche in sauberem Südschwarzwälder Dialekt. „Diese Kirche ischt ein Meisterstück“, klang es von der Höhe. Ein Meisterstück made in Südbaden: Die höchst anspruchsvolle Holzkonstruktion wurde von der Firma Amann aus dem badischen Weilheim-Bannholz im Werk vorgefertigt und in den vergangenen Wochen in Holzkirchen montiert.

Allein in der Kirche – die Kapelle Hl. Familie daneben wirkt architektonisch wie ein kleiner Bruder – stecken 667 Kubikmeter Holz. Einzeln wurden die dreieckigen „Waben“, jedes ein Unikat, miteinander verbunden. 50 000 Schrauben drehten die Zimmerer, 100 000 Nägel schlugen sie ein. Die Konstruktion ist fertig, noch steht ein über 20 Meter hohes Gerüst in der Mitte des stumpfen Kegels. Am Boden bekommt der Kirchenraum einen Durchmesser von bis zu 28 Metern. Bedacht wird das Bauwerk von einem etwa acht mal zwölf Meter großen, elliptischen und leicht geneigtem Oberlicht, gekrönt wird der Bau von einem Kreuz. Auf der Außenhaut haben die Arbeiter begonnen, die Holzschindeln aufzunageln. Insgesamt sind an Kirche und Kapelle nicht weniger als 150 000 Schindeln anzuschlagen, die eine Fläche von 2000 Quadratmetern bedecken. „Das Holz gibt Wärme allem Leben“, hieß es im Richtspruch.

Bürgermeister Olaf von Löwis, gelernter Förster, hörte das gerne: „Dieser Bau hat das Zeug zu einem Holzkirchner Wahrzeichen.“ Pfarrer Gottfried Doll sprach von einem „einzigartigem Objekt“. Zwar gibt es kritische Stimmen, die den Entwurf des Münchner Architekten Eberhard Wimmer als „überteuerten Kühlturm“ abtun; doch diese Kritik bleibt hinter vorgehaltener Hand. „Ich höre nur Positives“, sagte Kirchenpfleger Bernhard Burgmayr.

Rund 400 Sitzplätze wird die neue Pfarrkirche bieten, versammelt um einen zentralen Altar. In der Kapelle, die auf eine Höhe von knapp elf Meter kommt, finden 50 Gläubige Platz. Bis Weihnachten soll nun auch die Kirche endgültig „dicht“ sein, samt Glasdach. Dann beginnt der Innenausbau. Die alte Orgel wird wieder Verwendung finden, muss aber umgebaut werden. Die markante Bronzetür der alten Kirche schmückt künftig die Kapelle.

Bis Ende 2017 sollen Kirche, Kapelle und der Zwischenbau mit Sakristei und Foyer fertig sein. Für den zweiten Bauabschnitt mit Pfarrhaus und weiteren Räumen wird laut Ordinariat die bisherige Planung derzeit noch überarbeitet.

avh

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