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Smart Camps: Aufklärungsarbeit, die Spaß macht. 

Projektwoche am Gymnasium Holzkirchen

Der richtige Umgang mit dem Internet

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Das Internet birgt sowohl Chancen, als auch Risiken. Im Zuge einer Projektwoche wurde am Holzkirchner Gymnasium jüngst Aufklärungsarbeit geleistet. 

Holzkirchen – Welche Chancen und Risiken bergen die sozialen Medien Instagram und Snapchat? Welche persönlichen Informationen kann ich im Netz bedenkenlos preisgeben? Wie unterscheide ich im Internet zwischen zuverlässigen Quellen und sogenannten „Fake News“? Fragen wie diesen sind die 80 Schüler der neunten Jahrgangsstufe am Gymnasium Holzkirchen in den vergangenen drei Tagen auf den Grund gegangen – bei der digitalen Projektwoche der BG3000.

Bei der BG3000 handelt es sich um eine IT-Modellregion im nordrhein-westfälischen Bad Godesberg. Die Gründung als Start-Up vor rund zwei Jahren geht auf Simone Stein-Lücke zurück. Der Grund: „Weil die digitale Bildung in Deutschland nicht sehr fortgeschritten ist“, verrät Alina Lux, Projektleiterin des Smart Camps als Vertreterin von Stein-Lücke vor Ort. „Wir wollen schauen, wie wir die Schüler da unterstützen können.“

Ziel der Veranstaltung ist es, die Schüler medienpädagogisch weiterzubilden und zu helfen, das Erlernte in der Praxis anzuwenden. „Die Schüler sollen auch hinter den Bildschirm blicken anstatt das Internet blind zu nutzen“, sagt Lux. Dass dies in der heutigen Zeit unabdingbar ist, das weiß auch die Schirmherrin der Projektwoche an der „Vorzeigeschule“, Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Die Digitalisierung schreitet in Deutschland rasant voran und nimmt im privaten und beruflichen Kontext einen immer größer werdenden Bereich ein.“ Umso wichtiger sei es, bereits Kindern und Jugendlichen das Erlangen einer fundierten Medienkompetenz zu ermöglichen.

Diese konnten sich die Neuntklässler am Holzkirchner Gymnasium – übrigens eine von bayernweit nur drei Schulen, an denen die Smart Camps Station machen – mittels eines Films sowie sechs 90-minütigen Modulen aneignen: Medieknigge/Respekt im Netz, Live-Hacking, Youtube – „Broadcast Yourself“, Instagram & Snapchat, Prezi – Powerpoint war gestern und Journalismus im digitalen Zeitalter. Diese bestehen jeweils aus einem theoretischen sowie einem praktischen Teil.

Bei letzterem lernten die Teilnehmer beispielsweise die journalistischen und die neuen, digitalen Darstellungsformen kennen. Im anschließenden kreativen Teil kam dieses Wissen dann gleich zur Anwendung: Die Schüler mussten eine interaktive Reportage erstellen. „Das war crossmedial, also Audio, Video, Bild und Text“, sagt Modulleiterin Jaqueline Bloem.

Neben Schulleiter Axel Kisters und den Schülern brachte auch Ministerin Aigner ihre Begeisterung zum Ausdruck: „Hier ist es hervorragend gelungen, Wissen zu erlernen. So einen Kurs könnte ich mal gebrauchen.“ Und nicht nur sie. Auch an anderen Schulen im Landkreis dürfte der Ruf nach einem solchen Projekt laut werden. „Wir sind bundesweit unterwegs“, sagt Bloem. „Die Schulen können sich bewerben. Oder die Schirmherren treten an uns heran.“ So wie Aigner im Falle ihrer „Vorzeigeschule“.

Das sagen die Schüler

Christian Bonev (14, l.): „Ich verbringe relativ viel Zeit im Internet, drei Viertel davon in den sozialen Medien. Ich habe durch die Smart Camps viel Neues gelernt und vieles, was ich schon wusste, weiter vertieft. Ich denke, ich habe jetzt ein sehr breites Basiswissen. Mir haben im Prinzip alle Module gut gefallen. Uns Schülersprechern wurde das Projekt schon im Vorfeld vorgestellt. Wir fanden das eine schöne Idee. Wir können wirklich zufrieden sein, dass wir das an unserer Schule hatten.“

Lotte Ammann (15, 3.v.l.): „Ich verbringe relativ wenig Zeit in den sozialen Medien. Ich nutze eigentlich hauptsächlich WhatsApp, um mit Freunden und der Familie in Kontakt zu bleiben, und ab und zu Instagram. Ich habe durch die Smart Camps viel für mein Leben gelernt. Ich werde künftig beispielsweise Prezi statt Powerpoint für meine Präsentationen nutzen, das ist sehr praktisch. Ich fand es auch interessant zu sehen, wie man bei Youtube durch Produktplatzierungen getäuscht wird. Der Film, den wir zu Beginn angeschaut haben, hat mir so ein bisschen die Augen geöffnet, was die Gefahren in den Sozialen Medien angeht.“

Ann-Christin Ahner (15, 2.v.l.): „Ich verbringe viel Zeit im Internet, meine Eltern haben da aber schon ein Auge drauf. Ich habe bis jetzt zwei Module besucht: Instagram & Snapchat, weil ich beides täglich nutze. Was ich da gelernt habe, habe ich bisher aber noch nicht ausprobiert – bis jetzt habe ich kein neues Foto hochgeladen. Ich hoffe aber, dass ich dann neue Follower bekomme. Als zweites Modul habe ich Prezi gewählt, weil ich viele freiwillige Referate halte. Prezi ist viel anschaulicher als Powerpoint.“

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