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„Das Stehlen ist Tradition“: Leonhard Grassinger (l.), Vorsitzender der Feuerwehr Roggersdorf, und Mitglied Hans Schneider mit ihrem Maibaum. 

„Wir sind da nicht nachtragend“

Roggersdorfer Maibaum bei Klau-Versuch beschädigt

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Den Maibaum der Roggersdorfer Feuerwehr zu stehlen, ist beinahe unmöglich - Versuche gab es dennoch schon drei. Beim ersten wurde er beschädigt, den zweiten und dritten vereitelte ein Anwohner. 

Holzkirchen – Am kommenden Montag ist es so weit: In zahlreichen Gemeinden beziehungsweise Ortsteilen wird eine neuer Maibaum aufgestellt. Im Vorfeld heißt es: aufpassen. Denn wird der Baum geklaut, ist als Ablöse traditionell eine Brotzeit fällig. Um die sind die Roggersdorfer noch einmal herumgekommen. Warum, das erzählt Leonhard Grassinger, Vorsitzender der Roggersdorfer Feuerwehr, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Grassinger, Unbekannte haben versucht, den Maibaum der Roggersdorfer Feuerwehr zu stehlen. Warum sind sie gescheitert?

Wir haben den Baum am Sappl-Hof liegen. Um ihn überhaupt dort unterbringen zu können, mussten wir den Baum mit einem Bagger über ein Gebäude heben. Den brauchen wir dann auch wieder, um ihn herauszuheben. Wir halten auch kaum Wache. Den Baum zu stehlen, ist nämlich nahezu unmöglich. Damit haben die Maibaumdiebe wohl nicht gerechnet – sie hatten kein schweres Gerät dabei. Hätten sie den Baum rausgebracht, dann hätten sie sich aber auf jeden Fall eine Brotzeit als Ablöse verdient gehabt.

Wann ist das passiert und wie haben Sie das bemerkt?

Das muss am Sonntag vor rund zwei Wochen gewesen sein. Wir haben es deswegen bemerkt, weil die Diebe unseren Baum beschädigt haben. Wir mussten rund dreieinhalb Meter abschneiden. Das fällt aber fast nicht auf, der Baum hat immer noch etwa 29 Meter.

Wie viel Mehraufwand mussten Sie betreiben, um den Baum doch noch rechtzeitig in Form zu bringen?

Wir mussten ihn nur abschneiden und neu zuhobeln, sodass der Gockel auf die Spitze passt. Gestrichen war der Baum zu dem Zeitpunkt zum Glück noch nicht. Jetzt müssen noch die Fahnenbalken und die Figuren angebracht werden.

Haben die Diebe jetzt mit Konsequenzen zu rechnen?

Nein, das Stehlen ist Tradition, das gehört dazu. Das haben wir auch schon gemacht. Da kann der Baum auch mal zu Schaden kommen. Ich finde es nur traurig, dass man den Baum dann einfach liegen lässt und abhaut, ohne etwas zu sagen.

Angenommen, die Diebe geben sich Ihnen zu erkennen. Gibt es Bedingungen für eine Versöhnung?

Wir sind da nicht nachtragend. Die Burschen sollen einfach am Montag um 10 Uhr zum Aufstellen vorbeikommen, dann kriegen sie danach im Bierzelt eine Brotzeit und Bier. Bei einer Halben Bier kann man doch über alles reden. Und dann ist das ganz schnell wieder vergessen.

Begehrter Baum: Doppelter Klau-Versuch in der Nacht zum Donnerstag

In der Nacht zum Donnerstag wäre die Brotzeit beinahe doch noch fällig geworden – diesmal waren die Diebe nämlich mit schwerem Gerät angerückt. „Sie hatten den Baum schon ein Stück übers Dach gehoben, dann ist aber ein Anwohner wach geworden“, sagt Hans Schneider von der Feuerwehr Roggersdorf. Die Diebe flüchteten, wagten wenig später aber einen weiteren Versuch – auch dieser scheiterte am leichten Schlaf des Anwohners. Für den Baum ging es diesmal glimpflich aus. „Sie haben ihn nur ein bisschen an der Farbe beschädigt.“ Ob es sich um die selben Diebe handelt, ist nicht bekannt.

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