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Ende Januar 2017 fand erstmals ein Runder Tisch Jugend in Holzkirchen statt.

Runder Tisch im Rathaus

Was die jungen Holzkirchner bewegt

Was wünschen sich eigentlich die jungen Bewohner der Marktgemeinde? Der Runde Tisch Jugend bot Gelegenheit, die drängenden Themen in großer Runde zu diskutieren. Was sie bewegt:

Holzkirchen – Zum zweiten Mal hatten die drei Holzkirchner Jugendbeauftragten Claudia Nitsch (27), Max Knopp (23) und Max Röger (16) nun Vereine und Einrichtungen an einen Runden Tisch geladen, um über die Belange der jungen Einwohner zu sprechen. Im großen Sitzungssaal des Rathauses wurde in großer Runde mit rund 20 Anwesenden diskutiert.

Dabei wurden auch die Pläne der Gemeinde für die Freizeitmeile am Bahnhof präsentiert, an denen die Jugendbeauftragten mitgewirkt hatten. 660 000 Euro steckt die Kommune in das Projekt mit Multifunktionsspielfeld, Rasenspielfläche samt Slacklinepfosten, teilweise überdachtem Sitzbereich mit Feuerstelle, einer Grünfläche mit Außen-Fitnessgeräten und einer Toilettenanlage. Der Bauantrag der Gemeinde liege noch zur Genehmigung am Landratsamt, erklärte ein Rathaus-Mitarbeiter: „Da sind uns die Hände gebunden. Auch was die Öffnungszeiten angeht.“

Lesen Sie auch: Holzkirchen, was bewegt dich? Wir wollen die neue Identität der Marktgemeinde aufspüren

Ministrantenvertreterin Sophie Nerb wünschte sich indes lange Öffnungszeiten, damit die Jugendmeile neben dem Skatepark auch breit nutzbar wird. „Dann können sich auch Studenten und berufstätige junge und ältere Menschen nach der Arbeit oder der Uni noch bewegen“, appellierte sie. Auch eine Nutzung am Wochenende sei sehr wichtig. Franz Lutje von „Holzkirchen engagiert“ stellte sich vor, die Betonwände mit großen Graffiti besprühen zu lassen. „Wir sollten den Park zu unserem machen und die Jugendlichen einbeziehen. So kann am besten Verantwortung übernommen werden.“ Streetworker Christian Probst lobte die rasche Umsetzung der Freizeitmeile. „Die Meile wird eine wichtige Schnittstelle zwischen Jugendlichen, die im Verein sind und denen, die keinem Verein zugehören. Es ist gut, wenn alle zusammenkommen und sich sportlich betätigen.“

Nach einer Lösung wird derweil für den früheren Krankenhauspark gesucht. Die Parkanlage ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Lutje fand: „Da ist jede Menge positives Potenzial, genau wie auf dem Gelände der ehemaligen Traglufthalle im Moarhölzl.“ Doch der Treffpunkt Krankenhauspark birgt auch Konfliktpotenzial. Seit Jahren beklagen Nutzer der benachbarten Tennisplätze und Anwohner immer wieder laute Musik und hinterlassenen Müll, immer wieder gibt es auch Fälle von Vandalismus im Umfeld.

Nerb wies auf ein anderes drängendes Problem hin, das nicht nur, aber eben gerade auch junge Holzkirchner auf dem Weg in die Eigenständigkeit betrifft: den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. „Ich habe jetzt fertig studiert und kann mir hier nur ein winziges Appartement leisten“, erklärte Nerb. „Es kann doch nicht sein, dass junge Menschen, die sich in Holzkirchen ehrenamtlich engagieren, hier wegziehen müssen, weil der Wohnraum zu teuer ist.“

Stefan Kammler vom Förderverein Eis- und Mehrzweckzentrum Holzkirchen stellte beim Runden Tisch dessen Projekt „Holzkirchner Eishalle“ vor. Jugendbeauftragter Max Knopp forderte im Anschluss der Präsentation, den Förderverein zu unterstützen. Alle Anwesenden waren seiner Meinung, der Beschluss wurde also gefasst.

Bürgermeister Olaf von Löwis lobte das Engagement der drei Jugendbeauftragten. „Es ist wichtig, dass jemand Verantwortung übernimmt“, sagte der Rathauschef. „Und das macht Ihr sehr professionell.“

Kathrin Suda

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