Hier bahnt sich eine Sackgasse an: Die Gemeinde will die Baumgartenstraße hier im Bereich kurz vor der Ampel (im Hintergrund) abgesehen von wenigen Ausnahmen für den Kraftverkehr dicht machen.
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Hier bahnt sich eine Sackgasse an: Die Gemeinde will die Baumgartenstraße hier im Bereich kurz vor der Ampel (im Hintergrund) abgesehen von wenigen Ausnahmen für den Kraftverkehr dicht machen.

Durchfahrtsbeschränkung ist aber beschlossene Sache

Sackgasse Baumgartenstraße: Gemeinde Holzkirchen wartet mit Umsetzung noch ab

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Baumgartenstraße in Holzkirchen soll für den motorisierten Verkehr offiziell zu einer Sackgasse werden: Das hat der Gemeinderat vor rund fünf Monaten beschlossen. Die Umsetzung aber liegt weiter auf Eis.

Holzkirchen – Die plötzliche Wende hatte sie überrascht: Nach der geplanten Durchfahrtsbeschränkung für die Baumgartenstraße in Holzkirchen hat sich Grünen-Gemeinderätin Anita Gritschneder jetzt im Verkehrsausschuss erkundigt. Sie wollte wissen, ob die Sperre nun doch nicht so umgesetzt werde, wie im Empfehlungsbeschluss des Ausschusses vorgegeben.

Wie berichtet, will die Marktgemeinde die Verkehrssituation an der Baumgartenstraße entschärfen. Denn wenn es sich bei schönem Ausflugswetter oder im Berufsverkehr auf der parallel verlaufenden Tölzer Straße staut, weichen viele Fahrer auf die Baumgartenstraße aus. Anwohner klagen über den Verkehr. Im Oktober 2020 hatte der Verkehrsausschuss des Gemeinderats nach langem Ringen empfohlen, eine Durchfahrtsbeschränkung für die Baumgartenstraße einzurichten. Demnach sollte ein 45 Meter langer Abschnitt für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, in dem Bereich zwischen dem südlichen Rand des Batusa-Parkplatzes bis zur Einmündung des Fußwegs an der Turnhalle. Ausnahmen sollten für Einsatzfahrzeuge und Busse gelten. Auch Feuerwehrleute, die bei einer Alarmierung mit dem Privatauto zur Wache fahren, hätten freie Fahrt gehabt. Genau darauf lag der Fokus der ursprünglichen Diskussion.

Bislang aber wurde die Sperre nicht eingerichtet. Wie Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) vor Kurzem gegenüber unserer Zeitung erklärte, hat das vor allem zwei Gründe: Zum einen hatten Polizei, Feuerwehr und weitere Rettungskräfte darauf hingewiesen, dass bei größeren Festivitäten im Ortskern Teile der Münchner Straße gesperrt werden. Mache man zusätzlich die Baumgartenstraße dicht, könnte es bei einem Einsatz eng werden, befürchten die Blaulichtorganisationen.

Zum anderen legt der geplante Neubau der Mittelschule laut Schmid der Durchfahrtsbeschränkung Steine in den Weg. Die Errichtung des provisorischen Containerbaus an der Baumgartenstraße soll heuer im Herbst starten. Die Abwicklung des Baustellenverkehrs müsse geregelt werden, so Schmid. Daher möchte man sich nichts verbauen.

Gritschneder wollte sich mit der Antwort nicht zufriedengeben. Dass die Mittelschule neu gebaut werde, habe man schließlich auch im Oktober gewusst, als der Beschluss fiel. Genauso wunderte sie sich über den neuen Einwand der Blaulichtorganisationen. „Damals standen wir doch in Kontakt mit ihnen und haben nachgefragt.“ Das Thema Feste sei ja altbekannt. „Wird unser Beschluss nun vom Tisch genommen?“, fragte Gritschneder.

Bürgermeister Schmid verneinte: „Der Beschluss steht und wird nicht gekippt“, versicherte er. Aber es sei richtig, dass man noch mal an den Plänen für Mittelschule und Interimsschule feilen müsse. Das und die weiteren Einwendungen der Rettungskräfte sollen noch mal im Verkehrsausschuss besprochen werden.

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