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Hoffen auf einen Kompromiss: (v.l.) Florian Steinmüller, Inge Ja nik, Markus Philipp (alle Sandoz) und Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis.

Kompromissvorschlag an die Geschäftsführung

Sandoz: Betriebsrat will einen Teil der Arbeitsplätze erhalten

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Der Betriebsrat des Pharmakonzerns Sandoz versucht die Schließung des Entwicklungszentrums in Holzkirchen zu verhindern. Dafür hat er der Geschäftsführung zwei Konzepte vorgelegt.

Holzkirchen – Stichtag ist der 31. Dezember 2020, dann will der Pharmakonzern Sandoz den Entwicklungsstandort in Holzkirchen schließen. Stand heute kostet das rund 200 Arbeitnehmer ihren Job. Jetzt hat der Betriebsrat der Geschäftsführung Alternativen vorgelegt, die zumindest einen Teil der Arbeitsplätze erhalten könnten.

„Wir sind keine Fantasten“, führt der Betriebsratsvorsitzende Florian Steinmüller im Holzkirchner Rathaus an. Dass der Mutterkonzern Novartis die Verlagerung ins Ausland, etwa nach Hyderabad in Indien, nicht rückgängig machen werde, sei klar. Deshalb versuche man nicht, alle Stellen zu erhalten – aber zumindest einen Teil. Dafür ließ der Betriebsrat zwei Konzepte erarbeiten.

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Beim ersten müssten noch rund 100 Mitarbeiter entlassen werden, dafür bliebe die komplette Funktionalität des Entwicklungszentrums erhalten. Das zweite Szenario, das Minimalkonzept, erhalte die wichtigsten Funktionen – und koste noch mehr Arbeitsplätze. Beide Konzepte hat der Betriebsrat der Geschäftsführung ausführlich präsentiert. Auch CEO Richard Saynor hörte sie sich an, sehr zu Steinmüllers Freude. Es sei das erste Mal gewesen, dass der Betriebsrat direkt vor der obersten Managementebene präsentieren durfte.

Sandoz-Schließung: Know-how vor Ort behalten

Durch das Treffen bestehe wieder Hoffnung, die Komplettschließung zu verhindern, sagt Markus Philipp. Er wäre selbst von dem Stellenabbau betroffen, schaut sich aber im Gegensatz zu einigen Kollegen, die bereits gekündigt haben, noch nicht nach einem neuen Job um. Er brauche alle Kräfte, um die Schließung zu verhindern.

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Steinmüller ist überzeugt, dass diese ein Fehler wäre. „Wir müssen nachhaltig hierbleiben, das ist wichtig für den Standort Deutschland.“ Würde die Generika-Entwicklung im Ausland nicht funktionieren, müsse Sandoz zukaufen. „Immer ein Risiko“, betont Steinmüller. Deshalb sei es wichtig, das Know-how vor Ort und in unmittelbarer Nähe der Produktion zu halten. „Das Sandoz-Motto ist: Wir versorgen Deutschland. Diesem Anspruch müssen wir gerecht werden“, sagt er. Ob das mit einem Standort in Indien möglich ist, sei fraglich. Er hofft in den nächsten Tagen auf eine Antwort der Sandoz-Geschäftsführung.

Sandoz prüft Vorschläge des Betriebsrats

Dass diese so schnell kommt, kann Unternehmenssprecher Hermann Hofmann nicht versprechen. Experten prüfen derzeit, „was möglicherweise wie realisiert werden kann“, sagt er und betont, dass die Entscheidung, das Entwicklungszentrum zu schließen, keineswegs leichtfertig getroffen worden sei.

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen bot Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) den betroffenen Sandoz-Beschäftigten an, zwischen ihnen und interessierten neuen Arbeitgebern zu vermitteln. Schließlich hätten viele ihren Lebensmittelpunkt in der Region und wollen oder können nicht so einfach wegziehen.

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