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Ein Prosit auf den gelungenen Rohbau: Beim Richtfest am Mittwoch stießen Sandoz-Chef Richard Francis (l.) und Stephan Eder, Vorstandssprecher von Hexal, mit Zimmermeister Max Fritsch an. 

Pharma-Riese investiert 45 Millionen in 500 neue Arbeitsplätze

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Für Sandoz-Chef Richard Francis war es das erste Richtfest seines Lebens: Der Pharma-Riese baut derzeit für 45 Millionen Euro zwei Bürogebäude an seinem Hauptsitz in Holzkirchen. Der Rohbau steht.

Holzkirchen Richtfest? Richard Francis grinst. Seit gut vier Jahren ist der Brite (49) Chef von Sandoz, dem Pharma-Riesen aus Holzkirchen. Er ist viel unterwegs in der Welt. Erst Spatenstich, dann Einweihung – so kannte es der Top-Manager. 

Aber dass hierzulande ein „Richtfest“ zwischengeschaltet ist, davon hatte er noch nie gehört, geschweige denn bei einem mitgefestet. Das änderte sich am Mittwoch, und wie: Sandoz-Hexal feierte den Abschluss der Rohbauarbeiten für die beiden neuen Bürogebäude. Mitten drin: Richard Francis.

„Mir gefällt das“, stellte der Sandoz-Chef (CEO) fest, nachdem Zimmermeister Max Fritsch – regenbedingt – seinen Richtspruch im Erdgeschoss gesprochen hatte. Sandoz-Hexal hatte den gesamten Standort eingeladen. Alle der 1800 Mitarbeiter kamen zwar nicht, aber die Bierbänke waren gut besetzt. „Die Handwerker haben hier hart gearbeitet“, lobte der Chef, „es ist ein wirklich schöner Brauch, das mit dem Richtfest zu würdigen.“ Schnell und mit hoher Qualität sei gearbeitet worden, „wie wir das bei Sandoz auch tun“.

Rund 45 Millionen Euro investiert der Pharma-Riese in die zwei Gebäude am Hauptsitz an der Industriestraße 18. Insgesamt 500 Arbeitsplätze bieten die neuen Häuser; eins davon ist ein reines Bürogebäude, das zweite beherbergt auch eine weitere Kantine und ein Bistro. Wirklich zusätzliche Arbeitsplätze sind es freilich nicht; vielmehr werden Einheiten, die bisher in gemieteten Büros in Holzkirchen oder Oberhaching verstreut waren, jetzt an den Hauptsitz geholt.

„Die Familie kommt endlich zusammen“, sagte Richard Francis – und er klingt fast, als würde er sich auf Weihnachten freuen. Weihnachten? „Bei Sandoz zu arbeiten, das ist, als wäre jeder Tag Weihnachten“, feixt der gut gelaunte Chef. Seit Mai 2014 steht er an der Spitze des Unternehmens, dessen Jahresumsatz jenseits von zehn Milliarden US-Dollar liegt.

Wie Pressesprecherin Katja Minak erklärt, dienen die Neubauten auch dazu, dem ganzen Gelände ein neues Flair zu geben. Ein Campus soll es werden, mit vielen Treffpunkten und Aufenthalts-Qualität. Die Parkplätze vor den Gebäuden müssen weichen. 

Sollte es draußen eher ungemütlich sein, kann man über einen „Brückentunnel“ auf Höhe des ersten Stockwerks zwischen den Gebäuden pendeln. Ein neues Büro-Konzept soll bewirken, dass sich die Mitarbeiter – am Standort sind 54 Nationalitäten versammelt – schnell austauschen und unkompliziert vom Schreibtisch ins Meeting wechseln.

Der Bau ging gut voran, hinkt aber hinter dem ursprünglichen Zeitplan her. Laut Minak ist geplant, im ersten Halbjahr 2019 die neuen Gebäude zu beziehen. Bei der großen Einweihung will auch Richard Francis wieder dabei sein – wenn er nicht wieder über den Globus jetten muss wie beim ersten Spatenstich vor einem Jahr.

Der Terminplan des Chefs, der mit der Familie in München wohnt, ist eng getaktet. Wo immer Lücken sind, frönt der Brite seiner Leidenschaft: Fußball ist angesagt, speziell der FC Liverpool. Voller Vorfreude gönnte er sich das Champions-League-Finale seiner Reds in Kiew. Live im Stadion musste er mitansehen, wie der große Traum beim 1:3 gegen Real Madrid zerstob. Kein schöner Abend. „Liverpool-Fans wissen, wie es ist, wenn man leiden muss“, seufzt er. Der Moment der Traurigkeit, er währte nur kurz, dann ging’s flugs zurück zu Bier und Brotzeit. Richtfest – ein Platz für gute Laune, nicht für Torwart-Debatten.

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