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Ja, was ist denn das? Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis inspiziert beim Rundgang durch die neuen Büros eine Lampe.

Pharma-Riese Sandoz erweitert Standort

Arbeiten abseits des klassischen Schreibtischs

Der Pharma-Riese Sandoz hat seinen Standort in Holzkirchen vergrößert. Die neuen Gebäude bieten Raum für 250 zusätzliche Mitarbeiter. Persönliche Schreibtische haben sie dort nicht. Das soll Kreativität fördern – und Büroflächen sparen.

Holzkirchen – Cremefarbener Teppichboden, bequeme Sessel, bodentiefe Glasfronten: Nein, es handelt sich nicht um die Senator-Lounge einer Fluggesellschaft, in der Geschäftsreisende die Füße hochlegen. Sondern um die Büros, in deren Bau das Pharmaunternehmen rund 45 Milionen Euro gepumpt hat.

Bisher waren die Mitarbeiter über mehrere angemietete Büros in Holzkirchen verteilt, die Beschäftigten der Sparten 1A Pharma und Bio Pharmazeuticals in Oberhaching. Sandoz will alle an einem Ort bündeln. Dann beschäftigt zur Novartis-Gruppe gehörende Konzern in Holzkirchen 2000 Menschen, 600 davon in den beiden neuen Gebäuden. Am Montag sind die ersten eingezogen.

Das Unternehmen nennt seinen Neubau „Campus“, weil er die Idee eines Universitätscampus aufgreift: Die Gebäude an der Industriestraße sollen bald von einer parkähnlichen Anlage mit Bänken und Bäumen umgeben sein. Im Oktober ist es soweit, zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich zum Neubau.

In den beiden Neubauten befinden sich Bürolandschaften, die acht verschiedene Arbeitsplätze haben: Kokonartige Sessel samt eingebautem Schreibtisch zur konzentrierten Einzelarbeit. Sie signalisieren den Kollegen, dass Störungen unerwünscht sind. Räume mit riesigen Bildschirmen für Video-Konferenzen: „Damit wollen wir Geschäftsreisen reduzieren. Das schont die Umwelt, spart Zeit und Kosten“, sagt Dieter Enzner, der für den Bau verantwortlich ist. Es gibt Einzelarbeitsplätze im Großraumbüro, Gruppenarbeitsplätze, Telefonzellen und kleine gläserne Lounges, in denen sich zwei Kollegen ungestört unterhalten können. Im April ist auch die sogenannte Plaza fertig – der Ort, an dem die Mitarbeiter entspannen oder Kontakte knüpfen können. Auch einen Kickerkasten gibt es dort.

Je nach Tätigkeit suchen sich die Mitarbeiter täglich – oder mehrmals am Tag – einen Arbeitsplatz aus. Persönliche Gegenstände, Laptop, Tastatur und Telefon sperren sie abends in ihren Spind. Damit die Schreibtische verschiedenen Mitarbeitern passen, lässt sich ihre Höhe mit einer Kurbel schnell verstellen. Die Stühle erkennen das Gewicht des Sitzenden und passen demnach die Rückenlehne automatisch an.

Laut Pressesprecherin Yvonne Peters muss die Besetzung der Arbeitsplätze nicht koordiniert werden. „Nutzungsstudien haben gezeigt, dass nur 70 Prozent der Mitarbeiter im Haus sind.“ Der Rest sei auf Dienstreise, im Home Office, im Urlaub oder krank. Auch ohne vorherige Reservierung sei deshalb garantiert, dass jeder einen Platz finde. Die Verhaltensregeln, die nahe dem Eingang aushängen, ermutigen die Mitarbeiter, sich jeden Tag einen anderen Arbeitsplatz zu suchen. Diese Art zu arbeiten heißt „Activity Based Working“ – ein Konzept, das Ende der 90er-Jahre von Unternehmensberatern entwickelt wurde. Das offene Angebot an Arbeitsplätzen soll Routinen durchbrechen, Kreativität und Austausch fördern. Vor allem aber hat es ökonomische Vorzüge: „Wir können damit 30 Prozent Bürofläche sparen“, erklärt Dieter Enzner.

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