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Beim Hartpenninger Dorffest stellten sich ihr heuer neun Teams, darunter (Bild oben) Black and White (im Hintergrund) und Die Scheinheiligen.

Beim Hartpenninger Dorffest 

Sautrogrennen: Mit ein, zwei Mass Weiherwasser intus

Das Sautrogrennen beim Hartpenninger Dorffest der Vereine war wieder ein feucht-fröhliches Spektakel. Neun Teams lieferten einen Wettstreit auf dem Dorfweiher. 

Großhartpenning– Zwei Mann in einem Sautrog, eingestiegen wird erst nach Startsignal, erklärte Mike Fischer die Regeln. Er moderierte gewohnt schlagfertig. Und hatte sich wieder „einen echten Sautrog-Experten mit jahrelanger Sautrog-Erfahrung“ als Co-Moderator ins Boot geholt: Sebastian Beil. Der analysierte die technischen Details. Nieselregen sei „gut für die Oberflächenspannung“, erklärte Fischer, „da tut ihr Euch leichter.“ Der höchste Wasserstand seit Jahren verhindere ein Aufhocken auf dem Grund. „Bei den meisten zumindest“, sagte Beil schmunzelnd. Neun Duos, halb so viele Teilnehmer wie im Vorjahr, nahmen heuer beim Sautrogrennen am Hartpenninger Dorffest teil. Bei durchwachsenem Wetter waren es auch nur halb so viele Besucher wie sonst, um die 500. Ins Wasser gefallen war die inoffizielle Weltmeisterschaft im Sautrogrennen damit nicht: Gute Zeiten, gute Teams – so lautete Fischers Resümee.

So mancher Teilnehmer ging auch baden, etwa Toni Rösler (Bild), der heuer im Team Dumm und Dümmer mit Sebastian Köpferl erstmals teilnahm.

Sautrog-Fee Margreth Stahl zog bei der Auslosung der Vorläufe je zwei Zettel aus dem Trachtenhut. Unter den Ersten am Start: Martin Feichtner und Markus Schramm aus Holzkirchen als Team Cool Runnings. „Sauberne Haubn“, feixte Fischer mit Blick auf die wallenden Rasta-Perücken der beiden. Und schob nach: „Bringt aber nix.“ Damit mag er falsch gelegen haben: Die beiden zogen ins Halbfinale ein – und sollten noch viel weiter kommen.

Balance halten, das sei die Kunst, seufzte Anton Rösler, einen Rhythmus finden. Er machte heuer zum ersten Mal mit, wegen einer verlorenen Wette. Er und Sebastian Köpferl bildeten das Team Dumm und Dümmer. Schon beim Einsteigen kippte ihr Trog. „Es is verreckt“, rief Fischer. Einmal Wasser im Trog – schon war der Wurm drin. Fischer tönte: „I glaub, dass de nur no a Chance ham, wenn d’Fisch a Angel auswerfen.“ Dabei war Köpferl schon einmal Weltmeister, vor zwei Jahren. Vorbereitung? Fehlanzeige. Erst eine Dreiviertelstunde vor dem Start stand fest: Die beiden treten an. Gut, irgendwer muss verlieren, meinte Rösler achselzuckend. Er findet das Sautrogrennen dennoch „immer lustig, Jahr für Jahr“.

Am Ende sollte das Team Cool Runnings sich ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Duo Black and White liefern. „Applaus für unsere Finalisten“, skandierte Fischer, und rings um den Weiher wurde gejubelt. „Ein, zwei Mass“ Wasser nahmen Cool Runnings beim Einstieg mit auf die Rennstrecke, „aber des pumpens weg“. Fischer schrie: „Ein harter Fight!“ Nach einer Minute und 56 Sekunden schlugen Feichtner und Schramm mit dem Paddel die Glocke an. Eine der besten Zeiten, die je gefahren wurden, sagte Fischer. Black and White alias Adi Bacher und Seppi Stahl bescheinigte Beil Talent.

Der bis dahin amtierende Weltmeister Richard Holzer war heuer auch am Start. Sohn Luca, mit dem er 2016 gewonnen hatte, weilte in Kroatien. Fischer schüttelte den Kopf: „Unvorstellbar, wie man so den Urlaub planen ko.“ So trat Holzer mit Johann Haltmair als Bayern-Tirol-Piraten an. Nach zwei Metern sanken sie, rappelten sich auf, verpassten jedoch mit gestoppten zwei Minuten 52 Sekunden den Einzug ins Halbfinale. Und gaben den Wanderpokal und zwei Flaschen Champagner weiter an Cool Runnings.

Von Johanna Wieshammer

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