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Robert Wiechmann (l.) (Grüne) und Christoph Schmid (CSU) müssen in die Stichwahl.

Stichwahl in Holzkirchen 

Scharmützel auf Facebook beeinflussen Wahlempfehlung

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Die unterlegenen Fraktionen geben eine  Empfehlung für die Bürgermeister-Stichwahl in Holzkirchen ab. Diese wird auch durch eine kleine Fehde auf Facebook  beeinflusst. 

Holzkirchen – Bei der Kommunalwahl am 15. März ruckelte die politische Erde in Holzkirchen und wirbelte die Verhältnisse im Gemeinderat durcheinander. Die CSU ging etwas geschwächt aus der Wahl hervor, verlor einen Sitz im Gemeinderat (wir berichteten). Die Grünen hingegen legten um über zehn Prozentpunkte zu und zogen als zweitstärkste Kraft in den Gemeinderat rein. Dennoch hatte der CSU-Bürgermeisterkandidat Christoph Schmid mit 37 Prozent die Nase vorn. Auf dem zweiten Platz landete Robert Wiechmann von den Grünen, mit 26 Prozent. Elisabeth Dasch, die Bürgermeisterkandidatin der SPD, kam auf rund 21 Prozent, Torsten Hensel von der FWG auf 16 Prozent.

Damit gehen Schmid (CSU) und Wiechmann (Grüne) am 29. März in die Stichwahl. Hier ein kurzer Überblick, für welchen Bürgermeister-Kandidaten die unterlegenen Fraktionen plädieren.

Klare Kante zeigt die SPD: Die Sozialdemokraten sprechen eine Wahlempfehlung für Wiechmann aus, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Zum einen sieht sich die SPD thematisch von dem Grünen-Kandidatin besser vertreten. So sei Dasch mit den Herzensthemen „autofreier Marktplatz mit Aufenthaltsqualität sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“ in den Wahlkampf gezogen. Die SPD sehe hierfür „die eindeutig besseren Umsetzungschancen mit Herrn Wiechmann als Bürgermeister“, heißt es.

Interessant: „Dies geschieht ausdrücklich auch vor dem Hintergrund des jeweils von den Kandidaten und Parteien im Wahlkampf gepflegten Stils, den wir als Maßstab für die zu erwartende Bereitschaft für konstruktive Zusammenarbeit werten“, erklärt die SPD weiter. Laut Dasch bezieht sich das auf einige Kommentare, die die Junge Union im Wahlkampf in den sozialen Netzwerken verbreitet hat. „Die JU hat massiv gegen meine Person geschrieben“, meint Dasch. Zum Beispiel hat sie sich über einen Facebook-Post geärgert, bei dem ihr die JU eine Beteiligung an der Errichtung von Schulen abspricht. Und das, obwohl sie sich jahrelang im Vorstand des Fördervereins weiterführender Schulen in Holzkirchen eingesetzt hat.

Schmid hält nicht viel von solchen Verschnupftheiten. Auch die SPD habe ein Bild von ihm auf Facebook verzerrt dargestellt, kontert er. „Das muss man aushalten können.“ Über so manche Fehde konnte er sogar lachen: Nachdem sich die SPD über die Frauenquote der CSU mokiert hatte, rechnete die JU den Altersdurchschnitt der SPD-Liste aus, der bei 54 Jahren liege.

Zurückhaltend äußert sich die FWG: In einem Pressebericht teilt sie mit, „dass wir keine Wahlempfehlung zu Gunsten einzelner Kandidaten abgeben“. Die Freien Wähler strecken die Fühler in alle Richtungen aus: „Wir suchen die Diskussion mit allen Personen und Parteien und freuen uns, wenn diese sich unseren Positionen für Holzkirchen anschließen.“

Sie möchten sich weiterhin über Inhalte und Positionen definieren. Für die nächsten sechs Jahre will die Fraktion zum Beispiel das Augenmerk auf den Verkehr legen. Der öffentliche Personennahverkehr soll gestärkt und Tempo 30 auf den Hauptstraßen in Hartpenning und anderen Bereichen eingeführt werden. Außerdem fordert die FWG, die 63 gemeindlichen Wohnungen zu sanieren. Angesichts der Corona-Krise sei ein zentraler Ansprechpartner im Rathaus für die Hilfen an die örtliche Wirtschaft nötig.

Eindeutig positioniert sich die FDP, die neu und mit einem Sitz in den Gemeinderat einzog. „Wir haben eine klare Meinung“, sagt der neue Gemeinderat Dirk Kreder. Er ist zugleich der stellvertretende Vorsitzende des erst Ende 2019 wiedergegründeten FDP-Ortsverbands.

„Aus unserer Sicht stehen mit Christoph Schmid und Robert Wiechmann zwei wirklich sehr gute Kandidaten in der Stichwahl, die beide qualifiziert sind, Holzkirchen durch die schwierigen kommenden Jahre zu führen“, heißt es in einer Pressemitteilung der FDP. Insofern werde die Stichwahl sicher für niemanden einfach. „Wir sind aber dennoch der Überzeugung, dass wir thematisch mit der CSU die größeren Übereinstimmungen haben.“ Man traue Schmid die Bewältigung der Herausforderungen zu, und empfehle den eigenen Mitgliedern und Wählern, für ihn zu stimmen.   

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