Polizei entschärft Bombe in Berliner McDonald‘s

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Opfer, Retter, Tatort: Arno Fischer (M.) rettete Gülay B. aus den Fängen zweier brutaler Schläger am Bahnhof von Holzkirchen.

Schlägerei im Sommer am Holzkirchner Bahnhof

Putzmann ins Krankenhaus geprügelt - Rumänen vor Gericht

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Wegen einer Zigarette verprügelten im Sommer zwei Brüder aus Rumänien einen Putzmann am Holzkirchner Bahnhof. Die standen nun vor Gericht. Von Reue oder einer Entschuldigung keine Spur.

Holzkirchen - Seit Juli vergangenen Jahres hat Gülay B. sieben Schrauben in seinem rechten Fuß. Sein Sprunggelenk war gebrochen. Noch jetzt, Monate später, ist der 39-Jährige Kurde arbeitsunfähig. Die Operation macht ihm Probleme, sein Körper reagiert allergisch auf die eingesetzten Schrauben. „Vielleicht muss man das nochmal operieren“, sagt der Münchner vor dem Miesbacher Amtsgericht. Gülay B. war im Sommer Opfer einer brutalen Schlägerei geworden. Zwei Rumänen traten so lange zu, bis er bewusstlos wurde. Jetzt mussten sich die beiden Schläger, ein Brüderpaar aus Holzkirchen, für ihre Tat verantworten.

Begonnen hat alles mit ein paar Bier am Holzkirchner Bahnhof. Die beiden Angeklagten trafen sich an einem Sonntagvormittag, es war der 10. Juli 2016, mit einem Freund und der Verlobten des einen Bruders am Bahnhof. Am frühen Nachmittag, als sie bereits ein paar Flaschen intus hatten, kam das spätere Opfer Gülay B. vorbei, er arbeitete als Reinigungskraft am Bahnhof. Der jüngere Bruder (28) erinnert sich noch, dass sie in Streit geraten waren. „Es ging, glaube ich, um eine Zigarette“, sagte er vage vor Gericht. Gülay B. hingegen weiß noch gut, was damals vorgefallen war. Auf der Treppe hätten zig Bierflaschen gestanden, „ich habe gesagt, sie sollen sie aufräumen.“ Für die beiden Rumänen wohl Grund genug, um zuzuschlagen. 

Eine Schädelprellung, eine Wunde am Hinterkopf, Prellungen am Bauch und ein gebrochenes Sprunggelenk. Mit diesen Verletzungen war Gülay B. ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem die Brüder von ihm abgelassen hatten. Sie sollen noch mit Füßen auf ihn eingetreten haben, als er schon am Boden lag. So erzählt es Arno Fischer, ein Zeuge, der sichkurz nach der Tat auch bei unserer Zeitung gemeldet hatte. Ihm hat Gülay B. es zu verdanken, dass die Rumänen aufhörten und das Weite suchten. „Einer hat mit dem Fuß ausgeholt, wie mit einer Sense“, beschrieb er dem Gericht. Der letzte Schlag hätte den Kopf getroffen, wäre Gülay B. in diesem Moment nicht total benommen umgefallen. Fischer half dem Kurden auf und wählte den Notruf. Zudem schaffte er es noch, von dem jüngeren Bruder und der Verlobten ein Foto zu schießen - als ehemaliger Sportfotograf für den Rentner aus Bruckmühl kein Problem. Mit diesen Fotos konnte die Holzkirchner Polizei die Angeklagten zwei Wochen später schnappen.

Die Version der Brüder ist eine andere. Nach dem Streit um eine Zigarette will der jüngere Bruder gar nichts gemacht und der Ältere (32) lediglich zweimal mit der Faust ins Gesicht des Putzmanns geschlagen haben. „Eine links, eine rechts, fertig“, sagte er in der Verhandlung. Richter Walter Leitner schenkte dem keinen Glauben. „Die ganzen Verletzungen kommen niemals von einem Schlag nur ins Gesicht“, sagte er. Die Brüder reagierten mit einem Schulterzucken. Zugegeben haben sich außer den beiden Fäustschlägen nichts - trotz Konfrontation mit den Aussagen von Arno Fischer und einem weiteren Zeugen, ein Schüler (17) aus Holzkirchen, der sich nach einem Zeugenaufruf der Polizei in der Zeitung gemeldet hatte. Auch er hatte gesehen, wie Gülay B. noch einen Tritt bekam, als er am Boden lag.

Von Reue oder gar einer Entschuldigung war im Gerichtssaal keine Spur. Ihre Strafe, elf Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt und ein Schmerzensgeld von je 1500 Euro, akzeptierten die beiden Angeklagten mit einem „Okay. Auch der jüngere Bruder, obwohl der ja fest behauptet hatte, gar nichts getan zu haben. Gülay B. kündigte an, zivilrechtlich mehr Schmerzensgeld zu fordern. Was auch immer der Grund für die Tat gewesen war - Bierflaschen oder eine Zigarette - Richter Leitner sagte: „Das war doch kein Grund, jemanden ins Krankenhaus zu prügeln.“ Für die beiden Rumänen anscheinend schon.

nip

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