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Schneechaos: „Holzkirchen ist einer der Brennpunkte“

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Das HEP wurde abgeschaufelt. © tp

Der Schneefall hat Holzkirchen voll erwischt. Der Abtransport der weißen Massen bedeutet für die Gemeinde eine Herausforderung. Im Interview schildert Bürgermeister Olaf von Löwis die Lage.

Holzkirchen – Der große Schneefall hat Holzkirchen ungewohnt hart getroffen. Inzwischen sind die meisten Straßen fast freigeräumt. Die Arbeitszeit der Helfer wurde auf 15 Stunden pro Tag erhöht, was nur in Ausnahmefällen möglich ist. Nachts um zwei Uhr starten die Räumfahrzeuge. Fünf Fräsen und vier Räumfahrzeuge sind im Einsatz, drei LKW transportieren die Schneemassen weg. Große Sorgen machen Bürgermeister Olaf von Löwis jedoch die schneebedeckten Flachdächer.

Herr von Löwis, wie ist die aktuelle Lage?

Ich komme gerade aus Miesbach von einer Einsatz-Besprechung der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Holzkirchen ist einer der Brennpunkte, es hat uns besonders erwischt. Wir waren natürlich vorbereitet und wussten, dass es mehrere Tage lang schneien würde. Dennoch stellt diese große Masse an Schnee eine sehr große Herausforderung dar. Wir haben die Situation jetzt gut unter Kontrolle. Generell werden die Einsätze zentral von Miesbach aus geregelt. Dort werden die rund 1000 Helfer eingeteilt.

Wie viele Menschen sind in Holzkirchen im Einsatz?

Momentan arbeiten rund 100 Männer inklusive Bauhof und Feuerwehr, um der Lage Herr zu werden. Seit diesem Wochenende sind hier bei uns an der Realschule zusätzlich 115 Soldaten der Bundeswehr untergebracht, die uns helfen. Es war gut und richtig, in einer frühen Phase den Katastrophenalarm auszurufen, denn so konnte vom Krisenstab unbürokratisch und unkompliziert Hilfe angefordert werden. Die Männer der Bundeswehr sind aber nicht nur in Holzkirchen tätig. Sie helfen im kompletten Landkreis. Am Sonntag waren viele Einsatzkräfte damit beschäftigt das Dach des HEP und einer Halle der Firma Hexal freizuschaufeln. Ich bin sehr beeindruckt davon, wie gut alle zusammenarbeiten.

Wie geht es weiter?

Die erste Priorität hat jetzt das Freischaufeln der Dächer. Ich rate ausdrücklich davon ab, dass Hausbesitzer selbst ungesichert auf ihre Dächer steigen. Das ist sehr gefährlich. Besser sollten Profis beauftragt werden. Wir sind auch mit dem Abtransport der Schneemassen beschäftigt. 50 Kilometer Gehwege in Holzkirchen müssen wir vom Schnee befreien. Aber dies ist im Grunde auch die Aufgabe und Pflicht der Hausbesitzer, die größtenteils gut mitwirken.

Wie gehen die Bürger mit der Situation um?

Ich bin sehr angetan von den Reaktionen. Klar, es gibt immer mal wieder Beschwerden. Aber die meisten Bewohner haben großes Verständnis, selbst wenn unsere Räumfahrzeuge Zufahrten zu Privathäusern mit Schnee vollschippen. Die meisten wissen, dass wir unser Bestes geben. Auch dass einige Straßen wegen der Schneemassen sehr eng geworden sind, wird akzeptiert. Es ist eben eine Krisensituation.

Was raten Sie den Holzkirchnern?

Ich möchte mich erst einmal bei allen ehrenamtlichen Helfern bedanken. Es zeigt mal wieder deutlich, wie hilfsbereit die Holzkirchner sind. Ich sehe auch, dass junge Menschen Älteren beim Schneeschippen helfen. All das berührt mich sehr. Ich rate den Holzkirchnern, so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren. Wer nicht arbeiten muss, sollte daheim bleiben. Zu Fuß ist das Durchkommen auch eine Herausforderung, aber es ist in der Regel ungefährlicher als mit dem Auto. So wie es aussieht, könnte sich die Lage ab Dienstag entspannen. Dann kommt kein Schnee mehr und alles wird sich normalisieren.

Das Gespräch führte Kathrin Suda

Lesen Sie dazu auch unseren Online-Ticker zum Schneechaos

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