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„Nicht warten, bis die Kraft ausgeht“: Wirtepaar Mircea Pravat (71) und Birgit Burger (62) mit ihrem Koch Alfons Laußer (57).

Wir haben mit den Wirtsleuten gesprochen

Koch will weitermachen, Wirtschaft ist beliebt - trotzdem schließt sie bald

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Der Laden brummt. Trotzdem hören die Wirtsleute auf. Birgit Burger nennt ihre Gründe – und macht sich auf die Suche nach einem Nachfolger, der zum Haus passt.

Kleinhartpenning – In zehn Tagen ist Schluss. Am Dienstag, 3. April, sperren Birgit Burger (62) und Mircea Pravat (71) ihren Schreinerwirt in Kleinhartpenning nach fast zehn Jahren zu. Für viele Gäste eine ebenso traurige wie überraschende Nachricht.

Wer das Wirtepaar besser kennt, weiß, dass sie schon länger mit dem Gedanken spielen. Nicht, weil es nicht läuft. Im Gegenteil. Mit dem Schreinerwirt haben Burger und ihr Mann das geschafft, was vielen Dorfwirten nie gelungen ist: Sie haben altes und neues Gästemilieu zusammengebracht. Die Holzkirchner fahren hin, um einfach mal wieder richtig gut zu essen. Und die Hartpenninger kommen, weil es dabei trotzdem ihr Schreinerwirt geblieben ist – die gemütliche, holzvertäfelte Dorfwirtschaft. 

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Im Sommer kommen die Ausflügler dazu, die sich nicht die Reise an Tegernsee und Schliersee antun wollen. Viele Familien mit Kindern sind dabei. Im Winter kommen weniger, außer die Loipe ist gespurt. „Aber wir können uns auch über diesen Winter nicht beklagen“, sagt Burger. Obwohl die Loipe nur an zwei Tagen offen war. Ihre durchgehend warme Küche macht Burger dafür verantwortlich. Das gebe es selten. Das schätzten die Leute.

Burger kann sich also eigentlich nicht beklagen. Der Laden läuft. Warum also die Schließung?

„Wir wollten nicht warten, bis einem von uns wirklich die Kraft ausgeht.“ Ihr Mann hat die 70 überschritten. Irgendwann reicht es.

Und die Schreinerwirts-Leute sind nicht die einzigen in der Region. Erst im Februaar schloss das Café Waldeck in Wall. Lesen Sie außerdem aus Holzkirchen: Top-Lage, viele Gäste - warum der Oberbräu in Holzkirchen trotzdem zusperrt.

Als die beiden 2009 den Schreinerwirt übernommen, saniert und nach längerem Stillstand wieder aufgesperrt haben, versprachen sie sich gegenseitig: Zehn Jahre schaffen wir das. „Und das haben wir fast erreicht.“ Der 3. April als Schlusspunkt kam allerdings von außen. Burger hatte die Chance, ihren Job als Übersetzerin in einer Münchner Anwaltskanzlei wieder auf Vollzeit aufzustocken. Sie griff zu. Dienstag in einer Woche geht’s los. „Es ist besser so. Wenn man sich keinen festen Termin vorgibt, macht man ewig weiter.“

Den Gästen wäre das wohl ganz recht gewesen. Viele fragen: Warum übernimmt nicht einfach der Koch? Das wäre Alfons Laußer (57), der die Wirtsleute vom ersten Tag an begleitet und mit seiner Küche viele Holzkirchner nach Hartpenning lockt. Er selbst ist noch bis Ende April angestellt und würde auch gerne in der Küche bleiben. Aber als Koch, nicht als Wirt. „So einfach, wie sich das die Leute vorstellen, ist es nicht“, seufzt Burger. Als Wirtin weiß sie: Eine Küche managen oder ein ganzes Wirtshaus sind zwei verschiedene Dinge.

Deshalb suchen die Wirtsleute nach einem Pächter. „Je früher desto besser.“ Am liebsten einer, der alles so weitermacht wie bisher. Der diese Mischung aus Dorfwirtschaft und gutem Restaurant zu schätzen und zu führen weiß, auch in der Größe. Burger und Pravat haben gerade mal 60 Plätze. Im Sommer kommt mit dem Biergarten noch mal so viel dazu. „Das findet man kaum mehr.“

Bleibt die Frage, ob sich ein Pächter findet. Einerseits würde derjenige sich in ein gemachtes Nest setzen. Andererseits schließt viel derzeit im Landkreis und es öffnet wenig. „Es ist frappierend“, sagt auch Burger, „wie viele Wirtsleute keinen Nachfolger finden.“ Dennoch hofft sie. Auch für die Hartpenninger. „Die Wirtschaft gehört ins Dorf.“

Pächter gesucht

Wer Interesse am Schreinerwirt hat, meldet sich bei den Wirtsleuten.

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