Hochkonzentriert arbeiten Oberland-Realschüler der sechsten Klasse an ihrem Lego-Trickfilm-Projekt. Lehrer Sebastian Wanninger (2. v. r.) zeigt den Kindern die Realisierung mit iPads.
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Hochkonzentriert arbeiten Oberland-Realschüler der sechsten Klasse an ihrem Lego-Trickfilm-Projekt. Lehrer Sebastian Wanninger (2. v. r.) zeigt den Kindern die Realisierung mit iPads.

Film-Klasse der Oberland-Realschule

Action-Dreh an Realschule: Schüler setzen eigene Storylines um - mit Lego-Figuren als Darsteller

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Schüler der Oberland-Realschule in Holzkirchen drehen derzeit zwei Lego-Trickfilme. Inhaltlich beschäftigen sich die Sechstklässler mit Kriminellen auf der Flucht vor der Polizei.

Holzkirchen – Es sind Szenen, die aus einem Hollywood-Film stammen könnten: Die Filmklasse der Realschule Holzkirchen widmet sich in ihrem aktuellen Trickfilm-Projekt kriminellen Legofiguren, die auf der Flucht vor der Polizei sind. Zwei selbst geschriebene, actiongeladene Drehbücher leiten die sechste Klasse in den nächsten Monaten durch den Dreh. „Sie schuften wieder“, berichtet Sebastian Wanninger, Filmlehrer an der Oberland-Realschule.

Schüler drehen nach selbst skizzierter Storyline

„Eine Verbrecherbande plant das große Ding“ – der Filmeinstieg klingt vielversprechend. Zwei Legofiguren sprengen in Verbrecher-Manier den Tresorraum einer Bank. Es folgen Sequenzen, die an die aktuellste Staffel der Netflix-Serie „Haus des Geldes“ erinnern. Die Rauchwolke legt sich. Die Verbrecher stopfen funkelnde Goldbarren in ihre Rucksäcke. Nahezu zeitgleich mit dem Eintreffen der Polizei gelingt die Flucht – augenscheinlich. Denn der Flucht-Helikopter wird von der Polizei gestoppt, die Rucksäcke reißen, das Gold fällt zu Boden. Für die Exekutive der „Lego City“ ein voller Erfolg: „Die Polizei nimmt die Gauner fest und bringt sie in das Hochsicherheitsgefängnis“, schreiben die Realschüler in ihrem Storyboard – dem skizzierten Drehbuch des Filmprojekts.

Zweite Klassenhälfte widmet sich einem anderen Filmprojekt

Die andere Hälfte der Klasse widmet sich einer nicht minder spektakulären Handlung – ebenfalls der Fantasie der Schüler entsprungen. Insassen eines Münchners Gefängnisses gelingt die Flucht, nachdem ihnen eine Bombe zugespielt wurde. Doch die Lego-Verbrecher hatten die Zivilcourage einer Zehnjährigen unterschätzt: „Hannah schlägt den letzten Flüchtigen k. o. und ermöglicht die Festnahme.“ In der fiktiven Zeitung von Lego-City wird Hannah als Heldin gefeiert. „Seitdem war ihr größter Traum, auch Polizistin zu werden“, so die Schüler.

Bis Februar sollen die Filme fertig werden

„Grundlagen über Einstellungsgrößen, Perspektiven, Kamerabewegungen und Montageformen haben die Kinder schon im vergangenen Jahr gelernt“, sagt Wanninger. Auch die Frame-Rate, den Umgang mit dem Greenscreen und andere Fachbegriffe brachte der Lehrer den Schülern näher. Nach einer Inspirationsphase im Lockdown („sie haben Brickfilme auf Youtube geschaut“) und der kreativen Schaffungsphase („jeder Schüler hat eine Folge geschrieben“), entschied sich die Klasse für zwei Geschichten. Der Dreh, Schnitt und das Einfügen von Toneffekten sind die nächsten Schritte. „Ich hoffe, wir sind im Februar fertig“, so Wanninger. Dann folgt das nächste Filmprojekt.  nap

Lesen Sie auch über die Filmtage der bayerischen Schulen, die heuer online an der Oberland-Realschule abgehalten wurden.

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