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Eine Podiumsdiskussion gab es auch. 

Staatliches Gymnasium Holzkirchen

Schule in der digitalen Welt

Holzkirchen - Das Staatliche Gymnasium in Holzkirchen gestaltete einen Abend rund um das Thema „Schule in der digitalen Welt“. 

Unterricht mit der Facecam von daheim aus, sich via Skype mit Partnerschulen im Ausland unterhalten oder sich bei Pinterest Inspirationen für eigene Gemälde im Kunstunterricht holen. Ideen wie diese haben Schüler des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen jetzt bei einem Abend vorgestellt, der unter dem Motto „Schule in der digitalen Welt? Einblicke in das künftige digitale Universum unserer Kinder“ firmierte. 

Über Wünsche, Wirklichkeit und Zukunftsperspektiven diskutierten dabei Schüler, Lehrer, Landrat Wolfgang Rzehak sowie der Holzkirchner Digitalberater Ralph Suda. Gleichzeitig war die Veranstaltung der Auftakt zu einer Vortragsreihe, die sich an der noch jungen Schule etablieren soll. Ein „gelungener Auftakt“, wie Direktor Axel Kisters fand, auch wenn die Reihen mit rund 50 Zuhörern nur spärlich besetzt waren – wohl wegen des sonnigen Wetters.

Gedanken von Schülern und Lehrern zeigten im Vorfeld produzierte Filmsequenzen. Die Wünsche der befragten Mädchen und Buben zielten dabei weniger auf einen weiter digitalisierten und technisierten Unterricht ab, sondern eher auf flexiblere Formen der Wissensvermittlung. Die Forderung nach mehr Gruppenarbeit, selbst gesetzten Themenschwerpunkten oder dem Wunsch, sich Informationen direkt von Experten zu holen, erinnerten vielfach an die Grundgedanken der Montessoripädagogik. Technische Hilfsmittel dienen hier als Mittel zum Zweck, wobei klassisches Heft und Stift bei der Jugend durchaus noch hoch im Kurs stehen. Es gehe nicht nur darum, einen Schüler auf die Arbeitswelt vorzubereiten, betonte Lehrer Ullrich Oberender. Digitalisierung sei ein kleiner Baustein und funktioniere als Gruppen- oder Projektarbeit. Das unterstrich Bernd Lemanczyk, der mit seiner Erfahrung mit einer Tablet-Klasse am Gymnasium Kirchheim den praktischen Rahmen bot. Wie sinnlos das Tablet als Heftersatz sei, während es ein gutes Mittel für die ein oder andere Übung zum selbstgesteuerten Lernen sei, betonten er und sein Holzkirchner Kollege Ulrich List unisono. 

„Ich sehe das Thema mit kritischer Aufgeschlossenheit“, meinte Rzehak. Für ihn stehen die Medien und vor allem die soziale Kompetenz deutlich mehr im Vordergrund als ein digitales Hochrüsten des Unterrichts. Als Vater zweier Kinder wünsche er sich von der Schule, dass seine Töchter „dort auch Goethe und Orwell lesen“. Sudas zugespitzten Appell, dass Robotics heute mehr Allgemeinbildung vermittle als Gerundium oder „Die Räuber“ wollte nicht nur Rzehak nicht unterschreiben. Gerade einer der jüngsten Gäste im Publikum fand Computerraum keine gute Idee. Erst heute habe sich ein Klassenkamerad wegen Ballerspielens im Unterricht einen Verweis eingehandelt. Immer wieder fiel das Wort Medienkompetenz. Neben der sozialen gehöre digitale Kompetenz zunehmend zum Schulalltag, meinte Kisters. 

So offen das Ergebnis nach diesem Abend war, es blieb das Gefühl, das Thema am Holzkirchner Gymnasium in besten Händen zu wissen, wo sich Lehrer wie Schüler offen und verantwortungsbewusst mit neuen Möglichkeiten auseinandersetzen. Tom Schöngruber, der am Podium jene vertrat, um die es eigentlich geht, sah das Thema entspannt: „Manches macht’s lockerer und lernen soll Spaß machen“, sagte der Schüler. Ob Heft oder Beamer, sei für ihn zweitrangig so lange Lehrer und Schüler kooperieren und man dabei etwas lernt.

Von Heidi Siefer

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