Gymnasium Miesbach Schüler Atemmasken Coronavirus
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Man gewöhnt sich dran: Auch im Klassenzimmer werden sicherheitshalber teils Atemmasken getragen – wie hier am Gymnasium Miesbach.

Ein bisschen wie nach den Ferien

Schulen im Landkreis: Abiturienten berichten von ihrem ersten Tag

  • VonHeidi Siefert
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Die Abschlussklassen kehrten am Montag in die Schulen zurück. Wir haben Abiturienten aus dem Landkreis Miesbach gefragt, wie sie den Tag erlebten. Das haben sie gesagt.

Landkreis Seinen Schülern zollte Direktor Werner Oberholzner vom Gymnasium Tegernsee gestern großes Lob. „Alle waren sehr, sehr diszipliniert“, so das Fazit des Schulleiters nach dem ersten Tag der Wiederöffnung der Schulen. Die am Wochenende eingetroffenen Masken habe man kaum benötigt, da das Gros der Jugendlichen eigene hatte. Auf den Gängen sind diese obligatorisch. Um zu viele Bewegungen im Haus zu vermeiden, war auf Doppelstunden umgestellt worden. Die großzügigen Räumlichkeiten helfen, dass auch in den Pflichtfächern keine Kurse geteilt werden mussten – im Barocksaal ist auch bei Einhaltung der Abstandsregeln genug Platz.

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Schulen im Landkreis: Abiturienten berichten von ihrem ersten Tag

Am Mittag habe man bemerkt, dass es schwer ist, bei Freunden Distanz zu halten, so Michela Manco, die in Tegernsee Abitur macht. Gestern stand bei ihr Mathe auf dem Stundenplan, und da sie in den vergangenen Wochen mit Unterricht in Form von selbst gedrehten Videoclips versorgt wurde, habe sie da recht nahtlos anknüpfen können. Etwas seltsam habe sich danach Musik angefühlt. Nur drei Mädchen machen darin Abitur, entsprechend saßen sie nun zu dritt im Unterricht. Die sechs Wochen daheim habe sie gut nutzen können. Jetzt noch drei Wochen spezifischen Unterricht in den Abiturfächern zu bekommen – damit sollte die Vorbereitung passen.

Michela Manco, Gymnasium Tegernsee

„Keinen großen Kopf“ macht sich ihr Mitschüler Benjamin Kuntze-Fechner aus Bad Wiessee, der aus Fairnessgründen ein Durchschnittsabitur vorgezogen hätte. Gleichwohl komme er auch mit der aktuellen Lösung klar. „Ich bin relativ optimistisch, dass alles gut klappt.“ Natürlich sei es ein Vorteil, dass er sich mit dem Lernen daheim gut arrangieren konnte. Trotzdem war er gestern froh, wieder in die Schule zu gehen und Leute zu sehen – so surreal es sich auch anfühlte. Schon im Bus, der sehr leer gewesen sei und in dem im stillen Einverständnis beim Hinsetzen jeder automatisch auf Abstand geachtet habe. Kein Problem, weil viele aus der Q12 mit dem Auto kämen.

Benjamin Kuntze-Fechner, Gymnasium Tegernsee

Mehr zum Thema: Wie sich die Gymnasien auf ihre Abschlussklassen vorbereiteten

Sina Wörndl aus Miesbach ging zu Fuß ans örtliche Gymnasium und traf schon unterwegs die ersten Mitschüler mit Maske. Wer keine hatte, bekam sie in der Schule mit Desinfektionsmittel ausgehändigt, ehe es in die Klassen ging. Habe es sich zunächst wie nach den Sommerferien angefühlt, habe der direkte Einstieg in den Stoff dieses Gefühl sehr schnell korrigiert. Im Haus waren Gänge abgesperrt, jeder Kurs war halbiert und wurde in Doppelstunden unterrichtet. Nur die eigene Altersstufe zu sehen, war fast, als wäre man schon im Abitur. Vom Stoff her fühlt sie sich sicher. Nur: Was, wenn man vor den Prüfungen an Covid-19 erkranken würde und die Quarantäne-Zeit nicht mehr ausreicht?

Sina Wörndl, Gymnasium Miesbach

Auch für den Holzkirchner Michael Stocker war es irgendwie wie am ersten Schultag nach den Sommerferien – und doch auch ganz anders, weil man sich nicht überschwänglich begrüßen durfte, sondern Distanz halten musste. Auf Wunsch einer Mitschülerin machte sein Kurs – geteilt in zwei angrenzende Klassenzimmer – Unterricht mit Maske. „Das war ein bissl anstrengender, aber man gewöhnt sich.“ Dem Abitur sieht er gelassen entgegen. Schließlich seien sie in den zurückliegenden eineinhalb Jahren gut vorbereitet worden. Dass das Schulhaus so ungewohnt leer und ruhig sei, biete auch eine sehr entspannte Atmosphäre, in der man gut lernen könne.

Michi Stocker, Gymnasium Holzkirchen

Mehr zu den Schulen: BSZ Miesbach und Corona: Alles wird anders

Starterpakete verteilt

Der THW-Ortsverband Miesbach und das Staatliche Schulamt haben am Wochenende einen Sonderauftrag erledigt: Am späten Donnerstagabend teilte das Kultusministerium mit, dass sogenannte Starterpakete für alle Schüler, die in dieser Woche mit dem Präsenzunterricht beginnen sollten, verteilt werden müssen. Die Umsetzung des sehr kurzfristig anberaumten Auftrags begann laut Landratsamt schon in den frühen Morgenstunden des Freitags. Das THW holte den Mund-Nasen-Schutz aus dem Lager des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ab und portionierte die Pakete passgenau für jede Schule. Schulamtsleiter Jürgen Heiss organisierte die Absprache mit allen Schulen sämtlicher Schularten. Ein Vertreter jeder Schule holte die Starterpakete am Samstagvormittag am Schulamt ab. Verteilt wurden insgesamt 850 waschbare Masken für die Lehrer und 2715 Einwegmasken für die Schüler an 25 Schulen. Überzählige Masken wurden vom THW nach Garmisch gefahren.

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