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Axel Kisters ist Leiter des Staatlichen Gymnasiums in Holzkirchen.

Schulleiter des Gymnasiums in Elternzeit 

Kisters: „Es war ein riesiger Gewinn“

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Es ist eher ungewöhnlich für einen Mann in seiner Position: Axel Kisters (45), Schulleiter des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen, hat Elternzeit für seine kleine Tochter genommen. 

Herr Kisters, war die Elternzeit anstrengender als Ihr Job als Schulleiter? Wegen der vielen schlaflosen Nächte und so...

Kisters: Es ist kein Urlaub, wir haben auch keine Weltreise gemacht. Und gerade bei zwei Kindern gibt es viel zu tun. Aber es ist natürlich ein Geschenk, dass ich zwei Monate bei meiner Familie sein konnte. Ich bin sehr dankbar, dass ich das machen konnte. Für meine Familie und mich war es ein riesiger Gewinn.

Wie lange haben Sie eine Auszeit für Ihr Kind genommen?

Kisters: Bei meiner ersten Tochter Victoria, die heute zwei Jahre und vier Monate alt ist, konnte ich damals keine Elternzeit nehmen, weil ich neu an der Schule war und es noch keinen Stellvertreter gab. Bei meiner zweiten Tochter Antonia habe ich insgesamt zwei Monate Elternzeit genommen. Den ersten Monat ab dem Tag der Geburt, also ab dem 23. September und bis zum 22. Oktober 2016. Den zweiten Monat vom 23. Mai bis zum 22. Juni. Und da waren ja die Pfingstferien dazwischen, es waren also im zweiten Teil nur zwölf Schultage.

Würden Sie diese Erfahrung anderen Vätern auch empfehlen?

Kisters: Das muss jeder für sich entscheiden. Vorab hatte ich auch mit einem anderen Schulleiter gesprochen, der das gemacht hat. Das hat mir gezeigt, dass es möglich ist.

Dass ein Leiter eines Gymnasiums in Elternzeit geht, dürfte eher ungewöhnlich sein. War das Kultusministerium anfangs begeistert von Ihren Plänen?

Kisters: Ich hatte dort frühzeitig alle informiert. Und ich habe auch Unterstützung erfahren.

Und wie hat die Schulfamilie reagiert?

Kisters: Das war völlig unkompliziert. Ich habe alles vorab mit meinem Stellvertreter Andreas Lauer und der Schulverwaltung abgesprochen. Wir haben alles sauber vorbereitet.

Gab es trotzdem auch negative Reaktionen?

Kisters: Nein, zumindest ist keine Kritik zu mir gedrungen.

Lief der Schulbetrieb auch ohne Sie gut weiter?

Kisters: Ich bin begeistert davon, wie die das gemeistert haben. Für die Schule war es nicht nachteilig, dass ich weg war. Es wurde deshalb nichts aufgeschoben. Und mein Vertrauen in die Kollegen ist noch mehr gestiegen.

Ist es schwierig, sich jetzt wieder einzugewöhnen?

Kisters: Nein, dadurch, dass ich von Anfang an dabei war und die Schule vom Rohbau an wesentlich mitgestaltet habe, war ich schnell wieder drin. Das Gute: Wenn man kurz draußen war, hat man auch wieder einen neuen Blickwinkel auf die Schule.

Und wie kommt Ihre Frau daheim nun ohne Sie zurecht?

Kisters: Das ist natürlich schon wieder eine Umstellung. Ich versuche, nicht allzu spät nach Hause zu kommen.

Das Gespräch führte

Marlene Kadach

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