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Kein idealer Standort: Der Fahrradständer unterhalb der Marktapotheke ist „aus Sicherheitsgründen nicht gut“, wie der Runde Tisch Rad bemängelt.

Arbeitsgruppe entdeckt die Radlständer-Sünden im Ort

Das sind die schlimmsten Radl-Parkplätze in Holzkirchen

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Holzkirchen – Drahtesel brauchen Parkplätze: Doch die stehen oft versteckt oder gar nicht an den richtigen Punkten. Eine Arbeitsgruppe ändert das jetzt. Die schlimmsten Radlständer-Sünden:

Ein richtiger Felgenkiller befinde sich an der F ußgängerunterführung vor dem Oberbräu. „Der Runde Tisch stellte die Sichtbarkeit der Anlage infrage“, berichtete Haunschild. Romanski, der in der Sitzung Rederecht bekam, meinte, dass die jetzige Position nicht konform mit der Straßenverkehrsordnung sei. Denn die Radler könnten nicht ganz hinfahren, sondern müssten absteigen. „Die Zufahrt ist schlecht“, bestätigte Ulrike Küster (Grüne). Hier hakte Löwis ein: „Das Argument sticht nur, weil wir wollen, dass die Ständer genutzt werden“, betonte er. Nicht, weil es unzumutbar wäre, dass Radler absteigen.

Besser aufgehoben wären diese Ständer ein Stück weiter vorne, zwischen Bushaltestelle und Grünfläche, so Haunschild. Sepp Sappl jun. (CSU) fragte, ob sie dort mit den Tischen in die Quere kämen, die der Oberbräu vor der Tür aufstellt. Laut Romanski geht das in Ordnung.

Der Hintergrund

Steigen mehr Bürger aufs Fahrrad, reduziert das den motorisierten Verkehr im Ort, unter dem Holzkirchen so leidet. Doch die Abstellanlagen für die Drahtesel müssen auch geschickt platziert sein, damit sie genutzt werden. Außerdem sollten sie die Räder nicht kaputt machen, so wie besonders enge Exemplare, in die nur Vorderreifen reinpassen. „Felgenkiller sagt der Runde Tisch Rad dazu“, erklärte Geschäftsleiter Robert Haunschild jetzt im Verkehrsausschuss.

Ende Mai fand eine Begehung durch die Mitglieder des Runden Tischs Rad statt. Zu diesem gehören laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) der Fahrradbeauftragte Hartmut Romanski, Fraktionsvertreter, Verwaltungsmitarbeiter, Geschäftsleiter Haunschild sowie einige Vereine und Organisationen. In einem ersten Schritt inspizierten die Mitglieder die Radabstellanlagen im öffentlichen Raum und notierten Verbesserungsmöglichkeiten.

Die Anregungen zu neuralgischen Punkten stellte Haunschild jetzt in der Sitzung vor. „Wir gehen mit gutem Beispiel auf öffentlichem Raum voran“, erklärte er. Danach könne man private Eigentümer, etwa Gewerbetreibende ansprechen.

Weitere Radl-Sünden-Orte:

Eine Lösung gefunden werden muss ferner für die Ständer vor der Marktapotheke, die sich quasi auf dem Parkstreifen für Autos befinden. „Nicht der ideale Standort“, bemerkte Haunschild. Romanski sprach von einer kniffligen Stelle, weil die Autos in Richtung der Radständer wieder herausfahren. „Das ist aus Sicherheitsgründen nicht gut“, meinte er. „Wir könnten doch einen Parkplatz auflösen“, schlug Irmi Ammer (SPD) vor. Löwis schüttelte den Kopf: „Ich würde hier nicht das Fass aufmachen ,Radler gegen Autofahrer‘.“

Auch für Ständer am Hochgehweg vor dem Weltladen müsste ein Parkplatz für Autos wegfallen. Überlegt werden soll auch, ob man diejenigen vor dem ehemaligen Juwelier Ernst nicht einfach entfernt. Für Gelächter sorgte die Anlage am alten Friedhof, am Bahnhofsweg, die direkt neben den Autoparkplätzen steht. Darüber hängt ein blaues Park-Schild für Autos.

Infrage zu stellen sei die Anlage in der Frühlingstraße vor den Räumen, die auch die Tafel nutzt. „Man muss die Frequenz prüfen“, erklärte Haunschild. Ähnliches gelte für die Anlage am JUZ. Vielleicht könne man Flächen für Mopeds markieren. Bei Feuerwehr und BRK fehlen Parkmöglichkeiten für Fahrräder gänzlich. Auch im Bereich zwischen Raiffeisenbank und Brunnen wären solche eine Überlegung wert.

Eine von den „guten“ und geräumigen Radabstellanlagen gab es bislang am Marktplatz gegenüber dem Modehaus Jennerwein. Allerdings empfahl der Runde Tisch hier eine Verlegung Richtung Maibaum. „Weil es sonst zu eng ist“, meinte Haunschild. Laut Romanski ist das bereits geschehen. Rathausmitarbeiter trugen die Anlage kurzerhand zum neuen Standort.

Einen Beschluss gab es in der Sitzung nicht. Auf dem schnellen Verwaltungsweg sollen einige Maßnahmen möglichst noch heuer umgesetzt werden, nachdem der Runde Tisch nochmal draufgeschaut hat, erklärt Löwis auf Anfrage. „Die Kosten sind noch offen.“ Die Beträge seien aber wohl noch im diesjährigen Budget drinnen.

mar

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