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Machen gemeinsame Sache: Mathias Wolf (l.) und Cornelius Heuten inszenieren „Die Dornen Isais“, das Heuten selbst geschrieben hat. 

Pfarrjugend in Holzkirchen inszeniert „Die Dornen Isais“ um den Heiligen Josef

Skandal: Wenn Josef Maria sitzen lässt

Vom Nebendarsteller in der Bibel wird der Namenspatron der Holzkirchner Pfarrkirche jetzt mal zur Hauptfigur: Die Holzkirchner Pfarrjugend bringt in der Kirche St. Josef mit dem Großprojekt „Die Dornen Isais“ eine Geschichte über Josef auf die Bühne – biblisch inspiriert, aber zutiefst menschelnd.

Holzkirchen – Wenn das kein Skandal ist: Josef lässt Maria sitzen! Er kommt einfach nicht klar damit, dass Jesus nicht sein eigen Fleisch und Blut ist. Das ist der Gedankenansatz für das Bühnenstück „Die Dornen Isais“, das am kommenden Wochenende in der Holzkirchner Pfarrkirche St. Josef aufgeführt wird. Cornelius Heuten, der das Stück auch geschrieben hat, bringt es mit der Holzkirchner Pfarrjugend in der Reihe „St. Josef mit Leben füllen“ in der Pfarrkirche auf die Bühne. Eine imposante Inszenierung, die nicht nur von der Story, sondern auch von aufwendiger Lichttechnik und Musik lebt.

Vor rund einem Jahr hat Heuten mit der Planung des Stücks begonnen. „Beim Schreiben habe ich gemerkt, wie wichtig mir echte Gefühle und echte Personen sind“, berichtet der 22-jährige Student der Theaterwissenschaften, der auch vom Fools-Ensemble bekannt ist. „Ich habe Abstand von den Ikonen Josef und Maria genommen und sie mit echtem Leben gefüllt.“ Und er hat die Handlung aus der Bibel ins Heute transferiert.

So hadert Josef doch mit dem Sohn Jesus, der gar nicht von ihm stammt. Er verlässt Maria, landet sogar in einer Tabledance-Bar. Dort stellt er allerdings fest, dass er seine Frau schmerzlich vermisst – ein glückliches Ende gibt’s also doch. Ein weiterer Handlungsstrang dreht sich um Herodes, der vom römischen Kaiser die Aufgabe erhält, das Volk der Provinz Judäa unter Kontrolle zu bekommen. Als er hört, dass mit der Geburt Jesu ein neuer Messias geboren wurde, bekommt er es mit der Angst zu tun. Die Geschichte verspricht also, äußerst brisant und spannend zu werden.

Unterstützt wird die Handlung bei den Vorstellungen von einer großen Lichtshow. Mathias Wolf, der schon die „Nacht der Lichter“ in St. Laurentius inszenierte, freut sich auf die vielen aufwendigen Effekte, die nun in der neuen Kirche zum Einsatz kommen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Zuschauer eine Gänsehaut bekommen. Vor allem die Szene, in der Herodes die Kinder töten lässt, ist unheimlich stark“, sagt der 26-jährige Software-Ingenieur.

Heuten und Wolf wollten ursprünglich unabhängig voneinander etwas in St. Josef inszenieren. „Wir haben uns getroffen und festgestellt, dass wir da fusionieren können“, erzählt Wolf. Der komplette Kirchenraum wird nun bei „Die Dornen Isais“ genutzt. „Wir haben auf der Bühne ein sechs Meter hohes Gerüst, und mit vielen Lichteffekten beleuchten wir die komplette Architektur der Kirche“, erklärt Heuten.

Die Proben haben im November begonnen. 18 Darsteller mit Sprechrollen und 20 Statisten auf der Bühne und weitere 20 Jugendliche und junge Erwachsene dahinter sind im Einsatz für das Großprojekt. Die Mitwirkenden stammen aus den Reihen der Ministranten, der Pfadfinder und der katholischen jungen Gemeinde. Einige wirkten auch schon bei Heutens erster Inszenierung in St. Laurentius, „Wirken und Sterben des heiligen Laurentius“, mit. Bei der 1111-Jahr-Feier Holzkirchens lockte er mit dem Stück mehrere hundert Zuschauer in die Kirche. „Ich hoffe so sehr, dass die Kirche auch jetzt wieder voll ist“, sagt Heuten.

Finanziell wird „Die Dornen Isais“ vom Kreisjugendring Miesbach unterstützt. Der Eintritt zu den drei Vorstellungen des rund 90-minütigen biblisch inspirierten Stücks ist frei, das Ensemble freut sich aber über Spenden. „Überschüsse werden in neue Inszenierungen investiert“, sagt Heuten.

Die Aufführungen von „Die Dornen Isais“ finden am Freitag und Samstag, 15. und 16. März 2019, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 17. März 2019, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef in Holzkirchen statt.

Kathrin Suda

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