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Die Brückensperrung an der Rosenheimer Straße hat große Auswirkungen auf den Verkehr. 

Dauer-Baustelle an Rosenheimer Straße

So spüren Geschäftsinhaber die Brückensperrung

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Geschäftsinhaber spüren die Brücken-Sperrung an der Rosenheimer Straße. Bäcker Kuhn behauptet, dass sich das Landratsamt die Schichtzuschläge spart. Die Behörde widerspricht.

Holzkirchen - Etwa zeitgleich mit der Sperrung der nahegelegenen Brücke an der Rosenheimer Straße eröffnete Martin Kuhn seine neue Erlebnisbäckerei am HEP-Kreisel. Der Unternehmer spürt die Baustelle: „Der Umsatz ist niedriger als erhofft.“ Vor allem unter der Woche sei wenig los. Am Wochenende gehe es besser, da würden die Kunden längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Besonders mache sich der Verlust an der Bäckertheke bemerkbar. „Im Café spüren wir es nicht so extrem.“

Die Ausschreibung, die das Landratsamt für die Brückenarbeiten gemacht habe, sei „eine Unverschämtheit“, schimpft Kuhn. Er habe gehört, dass nur acht Stunden am Tag und samstags gar nicht gearbeitet werde, weil dann auf teuere Schichtzuschläge verzichtet werden könne. Dies führe dazu, dass die Baustelle über vier Monate dauere. Bürgermeister Olaf von Löwis sind Beschwerden zu Ohren gekommen, wonach die personelle Besetzung nicht die beste sei.

Lesen Sie auch: Wegen der Brückensperrung herrscht in dieser Straße Krieg

Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt, wehrt ab: „Die Angaben sind falsch.“ Die beauftragte Firma habe das wirtschaftlich günstigste Angebot abgegeben. „Allerdings ist bei diesem Bauvorhaben auch noch ein Dritter beteiligt, die Deutsche Bundesbahn.“ Die nehme Einfluss auf den Ablauf. „Dementsprechend werden die Nachtarbeiten ab dem 29. Mai kommen“, betont Nemitz. „Auch die entsprechenden Zuschläge werden wir dann zahlen müssen, die in der Tat recht teuer sind.“ Nemitz betont: „Ich verstehe, dass viele Anwohner auf die Belastungen einer solchen Großbaustelle emotional reagieren, gerade bei einer bis September geplanten Vollsperrung.“ Allerdings fehle bei den Beschwerdeführern meist die bautechnische Erfahrung. „Wir sind mit dem Fortschritt der Baustelle zufrieden und es zeichnen sich momentan keine Verzögerungen ab.“ Allerdings gebe es Gründe, warum Arbeiter nicht zu sehen sind, obwohl Arbeiten laufen. „Etwa wenn unter der Brücke bei den Widerlagern gearbeitet wird, sind keine Mitarbeiter zu sehen, da diese hinter abgehängten Gerüsten nicht wahrnehmbar sind.“ Zudem müsse der Beton aushärten. Nach der Sanierung sei eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren erreicht. Ein Neubau würde mindestens sechs Monate Vollsperrung bedeuten.

Etwas gelassener sieht derweil HEP-Inhaber Rainer Scherbaum die Situation: „Wir kriegen das schon ein bisschen zu spüren.“ Aber das HEP sei so beliebt, „dass die Leute trotzdem zu uns finden“. Beschwerden von Ladenbetreibern habe es nicht gegeben. Die Baustelle müsse nun mal sein. „Man kann die Brücke ja nicht zusammenbrechen lassen“, sagt er. 

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