An den Schaltern in der Filiale Holzkirchen der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee kehrt nach dem Umbau und dem Corona-Lockdown wieder Betriebsamkeit ein.
+
Abstand statt Austausch: Der Corona-Lockdown hat die Idee der Filiale der Zukunft als Treffpunkt für die Holzkirchner gestoppt. Nun kehrt langsam das Leben zurück.

Corona hat neues Konzept aufs Eis gelegt

Sparkasse in Holzkirchen: Neustart in der Filiale der Zukunft

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
    schließen

Mit ihrer Filiale der Zukunft in Holzkirchen wollte die Kreissparkasse neue Wege gehen. Die Bank als Treffpunkt für Menschen. Begegnung als Hauptmotiv, nicht das Bankgeschäft. Doch dann kam Corona und legte die Idee auf Eis. Nun kehrt mit den Lockerungen auch die Betriebsamkeit zurück.

Holzkirchen – Mit der neuen „Filiale der Zukunft“ in Holzkirchen hat die Kreissparkasse Ende 2019 einen großen Schritt in Richtung Innovation und Digitalisierung gemacht. „Damit verbinden wir Digitales und Regionales“, sagt Martin Mihalovits, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Kunden können den Service sowie digitale Schalter in der Filiale nutzen. Das Herzstück aber ist die sogenannte Nachbarschaftswand.

„Damit bieten wir unseren regionalen Firmen eine Plattform, um sich vorzustellen und ihre Produkte zu präsentieren.“ Daneben die Nachbarschaftsecke mit Gratis-Kaffee zum Verweilen, auch für Nicht-Kunden. Die Bank als Treffpunkt. „Das hat sehr gut funktioniert.“ Doch dann kam Corona.

Die Pandemie brachte das Gegenteil von dem mit, was eigentlich angestrebt war: Abstand statt Nähe, schnelles Erledigen statt Verweilen. Die Filiale der Zukunft wurde von der Gegenwart eingeholt.

Bank-Filiale erhalten - als Gegenpol zu immer mehr Online-Banking

Aktuell wird sie so genutzt wie alle anderen Filialen der Kreissparkasse auch. Kunden können unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln kommen und ihre Bankgeschäfte abwickeln. Auch Beratungen finden statt, und der Nachbarschaftstisch wird wieder genutzt – ebenfalls unter Corona-Bedingungen. Dazu gehört nun, ihn regelmäßig zu desinfizieren.

Eigentlich war der Nachbarschaftstisch dazu da, sich dort zu treffen, Beratungsgespräche für Kleinigkeiten wie das Einrichten für das Onlinebanking oder kurze Fragen zu nutzen. „Dies ist leider in diesem Umfang wegen Corona nicht möglich“, sagt Sparkassen-Sprecherin Babette Eberhardt. „Wir hoffen aber, dass wir den Tisch bald wieder so nutzen können wie vor Corona.“

Die Bank als Treffpunkt: Mit Events und Aktionen

Zudem mussten alle Veranstaltungen abgesagt werden, die in der Filiale der Zukunft geplant waren, darunter eine Osteraktion für die Kinder, die Interkulturelle Woche sowie verschiedene Veranstaltungen wie Lesungen, eine Vernissage und die Gesundheitswochen. „Sie wurden nach hinten verschoben“, berichtet Eberhardt. „Wir wollten nicht endgültig absagen. Aktuell plant das Team der Filiale in Holzkirchen aber schon wieder neue Termine.“ Denn unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln können Veranstaltungen ja stattfinden. „Wir planen deshalb Events mit zehn bis 15 Teilnehmern.“

Konkrete Termine stehen noch nicht fest. Laut Eberhardt soll die erste Veranstaltung nach Corona etwa Mitte September starten, „wenn die Ferien vorbei sind“. Geplant sei unter anderem ein Coaching für Unternehmer, wie sie sich am besten an der Nachbarschaftswand der Filiale präsentieren, die zu diesem Zweck für heimische Betriebe vorgesehen ist. Auch ein Bier-Tasting mit regionalen Brauereien sei geplant.

Zu Beginn seien viele Holzkirchner neugierig auf die Filiale der Zukunft gewesen, berichtet Eberhardt. Nun soll das öffentliche Leben wieder zunehmend dorthin zurückkehren. Auf der Warteliste für die Wand stehen noch einige heimische Betriebe, und auch bei den Veranstaltungen, bei denen auch ein Playstation-Turnier angedacht ist, gehen die kreativen Ideen nicht aus.

Auch interessant

Kommentare