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Innerhalb der nächsten sechs Wochen soll die Traglufthalle abgebaut werden. 

Nach Traglufthallen-Abbau 

Sport und Frühlingsfest am Moarhölzl?

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Die Traglufthalle wird abgebaut. Die Gemeinde hat Ideen für das Gelände: Sportanlagen und Frühlingsfest könnten ausgesiedelt werden. „Der Todesstoß“, befürchten die Schausteller.

Holzkirchen – Im April 2016 zogen die ersten Asylbewerber in die Traglufthalle am Moarhölzl. Einige Bürger äußerten Bedenken, vieles zerstreute sich aber im Laufe der Zeit. Obwohl in der Halle 320 Bewohner Platz gehabt hätten, wohnten maximal 190 darin. Trotzdem stellte die Anzahl den Helferkreis vor neue Herausforderungen, Ende 2016 traten die drei Integrationsbeauftragten zurück.

Nach gut einem Jahr wird die Traglufthalle nun abgebaut. Jetzt trafen sich Gemeinde und Landratsamt, um zu besprechen, was alles abgebaut werden soll. Eigentlich hätte der Übergabetermin zwischen Landratsamt und Hallenbetreiber Paranet am Freitag stattfinden sollen. „Krankheitsbedingt wurde der Termin auf 12. Mai verschoben“, erklärt Vize-Behördensprecher Gerhard Brandl. Paranet habe nun sechs Wochen Zeit, die Halle abzubauen. Laut Raphael Hock, Assistent der Geschäftsleitung von Paranet, steht der Termin noch nicht fest und sei wetterabhängig. Für den Rückbau der Container für Sanitäranlagen und Küche sei das Landratsamt zuständig.

Grundsätzlich wäre das Landratsamt dazu verpflichtet, das Gelände in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. „Es wird alles entfernt“, erklärt Brandl. „Die Wasserleitungen und Stromleitungen kommen ebenfalls weg.“ Selbst die Bodenverankerungen für die Halle – die einen schnelleren Wiederaufbau garantiert hätten – sollen raus. Wie berichtet, hatte die Regierung den Vorschlag des Landratsamts abgelehnt, Traglufthallen künftig als Notunterkünfte zu benennen. Für die Behörde ist das Thema daher vorerst vom Tisch, Turnhallen möchte sie nicht mehr belegen.

Dass es keine Traglufthalle mehr geben soll, bereitet Bürgermeister Olaf von Löwis Sorgen. „Wir haben keine weiteren Möglichkeiten, Asylbewerber unterzubringen“, betont er. „Wenn noch mal ein großer Schwung kommen würde, wird es schwierig.“

Auch ohne Halle könnte neuer Schwung ins Moarhölzl kommen. Der Kies, mit dem das Gelände befestigt wurde, bleibt auf Wunsch der Gemeinde. Denn sie hat Ideen für das Gelände, auch wenn es noch keinen Beschluss gibt. Im Flächennutzungsplan ist es laut Löwis für Sportanlagen ausgewiesen. Bekanntlich stehen die Aussiedlung des Eisstadions und der TuS-Fußballplätze im Raum. Aber: „Ich persönlich würde das Eisstadion erst mal dort lassen, wo es ist.“ Das sei die finanziell tragfähigste Lösung. Was die Fußballplätze angeht, müsse man mit den Sportlern sprechen. Auch der Bikepark sei nicht vom Tisch, obwohl die RSLC seine Pläne vorerst eingefroren hat, nachdem Behörden eine ordentliche Erschließung von der B 13 aus gefordert hatten.

Zusätzlich könnte laut Löwis das Frühlingsfest, das mitten im Ort stattfindet, ausgesiedelt werden. Kommt der Rathausanbau, wäre die Fläche am Herdergarten zu klein dafür. Allerdings ist die Rathauserweiterung im Gemeinderat umstritten. Unabhängig davon hätte eine Aussiedlung Vorteile: „Man hätte keine Lärmbelästigung.“ Davon abgesehen überlege die Gemeinde, den Herdergarten zu überplanen. Andreas Forstner, Vorsitzender des Musikzugs, der das Frühlingsfest organisiert, sagt: „Wir warten ab.“ 2017 und 2018 finde das Fest im Ortskern statt. Die Polizei hätte Bedenken, das Fest ans Moarhölzl zu verlegen. Paulus Fischer von der Polizei Holzkirchen berichtigt: „Wir hatten Bedenken aufgrund der derzeitigen Infrastruktur.“ Falls eine bessere Erschließung entstehen würde, lege die Polizei kein Veto ein.

Ein Veto legt dafür Magdalena Kübler vom gleichnamigen Schaustellerbetrieb ein, der das Frühlingsfest seit über 40 Jahren bestückt. „Die Aussiedlung wäre der Todesstoß für das Frühlingsfest“, befürchtet sie. Anderen Volksfesten sei es ebenso ergangen. Die Anbindung ans Moarhözl wäre zu schlecht, um genug Besucher anzulocken. „Da geht kein Mensch zu Fuß raus.“ Zudem sei es eine Sicherheitsfrage, wenn Angetrunkene an der B13 entlang liefen. „Wir sind ein erfolgreiches Volksfest.“ Zum 40. Jubiläum schaffte man sogar ein Riesenrad nach Holzkirchen. Sie, Gemeinde und Musikzug sollten sich an einen Tisch setzen und beschließen, das Fest dort zu belassen, wo es hingehöre: „An den Herdergarten.“

Löwis weiß, dass die Anbindung an Ort und Bahnhof wichtig ist. Das könne man über einen Shuttlebus oder eine Unterführung lösen. „Wir hoffen, dass das Frühlingsfest nicht in Gefahr ist“, sagt Forstner. Immerhin sei es die finanzielle Grundlage seines Vereins.

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