Einen Kunstrasenplatz zur vereinsübergreifenden Nutzung könnten sich die Sportfreunde auf ihrem Vereinsgelände in Föching vorstellen. Foto: Thomas Plettenberg
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Einen Kunstrasenplatz zur vereinsübergreifenden Nutzung könnten sich die Sportfreunde auf ihrem Vereinsgelände in Föching vorstellen.

Projekt in Holzkirchen

Sportentwicklungskonzept: 30 Empfehlungen und neun Leitziele

Neun Leitziele und 30 konkrete Empfehlungen hat eine Planungsgruppe aus der Umfrage zum Breiten- und Vereinssport in Holzkirchen herausgefiltert. Sie reichen vom Kunstrasenplatz über Plastikflächen für den Eissport bis hin zu neuen Hallen. Prioritäten zu setzen, obliegt nun den kommunalen Gremien.

Holzkirchen – Die Holzkirchner sind eigentlich zufrieden mit den Sportmöglichkeiten in ihrer Gemeinde. Das jedenfalls hatte die Umfrage ergeben, mit der Stefan Eckl vom Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) den Zustand des Breiten- und Vereinssports in Holzkirchen untersucht hatte (wir berichteten). Mit den Resultaten der Umfrage beschäftigte sich in den vergangenen Monaten eine Planungsgruppe mit Vertretern von Holzkirchner Vereinen und der Bürgerschaft. Die Ergebnisse aus dieser Gruppe flossen in eine Handreichung ein, die Eckl nun den Marktgemeinderäten vorstellte. Mit neun Leitzielen und 30 konkreten Empfehlungen wird in dem Dokument die Grundlage für einen Holzkirchner Sportentwicklungsplan gelegt.

„Angebote gibt es gute, aber man muss sie halt auch bekannt machen“ – so fasste Eckl eines der Leitziele zusammen, das die Planungsgruppe vorgab. Die digitale Kommunikation von Sportmöglichkeiten sei daher eine wichtige und nach Ansicht Eckls leicht umsetzbare Maßnahme. Auch den Ausbau von Fahrradwegen und ein Konzept für Laufsportwege zählte der Planer als Leitziele für die Marktgemeinde auf. Dies beinhalte etwa die Beschilderung und Beleuchtung von Wegen. Auch eine Finnenlaufbahn mit Fitnessgeräten könnte sich der Experte vorstellen, „damit man einen kleinen Fitnessparcours hat“.

Neuer Kunstrasenplatz - Eisstadion weiter verfolgen

Aus Vereinen und Öffentlichkeit kam der Wunsch, die Schulsportplätze zu öffnen, berichtete Eckl. Doch er schränkte ein: „Mir war bewusst, dass es hier Konfliktpotenzial und Gesprächsbedarf gibt.“ Dies gilt auch für den Wunsch, mehr Optionen für Mountainbiker zu schaffen. „Ich weiß um die Schwierigkeiten mit Jägern und Bauern.“ Es sei ihm daher wichtig, zu betonen, dass die vorgestellten Empfehlungen „erst mal Vorüberlegungen sind, die noch abgestimmt werden müssen“.

Konkrete Überlegungen stellte der Experte für den organisierten Ballsport an. So fehle in Holzkirchen ein Kunstrasenplatz, auf dem auch im Winter trainiert werden kann. Die Sportfreunde Föching, so Eckl, hätten signalisiert, den eigenen Rasenplatz umbauen und vereinsübergreifend nutzen zu lassen. Der TuS Holzkirchen möchte gerne weitgehend von der Haidstraße wegziehen. „Das geht eventuell in Richtung Moarhölzl – mit allen Problemen, die das haben kann, etwa die Erreichbarkeit“, fasste Eckl die Ergebnisse aus der Planungsgruppe zusammen.

Ein für die Planungsgruppe dringliches Thema sei auch ein neuer Tennisstandort sowie ein Platz für den Eissport. Eckl riet dazu, die Idee der Eissporthalle weiter zu verfolgen. „Aber man sollte überlegen, Alternativen dazu zu finden“, sagte der Experte. Es gebe etwa die Möglichkeit, Eissport auf Plastikflächen auszuüben. Diese seien mobil, überdachbar und für den Amateursport geeignet. So könnte man kurzfristig Ersatz für das alte Eisstadion schaffen.

Dem Schulsport fehlt eine Halle

Dass in Holzkirchen eine Sporthalle fehlt, stellte Eckl auf der Grundlage eigener Berechnungen fest. Vor allem im Bereich von Gymnasium/FOS und der Quirin-Regler-Grundschule herrsche Unterversorgung. „Da müssen Sie in Zukunft über Neubauten nachdenken“, betonte der Experte gegenüber den Gemeinderäten. Perspektivisch brauche Holzkirchen aber nicht nur eine größere ballsporttaugliche Halle, sondern mehrere kleinere Hallen oder Gymnastikräume. Dies sei etwa für Präventionssport oder Kursangebote wichtig.

Von der Planungsgruppe als weniger wichtig eingeschätzt wurde indes der Wunsch aus der Bevölkerung nach einem Holzkirchner Freibad. „Das wäre durchaus eine Option, ist aber eher langfristig angelegt“, betonte Eckl.

Simon Ammer (SPD) begrüßte die Empfehlungen des Experten. Seiner Meinung nach sei deutlich geworden, dass nicht alles gleich Geld koste: „Man kann an kleinen Stellschrauben drehen und große Effekte haben.“ Johannes Dörder (CSU) hingegen riet dazu, Rücklagen zu bilden: „Die Empfehlungen sind umsetzbar, aber sie kosten Geld.“ Anita Gritschneder (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich befremdet über einen Satz in der Beschlussvorlage, wonach die Gemeindeverwaltung künftig die Prioritäten des Sportentwicklungsplans setze. Doch Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) stellte klar: Besprochen würden alle weiteren Schritte in den Gremien des Gemeinderats, die Verwaltung mache nur Vorarbeiten. So steht es nun im Beschluss, den die Räte gegen die Stimme von Martin Taubenberger (FWG) verabschiedeten.

Andreas Wolkenstein

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