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Wo könnte eine neue Eishalle entstehen?

Sportentwicklungsplan: Ein erster Schritt mit Nebengeräuschen

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Der Marktgemeinderat hat den Sportentwicklungsplan angeschoben – unter dem missmutigen Gegrummel des Fördervereins Holzkirchner Halle. Auch im Gremium selbst hält sich hartnäckig Skepsis.

Holzkirchen – Nicht einmal einen Monat hat es gedauert vom Wunsch bis zur politischen Willensbekundung. Ende September tagte der Runde Tisch Sport und regte einen Sportentwicklungsplan (SEP) an. Dieser soll wie berichtet aufzeigen, welche Sportstätten Holzkirchen braucht, wo die Fußballer künftig spielen könnten und wo eine neue Eishalle seinen Platz finden könnte. An diesem Dienstag brachte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung das Gutachten auf den Weg.

Ein wichtiges Zeichen, das den Willen der Marktgemeinde unterstreiche, mit den Vereinen den Sport im Ort aktiv zukunftsträchtig zu entwickeln, wie Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) befand. „Wir wollen nicht, dass der Eindruck entsteht, dass wir bis zum Sankt Nimmerleinstag nur diskutieren“, betonte er. Gesagt, getan. Das Gremium stimmte bei einer Gegenstimme (Ulrike Küster von den Grünen) pro SEP. Jedoch nicht ohne Nebengeräusche.

Hinten, auf den Zuschauerplätzen, hatten mehrere Mitglieder des Fördervereins Holzkirchner Halle Platz genommen. Der Verein sitzt zwar auch mit am Runden Tisch, sieht aber die eigenen Pläne für ein Eis- und Mehrzweckzentrum in der Alten Au durch das gemeindliche Vorgehen vorerst ausgebremst. In der Sitzung machte manch Hallenförderer seinem Missmut Luft, wenn auch nur leise hörbar. „Scheißdreck“ und „so ein Quatsch“, zischte es mehrfach aus dem Hintergrund.

Einmal entfuhr einem Anwesenden ein lautes, zustimmendes „genau“, als SPD-Gemeinderat Hans Putzer seine Skepsis am Erfolg des SEP zum Ausdruck brachte. „Ich glaube nicht, dass alle Kosten- und Standortfragen gelöst sind, wenn wir die Planungen vorliegen haben“, sagte er. Eine Befürchtung, die der Förderverein offenbar teilt.

Tags drauf scheint der Missmut beim Förderverein schon wieder abgeflaut, zumindest beim Vorsitzenden Josef Wochinger. Freilich verzögere sich nun alles ein bisschen, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Und ja, man habe sich ein anderes Vorgehen gewünscht. „Einfach mal den Spaten wo reinhauen, und nicht noch ein Gutachten und noch eins“, sagt Wochinger, räumt aber ein: Das SEP sei dennoch „besser als nix“. Am Runden Tisch werde sich der Förderverein „natürlich“ weiterhin einbringen. Wochinger: „Wir werden weiter an der Front kämpfen.“

Das sind die Ideen des Fördervereins

Die Front, das ist der Runde Tisch. Dessen Teilnehmer, erläuterte Standortförderin Eva Schmitz im Gemeinderat, sollen nun unter anderem festlegen, welche Standorte für Neubauten ein Fachbüro im SEP überprüfen soll. Auch konkrete Ziele soll der Tisch formulieren. Gut so, fand Martina Schweighofer (CSU): „Eine reine Bestandsaufnahme ist zu wenig.“

In der Zwischenzeit führt die Verwaltung eine Markterkundung durch. Sprich: Sie holt Angebote ein. Erste Interessenten, verriet Löwis, hätten sich nach der Berichterstattung in der Heimatzeitung bereits im Rathaus gemeldet. Liegen die Angebote samt Kostenvoranschläge und die konkreten inhaltlichen Wünsche vor, entscheidet der Marktgemeinderat nochmals, bei welchem Fachbüro die SEP in Auftrag gegeben wird, erklärte Schmitz.

Zuvor hatten Elisabeth Dasch (SPD) und Ulrike Küster „formelle“ Sorgen geäußert, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, ohne die Kosten zu kennen. Es handele sich dabei um keinen Blankoscheck zur Auftragsvergabe, versicherte Löwis, sondern um einen Beschluss mit Symbolkraft. Schließlich erwarten sich die Vereine am Tisch Ergebnisse – möglichst bis Ende 2019.

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