St. Josef wird am 18. März geweiht 

Auch der Kardinal wird staunen

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Der große Moment naht: In 25 Tagen wird St. Josef geweiht. Auch Kardinal Reinhard Marx wird am 18. März über einen Raum staunen, der in einzigartigen Ringen in die Höhe wächst. So ein Gotteshaus hat die Welt noch nicht gesehen.

Holzkirchen St. Josef ist noch nicht da, hat aber reserviert. Im Vorraum der neuen Kirche, wo sich die Wege teilen in die kleinere Kapelle und in die mächtige Rundkirche, wird der Kirchenpatron künftig die Besucher begrüßen. Noch huschen Handwerker hin und her, es riecht nach Farbe. Pfarrer Gottfried Doll und Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Hefter zeigen auf ein Podest in der weißen Holzkonstruktion, hinter der sich die Sakristei-Türen verbergen. „Dort ist für St. Josef reserviert“, sagt Doll.

Bald wird er dort stehen. Am 6. März sollen die Arbeiter fertig sein, dann ist die Übergabe geplant. „Eineinhalb Wochen bleiben uns dann, um alles einzuräumen und die Abläufe zu proben“, sagt der Pfarrer. Auf den 18. März fiebern sie alle hin. Die 470 Sitzplätze des einzigartigen Neubaus werden erstmals komplett besetzt sein, wenn um 9.30 Uhr Kardinal Reinhard Marx einzieht. Ein besonderer Moment auch für den Kardinal, eine neue Kirche weiht selbst ein Erzbischof nicht alle Tage.

Nach sechs Jahren bekommen 6444 Holzkirchner Katholiken ihre Kirche zurück. Knapp elf Millionen Euro investierte die Erzdiözese in den Kirchenkomplex mit Pfarrkirche, Kapelle (80 Plätze) und Außenbereich. Die Pfarrei steuert rund 100 000 Euro bei. Der Vorgängerbau an gleicher Stelle, eingeweiht 1962, musste 2012 gesperrt und später abgerissen werden, weil aufgrund von Baumängeln die Statik wackelte.

„Ich habe der alten Kirche schon Tränen nachgeweint“, sagt Hefter, „aber dieser Neubau, der begeistert mich.“ Wichtig war der Pfarrgemeinde, wenigstens symbolische Teile der alten Kirche in den Neubau zu integrieren. 

Der Grundstein von 1961 prangt an der Wand der Sakristei; das alte Taufbecken ist wieder da, ebenso Altar und Tabernakel. Passend dazu schuf Bildhauer Fritz Brosig, der schon den Altar der alten Kirche geschaffen hatte, einen Ambo (Lesepult) und die Sitze (Sedilien). Die alte Bronzetür mit den Szenen aus der Ortsgeschichte und den Bergkristallen schmückt den Eingang zur Kapelle. Etwas aufgerüstet (26 Register) und nunmehr breit aufgestellt findet sich die alte Orgel wieder.

Die traditionellen Tupfer würzen die spektakuläre Form des Gotteshauses, die ein atemberaubendes Raumgefühl vermittelt. Ein acht mal zwölf Meter großes Dach aus Plexiglas krönt den abgestumpften Kegel. Einzigartige Holzwaben vermitteln trotz der Höhe behagliche Iglu-Atmosphäre. „Ich spüre Wärme und Geborgenheit“, sagt Pfarrer Doll.

Von außen ein vermeintlich unscheinbarer, eingeschindelter Kegel wächst das Kircheninnere zu ungeahnter Erhabenheit auf – fast so wie in den Harry-Potter-Filmen, wenn sich ein äußerlich kleines Campingzelt im Inneren in eine geräumige Luxus-Jurte verwandelt.

Zaubern muss Kardinal Marx am 18. März nicht. Während der Weihe-Zeremonie muss er aber klettern, zwölfmal sogar. Er wird die Stellen auf den Balken salben, wo die Apostellichter befestigt werden. „Die Apostel stehen für das Volk Gottes“, erklärt Doll. Als wichtigste Zeugen der Lehre Jesu symbolisieren sie die Kontinuität der „apostolischen Kirche“ – auch wenn sie 2018 in Holzkirchen eine ganz neue Form gefunden hat.

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