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„Die Künstler lechzen nach Auftritten“

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Reizvolle Architektur, gute Akustik: Die Kirche St. Josef dient auch als Konzertsaal, nachdem Matthias Hefter, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, die Reihe „St. Josef mit Leben füllen“ konzipiert hat.
Reizvolle Architektur, gute Akustik: Die Kirche St. Josef dient auch als Konzertsaal, nachdem Matthias Hefter, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, die Reihe „St. Josef mit Leben füllen“ konzipiert hat. © Andreas leder

Holzkirchen – Nach monatelanger Pandemie-Pause meldet sich die Konzertreihe „St. Josef mit Leben füllen“ zurück. Zum Auftakt an diesem Samstagabend sprachen wir mit dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats Matthias Hefter (65), der das Format konzipiert hat.

Herr Hefter, 2020 ist die Reihe „St. Josef mit Leben erfüllen“ dem Lockdown zum Opfer gefallen. Wie fühlen Sie sich jetzt, da die Reihe wieder startet?

Ich freue mich sehr. Die Idee der Reihe ist ja, diesen wunderbaren Neubau zu öffnen – auch für kirchenferne Besucher. Was passt da besser als Musik, auch zu Ehren Gottes? Ich bin sehr froh, dass Pfarrer Gottfried Doll, die Kirchenverwaltung und unser Kirchenmusiker voll hinter dieser Konzertreihe stehen, was nicht selbstverständlich ist. Vor allem aber freue ich mich für die Künstler. Für sie war der Lockdown eine Katastrophe. Denen wurde der Boden unter den Füßen weggezogen.

Sie haben hochkarätige Künstler gewonnen. Wie rechnet sich das bei freiem Eintritt?

Die Künstler wissen, dass ihnen unsere Pfarrei keine Mindestgage zusichern kann. Wir übernehmen nur die Kosten für den Druck des Programmhefts, die Werbung und die Gema-Gebühren. Etwa 90 Prozent der Veranstaltungen in der Reihe finden auf Spendenbasis statt. Die zweite Möglichkeit ist, dass die Künstler selbst als Veranstalter auftreten.

Sie können wegen der Abstandsregel nur einen Bruchteil der rund 500 Publikumsplätze besetzen. Da werden auch die Spenden geringer ausfallen.

Wir können 120 Einzelplätze vergeben. Wenn Paare oder Haushalte kommen auch mehr. Die Künstler haben dieses Problem auch an anderen Veranstaltungsorten wie dem Gasteig in München. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Künstler derzeit nach Auftrittsmöglichkeiten lechzen. Viele haben über Mund-zu-Mund-Propaganda von der Reihe erfahren. St. Josef genießt unter den Künstlern einen guten Ruf, was am wunderschönen Raum und der tollen Akustik liegt.

Welcher Programmpunkt der diesjährigen Reihe gefällt Ihnen besonders?

Da tue ich mich schwer (überlegt). Wir haben ja ein enorm breites Spektrum – von der Renaissance bis zur Moderne. Ich selbst habe auch einen breiten Musikgeschmack von echter Volksmusik über Klassik bis zu Rap, und ich höre gern FM4. Da ist mir nur „House of Pain“ am Mittwochabend zu gach.

St. Josef ist ein noch junges Gotteshaus. Welche Folgen hat der Lockdown für die Gemeinde?

Corona-bedingt dürfte sich der Kirchenbesuch halbiert haben. Auch viele treue Besucher trauen sich einfach noch nicht, zu kommen. Ich habe schon die Sorge, dass jene, die zu den Radio- und Fernseh-Messen abgewandert sind oder die sich an einen freien Sonntag ohne Kirchenbesuch gewöhnt haben, nicht mehr wiederkommen. Nach der Einweihung von St. Josef im März 2018 war es uns gelungen, in den Familienmessen langsam wieder Familien mit Kindern zu gewinnen. Corona machte das zunichte. Nur ganz zaghaft kommt die eine oder andere Familie wieder zurück.

Die Konzertreihe

„St. Josef mit Leben füllen“ startet am 3. Juli, 20 Uhr, mit einem Konzert des Doppelbläser-Quintetts Prinzregenten-Ensemble München und der russischen Sopranistin Ekaterina Isachenko. Die Musiker intonieren Werke von Alexander Borodin und Johann Strauss Sohn. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Bitte beachten Sie die geltenden Corona-Regeln.

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