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Pfarrer Gottfried Doll und Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Hefter wünschen sich für das neue Pastoralkonzept viele Hinweise der Gläubigen.  

St. Josef und Laurentius in Holzkirchen

Fragebogen für Gläubige: Pfarrei plant neues Pastoralkonzept

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Was erwarten Holzkirchner Katholiken von ihrer Pfarrei? St. Josef und Laurentius hat sich auf den Weg gemacht, das Seelsorge-Konzept komplett neu aufzustellen. Dafür ist die Basis gefragt.

Holzkirchen – 6500 Gläubige zählt die katholische Pfarrei Holzkirchen aktuell. Das klingt nach viel, wird aber immer weniger. „Wir haben jedes Jahr etwa 50 Kirchenaustritte“, sagt Pfarrer Gottfried Doll. Zum Verhängnis wird gerade den Holzkirchnern die hohe Fluktuation im Ort. „Zieht man um und meldet sich neu an, bietet das einen bequemen Anlass, gleich auch aus der Kirche auszutreten.“ Die große Frage lautet: Lässt sich dieser Trend stoppen und wenn ja, wie? Was kann die Pfarrei tun, um die Menschen zu erreichen? Doll gesteht, dass die katholische Kirche zuweilen recht verloren in der Zeit schwimmt: „Über manche Bedürfnisse unserer Gläubigen können wir nur mutmaßen.“

Neue Wege sind gesucht – und dafür sind Doll und sein Team bereit, das ganze Pastoralkonzept neu zu justieren. Entscheidende Hinweise darf die Basis selbst liefern: Im aktuellen „Kircha-Blattl“ ist ein 16-seitiger Fragebogen abgedruckt. Ausführlich und teilweise sehr differenziert wollen Pfarrgemeinderat und Seelsorger wissen, welche Angebote sich die Gläubigen wünschen und wie sie die Arbeit der Pfarrei bewerten. „Wir hoffen auf guten Rücklauf“, sagt Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Matthias Hefter. „Je mehr mitmachen, desto klarer werden die Aussagen.“ Nicht alle Fragen müssen zwingend beantwortet werden, betont Doll. Nicht zuletzt erwartet er Hinweise, wann und wo künftig Gottesdienste stattfinden. „Ich bin gespannt, was die Basis sagt.“

Der Fragebogen ist vielleicht die wichtigste, aber nicht die einzige Basis für ein Pastoralkonzept. Pfarrer und Pfarrgemeinderat brüten über Sozialraumanalysen, der Bertelsmann-Studie, demografischen Tendenzen und den Auswirkungen der Fluktuation in Holzkirchen. „Dieser Prozess ist ein Innehalten“, betont Hefter, „wo stehen wir und wo wollen wir hin?“

In einem zunehmend städtischeren Umfeld gelte es, die Holzkirchner in ihrer Wirklichkeit abzuholen. „Der Trend verstärkt sich, dass beide Eltern arbeiten“, sagt Doll, „Kinderbetreuung wird immer noch wichtiger.“ Familienverbände können kaum mehr helfen, weil „die Oma in Bremen und der Opa in Stuttgart wohnen“, so Hefter.

Gerade auf Eltern mit Kindern ruhen viele Hoffnungen. „Ich wünsche mir so sehr, dass Familien wieder in die neue Kirche St. Josef kommen.“ Bei der großen Einweihung am 18. März werde das Gotteshaus sicher voll sein, weiß Hefter, „unsere Aufgabe ist es, dieses besondere Gotteshaus auch ab dem 19. März mit Leben zu füllen“. Pfarrer Doll erinnert daran, dass eine Pfarrei heute stärker denn je gefordert sei, mit ihren Botschaften auf die Menschen zuzugehen – und nicht auf sie zu warten: „Als Kirche haben wir einen missionarischen Auftrag.“

Hier gibt‘s den Fragebogen zum Pastoralkonzept der Holzkirchner Pfarrei

Der Fragebogen zum Pastoralkonzept kann aus der Heftmitte des an alle Haushalte verteilten „Kircha-Blattls“ gelöst werden. Wahlweise kann er von der Homepagewww.pv-holzkirchen-warngau.de heruntergeladen werden. Für ausgefüllte Bögen stehen unter anderem zwei Wahlurnen in St.  Laurentius und im Pfarrheim bereit. Abgabeschluss: 1. September.

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