Eine Radfahrerin fährt an der Münchner Straße in Holzkichen an einem Tempo 30 Schild vorbei.
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Eine Radfahrerin in der Münchner Straße in Holzkirchen.

Ludwig Würmseer vom letztjährigen Team-Sieger im Interview

Stadtradeln 2020: Acht Gemeinden sind dabei

Das Stadtradeln gab‘s bisher erst ein Mal im Landkreis Miesbach, in Holzkirchen. Ab Samstag sind nun schon acht Gemeinden dabei. Wir haben bei Ludwig Würmseer aus dem Siegerteam von 2019 nachgefragt, wie es um die „Titelverteidigung“ steht.

Da es das Stadtradeln im Kreis Miesbach bisher nur in Holzkirchen gab, gibt es auch erst ein Meisterteam: das Team Schlauchä um Ludwig Würmseer, bekannt auch als Holzkirchner Feuerwehrkommandant. Mit ihm haben wir übers Stadtradeln gesprochen.

Herr Würmseer, Ihr Team ist alleiniger und bisher einziger „Stadtradeln“-Titelträger im Landkreis. Wie gesichert ist die Titelverteidigung?

Da wird nicht jeder sofort Juhu schreien.

Ludwig Würmseer übers Stadtradeln im Herbst

Ludwig Würmseer: „Puh. Das wird schwer. Ich fürchte, das letzte Jahr ist kaum zu toppen. Die üblichen Feierabendrunden werden schwerer zusammenzubekommen sein. Das Stadtradeln ist heuer ja im Oktober, und da ist es schon um 18 Uhr dunkel. Und kälter ist es auch. Da wird nicht jeder sofort Juhu schreien.“

Holzkirchens Feuerwehrkommandant Ludwig Würmseer war voriges Jahr schon dabei: Beim Stadtradeln in Holzkirchen holte er mit dem Team Schlauchä den Teamsieg.

Ihre Truppe war die teilnehmerstärkste vergangenes Jahr. Haben Sie Abgänge zu verzeichnen?

Würmseer: „Da muss ich selber erst mal nachschauen. Einige Anmeldungen hab’ ich schon. Womöglich muss ich noch ein paar zum Mitmachen animieren.“

War es eine rechte Schinderei für Sie?

Würmseer: „Naja. Das kann man sich bei uns in der Gegend ja aussuchen, ob man sich schindet. Es waren schon ein paar harte Strecken dabei, aber vor allem war es eine Mordsgaudi. In unserer Mannschaft hat der eine den anderen ein bissl angestachelt. Da sind am Ende schon ein paar mehr Kilometer dazugekommen.“

Ziel der Aktion ist es ja, dass die Menschen dauerhaft aufs Rad umsteigen. Hat’s bei Ihnen geklappt?

Würmseer: „Das hat’s gar nicht gebraucht. Ich bin ja vorher schon mit dem Rad zur Arbeit gefahren, und das mach’ ich nach wie vor so. Weil der Weg aber nur einen Kilometer lang ist, kam dadurch fürs Stadtradeln nicht viel zusammen.“

Ihre Wünsche fürs Stadtradeln?

Würmseer: „Ich hoffe auf schönes Wetter – wenigstens am Wochenende, damit wir da viel radeln können. Ansonsten hoffe ich auf eine Wiederholung nächstes Jahr. Dann wieder im Sommer und hoffentlich ohne Corona.“

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Stadtradeln: Diese Gemeinden im Landkreis Miesbach sind 2020 dabei, und so funktioniert’s 

Holzkirchen hat vergangenes Jahr den Anfang gemacht, heuer sind auch Miesbach, Irschenberg, Weyarn, Otterfing, Tegernsee, Bad Wiessee und Gmund dabei. Und der Landkreis ruft ebenfalls dazu auf, sich in den Sattel zu schwingen.

Und so läuft’s ab: Auf der Internetseite zum Stadtradeln im Landkreis kann jeder seine teilnehmende Gemeinde suchen und sich dort oder auf Landkreis-Ebene registrieren. Entweder man tritt einem bestehenden, offenen Team bei oder gründet selbst eines (Minimum zwei Mitglieder). 59 Teams mit 270 Personen waren bis Donnerstagnachmittag gelistet. Dann heißt es: ab in den Sattel, Kilometer fressen und vor allem: notieren. Auf der Stadtradel-Homepage kann man sie dann eintragen, und am Ende gibt es für die Sieger Preise – Fahrradzubehör zum Beispiel. Die Aktion läuft von Samstag, 3. Oktober, bis Freitag, 23. Oktober. Insbesondere Wege innerhalb des eigenen Wohnorts haben die Initiatoren der Aktion im Blick.

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Ansatz der Initiative war es ursprünglich, dass „Kommunalparlamente“ als Vorbild für Klimaschutz in die Pedale treten und zusammen mit den Bürgern möglichst viele Kilometer erradeln. Aus den teilnehmenden Kommunen sind folglich auch Politiker dabei, 28 bislang. Ziel ist neben der CO2-Einsparung auch, für das Thema Radverkehr zu sensibilisieren. Während der 21 Tage Stadtradeln können Fahrradfahrer über die kostenlose App „RADar!“ auch störende oder gefährliche Stellen im Radwegeverlauf an ihre Rathäuser melden.

Daniel Krehl

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