Festnahme im Mordfall Peggy

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Die Striche gehören auf die Straße: Beim Markieren des Fahrrad- Schutzstreifens in der Industriestraße schwenkten die Arbeiter auf diesem Abschnitt versehentlich auf den Fußweg, wohl irritiert von der alten Markierung (vorne).

Radschutzstreifen in Holzkirchen falsch markiert

Streifenpanne im Gewerbegebiet

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Gut gemeint, aber nicht gut gemacht: Beim Markieren des Radschutzstreifens in der Industriestraße ist versehentlich auch ein Bürgersteig gestrichelt worden. Zudem fehlen an den neuralgischen Stellen rote Einfärbungen. Ein holpriger Start für ein Modell, das doch als leuchtendes Vorbild dienen soll.

Holzkirchen – Lange dauerte es, ehe die Gemeinde die erste radlfreundliche Maßnahme ihres Ortsentwicklungs- und Mobilitätskonzeptes auf die Straße bekam. Vor wenigen Tagen rückte eine Firma an, um die breite Industriestraße mit Fahrradschutzstreifen zu versehen – jeweils 1,25 Meter auf beiden Seiten, vom Kreisverkehr am Grünen Zentrum bis zur Einfahrt Mercedes-Schmid.

Auf 140 Metern ist das aber gründlich schiefgelaufen. Die Arbeiter ließen sich von einer alten Hilfsmarkierung am Kreisel in die Irre leiten, die es Radlern, die bis dato auf dem Geh- und Radweg unterwegs waren, erleichtern sollte, in den Kreisel einzufahren. Prompt strichelten sie den Geh- und Radweg, anstatt die alte Ableitung zu entfernen und auf der Straße zu markieren. „Ich hoffe auf baldige Nachbesserung“, sagt Hartmut Romanski, der Fahrrad-Beauftragte der Marktgemeinde.

Wie die Gemeindeverwaltung auf Anfrage mitteilt, überlegte man zunächst, ob die fehlerhafte Markierung nicht doch bleiben kann. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde das aber verworfen. Die Firma soll den richtigen Schutzstreifen noch in diesem Jahr auftragen und die fehlerhafte Markierung entfernen.

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Romanski reicht das nicht. „Ich wünsche mir, dass das ein Vorzeige-Fahrradstreifen für Holzkirchen und den ganzen Landkreis wird“, sagt der Radl-Beauftragte. Dazu gehören seiner Meinung nach rote Einfärbungen des Streifens an gefährlichen Einfahrten und am Beginn. „Autofahrer sollen sehen: Das ist ein Radweg, da haben Radler Vorfahrt.“ Zudem könnten mehr Piktogramme und Richtungspfeile aufgemalt werden, um „Geisterradler“ zu warnen. „Denn es gibt auch dumme Radler, die auf der falschen Seite unterwegs sind“, weiß Romanski. Gerne hätte er den Radlstreifen am Hagebaumarkt in den Gewerbering weitergeführt. „Dafür wäre eine abknickende Vorfahrt nötig gewesen“, sagt Romanski, was ihm zufolge kein Problem gewesen wäre, da es geradeaus ohnehin in eine Sackgasse gehe. Das Rathaus habe sich darauf aber nicht eingelassen.

Überhaupt ist Romanski etwas unglücklich, bei der Ausführung des Fahrradstreifens nicht mehr eingebunden worden zu sein. „Kraft meines Amtes als Fahrrad-Beauftragter wäre das angezeigt gewesen.“ Jetzt hofft er, dass die Gemeinde wenigstens die Nachbesserungen umsetzt.

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Denn die Industriestraße soll nur der Anfang sein. Auch auf Durchgangsstraßen, wo das Straßenbauamt das Sagen hat, will Romanski für Fahrradstreifen kämpfen. Selbst auf der viel befahrenen Münchner Straße würde der Platz theoretisch für beidseitige Radlstreifen reichen. „Die Restbreite der Kernfahrbahn muss nur 4,50 Meter betragen.“ Auch auf Abschnitten der Tölzer Straße wären die Streifen möglich.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Romanski an der Ortseinfahrt aus Richtung Oberlaindern, wo der Radweg auf Höhe der Aral-Tankstelle abrupt endet. „Da gibt es immer wieder Unfälle.“ Ein Radstreifen auf der Fahrbahn bis zur Bahnschranke oder gar bis zur Einmündung der Tegernseer Straße könne helfen – und auch den Gehweg sicherer machen. „Sinn dieser Radschutzstreifen ist es auch, Radler von Gehwegen fernzuhalten, die nicht für sie freigegeben oder zu gefährlich sind“, teilt die Gemeinde auf Anfrage mit.

Mehr Verkehrswege für Radler öffnen und schaffen – das ist eine der wichtigsten Botschaften des Ortsentwicklungs- und Mobilitätskonzepts, das sich die Gemeinde zum Leitfaden erkoren hat. Das Rathaus strebt bekanntlich sogar eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) an. Voraussetzung dafür ist laut Romanski ein spezifisches Radverkehrs-Konzept. Zudem pocht die AGFK auf ein politisches Signal: Der Gemeinderat muss einen Grundsatzbeschluss fassen und sich verpflichten, jährlich ein festes Budget für den Ausbau von Radverkehrs-Anlagen im Haushalt zu verankern.

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