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Bündnispartner in Sachen Südspange: (v.l.) CSU-Marktgemeinderat Albert Kraml, CSU-Ortsvorsitzender Sebastian Franz, CSU-Fraktionssprecher Christoph Schmid sowie Simon Drexl und Christian Hirschberg von der „Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung Holzkirchen“.

Direktverbindung zwischen B13 und B318

Die Südspange schien erledigt - jetzt der unerwartete Durchbruch?

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Die ortsferne Südspange schien erledigt, jetzt ist sie vielleicht wieder da. Auf der jüngst vom Straßenbauamt präsentierten Raumwiderstandskarte fanden sich ungeahnte Möglichkeiten.

Holzkirchen – Die Holzkirchner Südspange, die Direktverbindung zwischen B 13 und B 318, steht wieder auf der Tagesordnung. Der aktuelle Bundesverkehrswegeplan führt das Projekt im „vordringlichen Bedarf“, das Straßenbauamt Rosenheim leitete die Suche nach einer Trasse ein. Das soll kein Alleingang der Behörde werden: Die Straßenbauer bitten Bürger und Verbände ausdrücklich um Vorschläge. Um zu verhindern, dass unrealistische Luftschlösser entstehen, legte das Straßenbauamt Ende April eine Raumwiderstandskarte vor. Sie zeigt, wo eine Straße genehmigungsfähig wäre – und wo nicht.

Christoph Schmid, Fraktionssprecher der CSU im Gemeinderat, sah sich die Karte genau an – und glaubte, seinen Augen nicht zu trauen. Planer Andreas Dorsch hat zwar auch die räumlichen Möglichkeiten für eine weiträumige Umfahrung von Großhartpenning und Kurzenberg schraffiert dargestellt, dies aber nur im Westen mit dem sehr umstrittenen Durchstich zwischen Klein- und Großhartpenning. „Aber wer genau hinschaut, der erkennt, dass man mit einer großen Umgehung auch südöstlich von Kurzenberg und Großhartpenning vorbeikommen kann“, sagt Schmid.

Flugs schmiedete die CSU eine Allianz mit der „Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung“, die seit Jahren entschlossen für eine Südspange kämpft und mittlerweile 425 Mitglieder zählt. Gemeinsam zog das Bündnis zwei Trassen-Linien, die man dem Straßenbauamt empfehlen will. „Wir verstehen uns als offenes Bündnis pro Südumfahrung“, betonten Schmid, CSU-Ortschef Sebastian Franz und Schutzgemeinschafts-Vorsitzender Simon Drexl jetzt bei der gemeinsamen Vorstellung. „Wir freuen uns über Mitstreiter.“

Die Trasse bleibt auf freiem Feld

Die besagte Trasse nimmt grundsätzlich die Idee der ortsfernen Waldtrasse auf, die vor fünf Jahren am Naturschutz gescheitert war – und daran, dass „zumutbare Alternativen“ absehbar waren. Eine solche Alternative glaubt das Bündnis jetzt gefunden zu haben: Ihr Vorschlag schwenkt südlich von Kurzenberg nach Osten, bleibt aber auf freiem Feld und lässt Großhartpenning links liegen. 

Eine Variante sieht vor, in gerader Linie östlich das Sufferloher Frauenbergl zu passieren und südlich von Lochham in die B 318 zu münden. Variante zwei dreht vor Sufferloh nach Norden ab, führt in einem Bogen um das Dorf herum und knickt dann nach Osten.

Das Problem: Die Trasse würde einen Hag bei Kurzenberg zerschneiden, der auf der Raumwiderstandskarte als knallrote Verbotszone markiert ist. „Geht man wie schraffiert westlich vorbei, wären sogar zwei rote Bereiche betroffen“, gibt Schmid zu bedenken. Seiner Meinung nach würde die südöstliche Umfahrung sogar weniger kosten. Um Sufferloh zu entlasten, habe man sich den Schwenk nach Norden überlegt. „Sufferloh ist ja eher nach Süden ausgerichtet.“

Beim Anschluss an die B 318 wäre auch Warngauer Gebiet betroffen, speziell für Lochham würde das mehr Verkehr bedeuten. Das könne aber auch eine Chance sein, sagt Schmid. Denn im Bundesverkehrswegeplan sei der vierstreifige Ausbau der B 318 bis zu einer möglichen Südspangen-Einmündung hinterlegt. „Für Lochham wäre das die Chance, endlich zusätzlichen Lärmschutz zu bekommen.“

Das Bündnis glaubt an eine echte Chance

Das Bündnis erhebt nicht den Anspruch, das Ei des Kolumbus gefunden zu haben, sieht aber eine echte Chance, die nicht mehr für möglich gehaltene ortsferne Südspange gebacken zu bekommen. „Die Taube auf dem Dach schien unerreichbar. Das ist sie nicht mehr“, freut sich Schmid. Nicht jeder werde begeistert sein von diesem Vorschlag, sagt der Fraktionssprecher. In der jetzt neu entflammenden Debatte hoffe das „Offene Bündnis“ aber auf respektvollen Umgang miteinander, ohne Schaum vor dem Mund.

Für die Schutzgemeinschaft betonte Drexl, dass man zwar die neuen ortsfernen Vorschläge unterstütze. Um eine „nachhaltige Reduzierung des Transitverkehrs in Holzkirchen“ zu erreichen, wie es sich das neue Bündnis zum Ziel setzt, kämpfe man notfalls aber auch für eine ortsnahe Südspange. „Funktioniert die Taube auf dem Dach nicht, nehmen wir den Spatz in der Hand.“

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