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Über diese Varianten einer Holzkirchner Umfahrung wurde diskutiert.

Gemeinderat ist sich einig

Südspange: Hartpenning und Kurzenberg nicht abhängen

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Kommt die Südspange? Und wenn ja: Welche Trasse soll es sein? Darüber diskutierte der Gemeinderat. Einigkeit bestand darin, dass Hartpenning und Kurzenberg nicht abgehängt werden dürfen.

Holzkirchen – Nach der Vorstellung möglicher Trassen einer Holzkirchner Südspange durch das Staatliche Bauamt Rosenheim zeigten sich die Gemeinderäte im Oberbräusaal durchaus im Wahlkampfmodus. Teilweise schlossen sie neben der Variante 1, die durch das Tannholz verläuft und von der Bernhard Bauer vom Straßenbauamt bereits abriet, weitere Trassen aus. Einig waren sich die Fraktionen, dass Hartpenning und Kurzenberg, unabhängig von der Trassenführung, nicht benachteiligt werden dürfen.

„Kann es sein, dass wir die Holzkirchner Umfahrung bekommen und dann nach 20 Jahren die für Hartpenning und Kurzenberg?“, wollte Birgit Eibl (FWG) wissen. Diese Gefahr konnte Stefan Leitner, Bereichsleiter Straßenbau beim Bauamt Rosenheim, nicht ausschließen. „Es kann sein, dass der Bund sagt, wir finanzieren erst den einen Teil und dann den anderen“, sagte er mit Blick auf den Bundesverkehrswegeplan (BVWG). 

Umfahrung ohne Hartpenning und Kurzenberg ausgeschlossen

In diesem ist die Holzkirchner Umfahrung mit vordringlichem Bedarf bis 2030 aufgeführt, die Umfahrung für Hartpenning und Kurzenberg nur im weiteren Bedarf. Da die Trasse zwischen Groß- und Kleinhartpenning nur aufgrund des BVWP vorgestellt wurde, schloss Sebastian Franz (CSU), dass diese niemand möchte. Und eine reine Holzkirchner Umfahrung „ist mit uns nicht zu machen“, sagte er.

SPD-Antrag: Kommunale Wohnungen nur noch für Holzkirchner?

Das sah auch Elisabeth Dasch (SPD) so: „Das ist indiskutabel.“ Sie forderte, wie auch Hubert Müller (FWG), eine Umfahrung aus einem Guss. Deshalb sieht sie die Variante des BVWPs kritisch, wenngleich sich diese rechtlich wohl am ehesten umsetzen lässt. Deshalb würde sie sich wünschen, dass die Trassen nördlich des Tannholzes, die Varianten 2 und 3, gründlich geprüft werden, bevor sich die Gemeinderäte und Bürger zu einer Entscheidung durchringen. Doch da liegt die Krux begraben. Wie Leitner auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, sei es der übliche Weg, dass sich eine Kommune erst auf eine Trasse festlege, bevor eine sogenannte faunistische Untersuchung entlang dieser Strecke durchgeführt werde.

Diskussion endet in Wahlkampfgeplänkel

Für eine Variante am Tannholz entlang sprach sich auch Christoph Schmid (CSU) aus. Zum einen entspreche das den Wunsch der Bürger von 2003. Zum anderen bestünde bei den anderen Trassen weiterhin die Gefahr, dass der Ausflugsverkehr durch die Wohngebiete fahre, statt über die Umfahrung. Und so sei die Entlastung für die Bürger deutlich geringer.

Simon Ammer (SPD) wollte zudem wissen, welches Gewicht das Wort der Holzkirchner Bürger hat. Das konnte Leitner nicht abschließend beantworten, seine persönliche Meinung: „Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass der Bund das nicht gegen den Willen der Gemeinde macht.“ Robert Wiechmann (Grüne) hätte sich gewünscht, dass das Straßenbauamt dem Gemeinderat eine klare Handlungsempfehlung mit an die Hand gibt und nicht nur die Vor- und Nachteile aufzeigt. So ende die Diskussion nur in einem Wahlkampfgeplänkel, ohne auf die rechtliche Umsetzbarkeit zu achten. Für die Grünen, die eine Variante Null, also keine Umfahrung, bevorzugen, ändere sich nichts. 

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