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Fünf Varianten für eine Umfahrung legte das Staatliche Bauamt Rosenheim vor. Trasse zwei und drei werden aktuell intensiver untersucht. Bei beiden besteht ein hohes naturschutzrechtliches Risiko. 

Analyse für zwei Trassenvorschläge

Südspange Holzkirchen: Nächster Schritt in Sicht

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Einen festen Zeitplan gibt‘s noch nicht, aber ein nächster Schritt ist in Sachen Holzkirchner Südspange in Sicht: Ende Juli sollen die Ergebnisse einer faunistischen Analyse von zwei möglichen Trassen vorliegen.

Holzkirchen – Holzkirchen ächzt seit Jahren unter dem Verkehr. „Der Durchgangsverkehr muss raus aus dem Ort“, findet Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Eine Möglichkeit hierfür sei eine Südspange. Ob und wann diese umstrittene Umgehung kommt, ist noch völlig offen.

Zumindest ist jetzt ein kleiner, nächster Schritt im Zeitplan in Sicht: Die faunistische Untersuchung von zwei möglichen Trassen ist laut Staatlichem Bauamt Rosenheim wohl heuer im Juli beendet. „Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir mit der Marktgemeinde das weitere Vorgehen abstimmen“, erklärt Matthias Geitz, Leiter der Abteilung Planung am Staatlichen Bauamt.

Zur Erinnerung: Holzkirchen, Großhartpenning und Kurzenberg könnten eine Umfahrung bekommen, die die B 13 mit der B 318 verbindet und die Orte vom Verkehr entlastet. Das wünscht sich zumindest ein Teil der Bürger und so steht es auch im Bundesverkehrswegeplan (BVWP). In diesem ist die Holzkirchner Umgehung mit vordringlichem Bedarf bis 2030 aufgeführt, die Umgehung für Hartpenning und Kurzenberg nur im weiteren Bedarf.

Insgesamt 19 Vorschläge für den Trassenverlauf hatten die Holzkirchner beim Staatlichen Bauamt eingereicht. Fünf Varianten der Machbarkeitsstudie stellte die Behörde Anfang des Jahres im Gemeinderat vor.

Kurz zusammengefasst beinhaltet diese Studie: Von der ersten Variante riet das Staatliche Bauamt ab, weil sie aus naturschutzrechtlichen Gründen wohl nicht genehmigungsfähig sei, hieß es. Variante fünf wäre eine Umgehung nur für Holzkirchen und entlastet nicht die restlichen Orte. Obwohl diese wohl am Leichtetesten realisierbar wäre, ist sie eher unwahrscheinlich. Denn zumindest im alten Gemeinderat waren sich die Fraktionen einig, dass sie Hartpenning und Kurzenberg nicht abhängen wollen. Bei Variante vier bestünde die Gefahr, dass die Holzkirchner Umfahrung gebaut wird und erst später die für Kurzenberg und Großhartpenning.

Die Varianten Nummer zwei und drei, die laut Rathauschef Schmid zum Beispiel die CSU-Fraktion bevorzugt, verlaufen im Nahbereich des nördlichen Waldrandes des Tannholzes. Allerdings sind beide Trassen „naturschutzrechtlich mit hohem Risiko hinsichtlich der Erfüllung von artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen“ behaftet, wie es in der Machbarkeitsstudie heißt. Weil von Seiten der Gemeinderäte viele Nachfragen zu den Varianten zwei und drei kamen, soll nun durch eine faunistische Analyse intensiver geklärt werden, wie hoch das Risiko ist, heißt es aus der Pressestelle im Staatlichen Bauamt. „Durch vertiefte Begehungen vor Ort, wird der vorhandene Bestand an besonders geschützten Arten erhoben und bezüglich der Straßenplanung bewertet“, erklärt Geitz.

Varianten für Holzkirchner Südspange: Das sagen Gegner und Befürworter

Grundsätzlich sollte sich die Gemeinde mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie, inklusive der ergänzenden faunistischen Risikoanalyse befassen, sagt Geitz. „In welcher Form die Diskussion und Entscheidungsfindung geführt wird, ist Entscheidung der Gemeinde.“ Geitz betont: „Das Staatliche Bauamt bevorzugt keine Trasse.“

Ziel ist es laut Geitz, dass der Markt eine abschließende Stellungnahme zum Projekt abgibt. Im Anschluss beabsichtigt das Staatliche Bauamt im Rahmen einer Bund-Land-Abstimmung, das weitere Vorgehen mit den vorgesetzten Dienstbehörden, insbesondere dem Bundesverkehrsministerium, abzustimmen.

Laut Schmid sollen noch mal die Bürger befragt werden. Falls es zu einem Ratsbegehren kommen sollte, müsste der Gemeinderat eine konkrete Vorauswahl treffen. Damit die Holzkirchner mit „ja“ oder „nein“ abstimmen könnten. Inwieweit das passiere, sei noch offen.

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