Zählt zu den Befürwortern der Südspange: Simon Drexl.

Südspange

Die Präsentation möglicher Trassen verzögert sich

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Die Südspange hätte heuer einen entscheidenden Schritt vorwärts kommen sollen. Doch die Präsentation möglicher Trassenverzögert sich. Die Südspangen-Gegner befürchten, dass dieUmgehungsstraße nun Wahlkampfthema wird.

Holzkirchen – Gegner und Befürworter der Umgehungsstraße warten seit langem auf diesen Termin: Spätestens Mitte des Jahres wollte das staatliche Bauamt Rosenheim das Ergebnis der Machbarkeitsstudie vorstellen. Allerdings kann die Behörde den Zeitplan nicht einhalten, wie Bauoberrat Matthias Geitz jetzt auf Nachfrage mitteilte. „Für eine belastbare Verkehrsuntersuchung müssen für die verschiedenen Trassenvarianten ergänzend noch die Verkehrsbelastung und die Routenwahl der Verkehrsströme auch auf Streckenzügen des nachgeordneten Straßennetzes erhoben werden und die Ergebnisse in die Verkehrsuntersuchung eingearbeitet werden.“

Aufgrund dieser Ergänzung sei mit den Ergebnissen erst Ende des dritten Quartals zu rechnen, also Anfang Oktober. Sobald anschließend die Machbarkeitsstudie fertig sei, vereinbare das Staatliche Bauamt mit der Marktgemeinde Holzkirchen einen Termin für eine Vorstellung im Gemeinderat.

Wie berichtet, hatten Bürger und Initiativen insgesamt etwa 20 Trassenvorschläge beim Straßenbauamt eingereicht. Das Straßenbauamt wertet diese im Rahmen einer Machbarkeitsstudie aus. Sind die Varianten vorgestellt, ist die Marktgemeinde am Zug. Ob es zu einer Abstimmung im Gemeinderat kommt, ist jedoch unklar, Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) denkt eher an ein Ratsbegehren. Ebenso der Bürgermeister-Kandidat der Grünen, Robert Wiechmann. Er gibt allerdings zu Bedenken, dass der Bürgerwille nur bedingt Einfluss nehmen kann: „Die Südspange ist im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen.“ Weil jedoch nicht alle dort gelisteten Projekte verwirklicht werden könnten, könne eine mehrheitlich ablehnende Haltung der Bürger trotzdem eine Rolle spielen.

Die Präsentation der Trassen gilt als wichtiger Meilenstein in der Diskussion: „Im Moment reden wir ja nur über Imaginäres“, sagt Simon Drexl von der Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen. „Sobald aber konkrete Trassen vorliegen, haben wir eine solide Grundlage für eine fachlich fundierte Diskussion.“ Dennoch könne er mit der Verzögerung leben. „Mit Blick auf den gesamten Prozess, tut es uns nicht weh, dass es jetzt ein Quartal länger dauert.“ Die Verzögerung sei vielmehr Ausdruck dessen, dass das Straßenbauamt die Vorschläge sehr sorgfältig prüfe.

Dagegen ist Georg Sigl von der Oberland-Initiative, die gegen die Umgehung kämpft, nicht begeistert von der Verzögerung. „Die Kommunalwahl rückt immer näher. Bei Bürgern, die auf der Münchner Straße im Stau stehen, aber die Komplexität des Themas nicht wirklich kennen, kann man damit natürlich punkten.“ Dabei bringe die Südspange – anders als Versprechungen vermuten lassen – keine Entlastung für Holzkirchen. „Es handelt sich um eine reine Bundesstraße. Diese sind überregional konzipiert, ohne Rücksicht auf einzelne Gemeinden.“ Das Hauptverkehrsaufkommen in Holzkirchen sei aber Ziel- und Quellverkehr. „Das sind Leute aus umliegenden Orten wie Hartpenning, die in Holzkirchen auf die Bank, zum Einkaufen oder in die Gemeindeverwaltung gehen und Eltern, die ihre Kinder irgendwohin fahren. Die fahren weiter durch Holzkirchen, auch wenn es die Südspange gibt.“ Seine Initiative sei nicht per se gegen eine vernünftige verkehrspolitische Lösung. „Aber die Südspange ist nicht zeitgemäß.“

Simon Drexl geht davon aus, dass die Gegner der Südumfahrung ihr Engagement noch einmal intensivieren, sobald konkrete Trassen auf dem Tisch liegen. Deshalb gehe dann auch das Bündnis Pro Südumfahrung, in dem die Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelastung organisiert ist, in die Vollen.

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