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Irgendwo zwischen Großhartpenning (links), Sufferloh (Mitte) und Holzkirchen könnte eine Südumgehung verlaufen. Die Gegner sorgen sich um das ländliche Gebiet, das bereits von der Kreisstraße MB 19 durchschnitten wird.

Zwei Statements

Südspange: Das sagen Gegner und Befürworter

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Nachdem es einige Monate ruhig war, nimmt die Diskussion um eine Holzkirchner Südspange Fahrt auf. Die Befürworter machen sich für eine Trasse stark, die Gegner wollen das Thema endgültig begraben.

Holzkirchen – Fünf Trassen für eine Holzkirchner Südumfahrung wären denkbar, eine davon wohl nicht umsetzbar, zwei rechtlich unsicher und eine würde nur Holzkirchen entlasten, nicht aber Hartpenning und Kurzenberg. Nachdem das Staatliche Bauamt Rosenheim dem Gemeinderat und den Bürgern im Oberbräusaal die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorgestellt hat, bringen sich nun Gegner und Befürworter in Position.

Die Befürworter

Das Bündnis pro Südumfahrung, bestehend aus der CSU Holzkirchen, der CSU-Fraktion im Gemeinderat und der Schutzgemeinschaft gegen eine Verkehrsbelästigung in Holzkirchen, sieht die Präsentation des Staatlichen Bauamts als vollen Erfolg. Beide 2018 eingereichten Varianten (wir berichteten) wurden berücksichtigt. Diese „sind grundsätzlich umsetzbar und ermöglichen eine echte Verkehrsentlastung für Holzkirchen, Hartpenning und Kurzenberg“, heißt es in einer Pressemitteilung. Klarer Favorit: die Variante zwei (V2) nördlich des Tannholzes. Diese ist mit 4,5 Kilometern nicht nur die kürzeste Gesamtumfahrung, sondern ist auch die günstigste und das bei „einer optimalen und höchsten Entlastungswirkung für alle drei Ortsteile“, schreibt das Bündnis. Außerdem liege sie nahe an der alten Trassenführung, für die sich 2003 73 Prozent der Bürger ausgesprochen haben.

Südspange: Gemeinderat will Hartpenning und Kurzenberg nicht abhängen.

Die ebenfalls vom Bündnis eingereichte Variante drei, die zwischen Großhartpenning und Sufferloh nach Norden verläuft und am gleichen Punkt der B 318 endet, solle zudem als alternative Route berücksichtigt werden. Das Bündnis sieht eine echte Chance darin, dass mit hoher Zustimmung der Bevölkerung eine der beiden erwähnten Varianten realisiert werden kann.

Diese Variante hält das Bündnis für umsetzbar.

Die Gegner

Das Ende der jahrzehntelangen Diskussion über eine Holzkirchner Südumfahrung fordert nach der Gemeinderatssitzung dagegen Peter Limmer, Vorsitzender der Bürgervereinigung gegen die geplante Umgehungsstraße von Holzkirchen. Es habe sich gezeigt, dass voraussichtlich keine der fünf Trassen die gewünschte große Mehrheit im Gemeinderat erreichen werde, dass die beiden Varianten am Tannholz nur schwer durchsetzbar seien und die Trasse südlich von Kleinhartpenning oder eine reine Holzkirchner Umfahrung niemand wolle. „Die Bilanz des Abends müsste eigentlich sein, die Debatte um die Holzkirchner Umgehungsstraßen endgültig zu begraben und sich endlich darauf zu konzentrieren, statt einer Lärmverlagerung endlich eine Entlastung für alle anzugehen“, schreibt Limmer in einer Pressemitteilung. Für die Verkehrswende sei es wichtig, den Öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und alternative Fortbewegungsmittel zum Auto zu stärken. Dazu müsse neben der kommunalen auch die Bundespolitik endlich umdenken. Dabei kritisiert er vor allem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) „Wenn endlich alle Verantwortlichen auf allen Ebenen gemeinsam anpacken würden, könnten wir die Verkehrsbelastungen relativ schnell reduzieren, ohne noch mehr Flächen zu verbrauchen und die letzten Naherholungsgebiete auch noch zu zerstören“, schreibt Limmer.

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