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Mögliche Korridore für eine Südspange skizzierte eine grobe Raumwiderstandskarte schon im Jahr 2013. Die neue Machbarkeitsstudie untersuchte jetzt den gesamten Süden der Marktgemeinde, auch hinsichtlich möglicher Trassen für Ortsumfahrungen von Großhartpenning und Kurzenberg. 

Südspange und Hartpenning-Kurzenberg-Umgehung 

Wege des geringen Widerstands

  • Andreas Höger
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Das Straßenbauamt legt im April die Machbarkeitsstudie für eine Holzkirchner Südspange sowie für Umgehungen von Großhartpenning und Kurzenberg vor. Die Karte zeigt, wo nie eine Trasse verlaufen kann, lässt aber auch Raum für durchaus mögliche Trassen. 

Holzkirchen Wer neue Straßen bauen will, hat viele Hürden zu nehmen. Um nicht in Sackgassen zu geraten und womöglich schon weit fortgeschrittene Planungen in die Tonne treten zu müssen, tastet sich das Straßenbauamt sehr behutsam voran.

Fest steht: Aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030 leitet die Behörde den Auftrag ab, mit Planungen für alle drei Umgehungen auf dem Gebiet der Marktgemeinde zu beginnen. Zwar ist nur die Südspange als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft, mit einem Planungsauftrag sind aber auch die Umfahrungen Kurzenberg und Großhartpenning ausgestattet.

„Das Straßenbauamt sieht das als Gesamtprojekt“, betont Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Das habe ihm Bernhard Bauer, Planer im Straßenbauamt, erst jüngst bestätigt, als der im Rathaus den Entwurf einer Raumempfindlichkeits-Analyse (REA) vorstellte (wir berichteten). Nur wenn es von der Planung in die Umsetzung geht, genießt die Südspange Priorität. „Zum Beispiel bei der Finanzierung“, sagt Löwis.

Geld spielt noch keine Rolle. Die Frage derzeit ist vielmehr, welche Korridore für die drei Straßen, speziell für die Verbindung zwischen B 13 und B 318 südlich von Holzkirchen, überhaupt in Frage kommen.

Für die Südspange gab es bereits eine grobe Raumwiderstands-Untersuchung aus dem Jahr 2013. Das Straßenbauamt hatte damals überprüft, ob es „zumutbare Alternativen“ zur lange favorisierten ortsfernen Südspange gibt, die südlich von Kurzenberg, am Leithner Gasteig, nach Osten abgeschwenkt wäre. Diese Trasse war schließlich am Naturschutz gescheitert – und weil es eben die theoretischen Alternativen gab.

„Die neue Untersuchung umfasst ein viel größeres Gebiet“, sagt Löwis. 680 Hektar wurden zusätzlich geprüft, das gesamte südliche Gemeindegebiet. Dabei kristallisierten sich Tabu-Zonen heraus: Siedlungen samt Umgriff sowie Wälder und Wiesen, wo seltene Tiere und Pflanzen leben, Biotope kartiert oder Schutzgebiete eingetragen sind. „Diese Klippen müssen Straßenbauer umschiffen“, weiß Löwis.

Aber der „Fleckerlteppich“ (Löwis) der REA, er dokumentiert auch relevante Bereiche mit wenig Widerstand für den Straßenbau. „Es sind einige Korridore denkbar“, sagt der Bürgermeister, der schon einen Blick auf den REA-Entwurf werfen konnte, „und man sieht, wo es schwerer geht und wo leichter.“ Verkehrliche Wirkungen oder Kosten spielen hier keine Rolle, betonen die Straßenbauer. „Es geht darum: Wo sind Straßen überhaupt möglich“, sagt Löwis. Der Öffentlichkeit präsentiert und erklärt wird die Karte bei einer Gemeinderats-Sondersitzung im April im Oberbräu-Festsaal.

Konkrete Trassen stellt das Straßenbauamt nicht vor. Vielmehr sind alle Bürger, Parteien und Initiativen aufgefordert, im Anschluss eigene Vorschläge einzubringen. „Geprüft wird jeder Vorschlag, der von der REA abgedeckt ist“, versichert Löwis. Das Straßenbauamt geht zudem davon aus, dass eine Südspange nördlich von Warngau auf die B 318 mündet.

Auch der Gemeinderat könnte theoretisch eine Trasse vorschlagen. „Ich bezweifle, ob wir uns da einigen können“, sagt Löwis, „es gibt im Gremium sehr viele unterschiedliche Standpunkte dazu.“

Er selbst will Farbe bekennen: „Ich persönlich wünsche mir alle drei Umfahrungen“, sagt Löwis, „die Südspange am besten ortsnah, damit sie uns auch beim Binnenverkehr entlastet.“ Dann rücke auch die Chance näher, als Gemeinde Zugriff auf die Ortsdurchfahrt zu bekommen; im Gegenzug würde man dem Staat die Nordspange überlassen. „Wäre eine Riesenchance für Holzkirchen“, glaubt Löwis.

Ein paar Monate soll Zeit sein, um Vorschläge einzureichen. Dann ackert sich das Straßenbauamt durch alle Ideen. „Das zieht sich vermutlich bis 2019“, glaubt Löwis. Sollten sich Trassen herausgeschält haben, könnte die Gemeinde über ein Ratsbegehren die Meinung der Gemeindebürger gezielt abfragen.

Ob’s dazu kommt? Löwis hat seine Zweifel. „Der Wahlkampf für die Kommunalwahlen 2020 steht dann schon vor der Tür.“

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