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Auszug naht: Die Tafel muss raus ihren lieb gewonnenen Räume im Caritas-Hort.

Umzug steht an

Tafel Holzkirchen: Vertrieben aus dem Paradies

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Die Holzkirchner Tafel muss nach zehn Jahren in den Räumlichkeiten an der Frühlingsstraße umziehen. Bloß: Wohin? Marktgemeinde und Verein tüfteln an einer Lösung. Ein Überblick.

Holzkirchen – Wenn es nach Hans Sepperl geht, würde die Tafel genau dort bleiben, wo sie ist: im Souterrain des Caritas-Horts in der Frühlingsstraße. In dem Seitengebäude hat der Verein um seinen Vorsitzenden genug Platz für die Ausgabe und Lagerung der Lebensmittel, auch einen Warteraum für die Abholer gibt es. Zudem seien die Räume auf die Abläufe zugeschnitten. Fast schon paradiesische Zustände, sagt Sepperl: „Die Bedingungen sind optimal“. Doch die Tafel wird aus ihrem kleinen Paradies vertrieben. Der Auszug ist unweigerlich. Der Hort wird, wie berichtet, um eine Kita erweitert, folglich, erklärt Bürgermeister Olaf von Löwis wächst der Raumbedarf. Wohin verschlägt’s die Tafel? Das Für und Wider der einzelnen Alternativen.

Mittelschule

Die ehemalige Hausmeister-Wohnung in der Mittelschule war eine der ersten Optionen, die auf den Tisch kam. Der Vorteil: Sie steht frei, wäre somit sofort verfügbar. Und die Räume sind laut Löwis ungefähr so groß wie am aktuellen Standort. Eine Besichtigung durch die Tafel-Verantwortlichen offenbarte allerdings schnell die Schwachpunkte. Der wohl größte aus Sicht des Bürgermeisters: Die Wohnung wäre lediglich eine vorübergehendes Quartier. Bekanntlich muss die Schule saniert werden, realistischer ist sogar ein Neubau. Die Tafel müsste also erneut umziehen. „Das wollen wir ihr nicht zumuten“, sagt Löwis. Für Sepperl spricht auch die räumliche Aufteilung gegen diese Lösung. Ausgabe, Lager und Warteraum würden sich über zwei Stockwerke erstrecken. Er sagt: „Das passt nicht.“

Volksschule

Wieder eine Schule, diesmal in Großhartpenning, diesmal aber definitiv keine Option. Sowohl für Löwis nicht als auch für Sepperl. Größtes Manko: die Lage. „Für viele, die bedürftig sind, ist es nicht erreichbar“, sagt Löwis, der die Lösung für „nicht geeignet hält“. Platz wäre dort zwar genug, ergänzt Sepperl: „Aber wie bekommen wir die Leute dahin?“ Ganz klar: Das Schulhaus ist vom Tisch.

Brunnenhof

Zentral gelegen wären hingegen die Räumlichkeiten im Brunnenhof, in denen ehedem die Schülerhilfe untergebracht war. Pluspunkt: Die Räume gehören der Gemeinde. „Und sie sind erst frei geworden“, sagt Löwis. Schön und gut, sagt Sepperl. Für die Anforderungen der Tafel sei das Objekt „zu verwinkelt. Wir brauchen einen großen Raum“, bemängelt der Vorsitzende. Er ist alles andere als begeistert von dem Vorschlag. Sein Urteil: „Ungeeigneter geht’s kaum.“ Auch Löwis räumt ein, dass man vielleicht noch „nachbessern“ müsste, was die Anzahl der Räume angeht, um der Tafel das Quartier im Brunnenhof schmackhaft zu machen. Tendenz: eher nicht.

Container

Der (nicht mehr so ganz) geheime Wunsch von Sepperl: eine Container-Lösung, angelehnt an die Asylbewerberunterkunft an der Rosenheimer Straße. Hierfür spreche die flexible Aufteilung, die möglich wäre: „Wir könnten die Container nach eigenem Gusto anpassen“, sagt Sepperl – kennt aber auch das „dicke Aber“: die Kosten für die Miete. Bürgermeister Löwis war die Variante bislang unbekannt. Eine erste Einschätzung fällt wenig überzeugt aus. „Container halte ich nicht für die erste Lösung“, sagt er. Er plädiert für eine langfristige und „feste“ Unterbringung. Außerdem müsse man erst ein Grundstück finden (das bestenfalls der Gemeinde gehört). Löwis Vorschlag daher: „Erst einmal die anderen durchchecken.“

Radlbauer

Es ist die Variante, auf die Rathaus und Tafel spekulieren: ein Gebäude auf dem ehemaligen Radlbauer-Gelände am Ladehof, gegenüber der Frischeküche. „Die aktuelleste Lösung“, sagt Löwis. Und für Sepperl auch diejenige mit den „größten Erfolgsaussichten“. Der gläserne Anbau, in dem die Gemeinde derzeit noch die Fundräder unterbringt, wäre praktisch wie geschaffen für die Tafel, meint Sepperl. Ein großer Ausgaberaum plus Warteraum und Hinterzimmer für Büros und Lager. Noch dazu in Bahnhofsnähe. „Die Anbindung wäre optimal“, schwärmt Sepperl. Anders als die Rathausverwaltung, die bauliches Verbesserungspotenzial ausgemacht habe, sieht er die Räume in einem Zustand, „sodass wir zügig einziehen könnten“. Bürgermeister Löwis bremst die Erwartungen leicht. Es stehe noch eine Brandschutzprüfung aus. Erst dann könne man eine Entscheidung fällen Noch habe man schließlich etwas zeit, bis die Tafel ausziehen muss, sagt Löwis. „Wir müssen aber dran bleiben.“ Alternativen gibt’s etliche.

fp

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